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Suppe satt und Löffeltanz

September 10, 2013

Nachdem ich also am Sonntag erst Fußball und dann drei Denkmäler geguckt habe, ging es nach einer kurzen Besinnung auf der Couch weiter zur Löffelfamilie. Dort im Biergarten, gleich neben dem Feinkostgelände (oder darauf?), jedenfalls da wo ich Mittwoch Abends im Sommer oder vor einem Sommerkinobesuch oder danach oder vor einem Sommertheaterbesuch oder danach  am liebsten sitze, ein Tannenzäpfle konsumiere und Leute gucke, da stieg das Löffelfamilien-Straßenfest.

Immerhin, die berühmteste Leuchtreklame der Heldenstadt feierte ihren 40. Geburtstag. Und das wollte ich mir wirklich nicht entgehen lassen. Obwohl, ich gebe es unumwunden zu, ich nach Fußball und Denkmalen ganz schön erschöpft war.

Gut, dass ich mich aufgerappelt habe, denn da spielte gleich am Anfang Rozhinkes, a kleyne Kapelye, Klezmer. Oh, wie fein. Das Mädchen und die beiden Jungs gefielen mir außerordentlich gut und ich war augenblicklich froh und zufrieden, mich von der Couch gerollt zu haben.

Leider war das Wetter gar nicht  gut. Es regnete sogar hin und wieder. Und von der Suppe, es soll Soljanka gewesen sein, und ich bin sicher, sie war köstlich, konnte ich auch nichts kosten, wartete doch zu Hause eine Spitzkohlpfanne auf den unverzüglichen Verzehr.

Die kleyne Kapelye spielte für meinen Geschmack viel zu kurz. Und während umgebaut wurde für die L.E. soulfuckers, erzählten ein Herr und eine Dame, laut website sollen das Valerie Geels (update: aus gut informierten Kreisen weiß ich, es war nicht Frau Geels, sondern  Anne-Katrin Michler. Danke, lieber Feinkostblog) und Karsten Kriesel gewesen sein, dem geneigten und beschirmten Publikum allerhand Wissenswertes zur aktuellen Situation unser aller Lieblingsleuchtreklame. Ein Herr Anwalt, der sich um die Finanzen kümmert, kam auch zu Wort.

Dann spielten die soulfuckers. Dann flog eine Sicherung raus. Es wurde heftig repariert. Währenddessen fand ich, dass ich, unbeschirmt, wie ich war, und auch leider ohne mir einen Platz unter einem der vom Biergarten bereitgestellten Sonnenschirme gesichert zu haben,  immer nasser wurde. Eine ältere Dame flog fast von der Bierbank, als eine jüngere Dame aufstand. Ich nuckelte an meinem Tannenzäpfle und schalt mich, die Regenjacke zu Hause gelassen zu haben. Wenigstens einen Schirm hätte ich doch einstecken können.

Dann ward der Schaden behoben und die Musiker huben an, das Publikum erneut zu entertainen. Mich aber trieb das Nichtvorhandensein jeglichen Regenschutzes nach Hause. Außerdem hatte ich Hunger. Und hätte ich Soljanka gegessen, wäre meine schöne Spitzkohlpfanne am Montag in den Abfall gewandert.

Schön wars trotzdem!

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13 Kommentare leave one →
  1. September 10, 2013 11:32 am

    Schön, daß Du trotz unvorteilhaften Wetters vorbeigeschaut hast! Wir haben uns sehr gefreut, daß das Publikum trotz Regengrüßen vom Himmel tapfer blieb.
    Die Moderatorin war übrigens nicht Valerie Geels, diese mußte leider kurzfristig absagen – Anne-Katrin Michler hast Du auf der Bühne gesehen, sie ist dann dankenswerterweise kurzfristig eingesprungen.

    Die Bands konnten leider nicht so lange spielen, da der ganze Geburtstagszauber um 21 Uhr zu Ende sein mußte – (verständliche) Anordnung des Ordnungsamts, damit die Anwohner in Ruhe in ihren Sonntagsschlaf finden. Petrus hat die Anordnung dann ja auch kräftig unterstützt 😉

    Und Soljanka gibt es bestimmt im nächsten Jahr wieder – ja, die war sehr lecker und am Ende (bzw. schon weit davor) ausverkauft!

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    • September 10, 2013 6:23 pm

      Oh ja, danke für den Hinweis. Das mit den Menschen, die ihren Schlaf brauchen, kann ich verstehen. Ich wohne schließlich neben der Galerie für zeitgenössische Kunst. Und neben dem Johannapark. Und neben der Grafikhochschule. Ach ja. Und ich weiß, an dem Tag, an dem ich mich beschweren gehe, bin ich entweder alt oder spießbürgerlich oder beides geworden. Aber ich kämpfe jeden Sommer dagegen an.
      Und nächstes JAhr koche ich mir keine Spitzkohlpfanne und esse Soljanka.

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  2. September 10, 2013 12:08 pm

    Oh, Soljanka, das klingt gut. Muss mal wieder auf die Samstagsessenliste. Und Klezmer-Musik kann ja auch von der CD schön sein 🙂

    (Und das Klärwerk???)

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    • September 10, 2013 6:24 pm

      Liebe Lydia. Ich glaube ich muss erst mal weiter reiseberichten. Der Herr Ärmel und der Herr Zaphod wollen nämlich wissen, wieso die Amischen Auto fahren

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      • September 10, 2013 9:36 pm

        Genau! und vielen Dank, Inch – ich irre nämlich seit Tagen in irgendwelchen amerikanischen Wäldern umher und suche die Amishen. Und Soljanka ist das einzige, was mich bisher am Osten abgeschreckt hat – und das schon dreimal. (und ich habe eine Erziehung genossen, bei der gegessen werden musste, was auf den Teller kam)…

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  3. September 10, 2013 12:22 pm

    Hi Gertje!

    ich hab deinen bericht mit Vergnügen gelesen, Hab Dank dafür!
    Noch ein kleiner Hinweis.
    Den Namen der Klezmer Band lässt sich auf unterschiedliche Weise schreiben, ich brauchte dafür auch ne Weile, unterdessen weiß ich die Lösung:
    „Rozhinkes“ falls du’s noch ändern willst….
    Bis bald!

    Tilmann

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    • September 10, 2013 6:19 pm

      Hallo Tillmann!
      Ich habe es umgehend geändert. Und wenn am Samstag nicht schon wieder so pieseliges Wetter ist, sehen wir uns ganz sicher wieder :D. Obwohl, ich las, es gibt auch eine Regenvariante

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      • September 14, 2013 2:23 pm

        Tilmann wird übrigens mit einem l geschrieben 😉
        Und von mir aus gerne bis heute
        Es dürfte drocken bleeben!

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        • September 14, 2013 2:26 pm

          Ach Herrje. Nun ist es schon wieder passiert. Ich scheine im Alter einen gewissen Hang zur Legasthenie zu entwickeln 😉

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  4. September 10, 2013 4:56 pm

    Da wäre ich gerne hingegangen zu dieser Art Löffeltanz, aber alleine hab ich immer keine Lust zu Geselligkeit. So fand mein Löffeltanz mit den Wespen im Gastgarten statt. 😀
    Gruß von der Gudrun

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    • September 10, 2013 6:25 pm

      Na Mönsch Gudrun! Meld Dich doch einfach, wenn Dir die Decke aufn Kopf und so.
      Am Samstag Notenspur? Guggl mal. Klingt gut und ist gleich bei mir um die Ecke.

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