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Am Ziel

Juli 21, 2014

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Mit den besten Wünschen aus Wladiwostok

Fügungen

Juni 25, 2014
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Manchmal fügen sich die Dinge wie von selbst

Gestern habe ich mir noch den Kopf zerbrochen, wie ich das mit den Büchern mache, die ich mitschleppen muss, wenn ich so lange Zug fahre.

Einen Kindl, ich sagte es ja schon, will ich nicht. Ich hätte Angst, mir keine Bücher mehr zu kaufen, hätte ich so ein Ding erst. Und ich liebe nun mal Bücher aus Papier. Mit Eselsohren und unterstrichenen Textpassagen, mit mindestens drei Lesezeichen uns überhaupt.

Ich habe über ein tablet nachgedacht. Schon länger. Da schien es mir sinnvoll, mir so etwas vor dem Urlaub zuzulegen. Man kann mehr, als nur lesen und ein paar Bücher für den Notfall könnten da ja drauf.

Nu ist das bei mir so eine Sache, mit solchen Geräten. Ich kann mich ewig nicht entscheiden, nerve Bekannte, Verwandte und Verkäufer. Das ist nicht anders als bei Kameras. Und dann muss entweder jetzt und sofort genau das und das gekauft werden oder es geht eben bald in den Urlaub und da muss das Teil her.

Gesagt getan. Alle meine Geschenkgutscheine zusammen gekramt und bestellt. Im Internet. 1-3 Tage Lieferzeit. Stand da. Bis ich bezahlt hatte. In der Email stand dann was vom 6. Juli oder so.

Nee, ne?

Ich bin aber auch total bescheuert.

Und dann kam ich gestern nach Hause und ich hatte eine Paketbenachrichtigung. Fragen Sie mich nicht wo, das ist eine andere Geschichte. Yippie, hats ja doch nur 3 Tage gedauert.

Und als ich heute vor der Arbeit zum Zahnarzt schlurfte, denn da hatte der Herr Paketbote mein kleines tablet abgegeben, da stand da eine Bücherkiste. Ich fischte mir 3 heraus. Drei mir völlig unbekannte Russische Autorinnen. Die kann ich mitnehmen. In Irkutsk oder auf der Insel, irgendwo meine ich gelesen zu haben, kann man im Hostel Bücher tauschen. Da lasse ich die dann. Wenn ich will. Mit meinen beiden eigentlich für den Urlaub vorgesehenen Romanen von Kurkow hätte ich das nie getan.

So, und jetzt gehe ich mir ein paar kostenlose Notbücher aufs tablet laden.

 

 

 

Das letzte Papier

Juni 24, 2014

Wenn man  nach Russland fährt, oder noch weiter, ist das Aufregendste ja immer das Visum.

Nicht, dass ich das jemals nicht gekriegt hätte, aber es ist schon immer ganz schön knapp. So gesehen ging es diesmal richtig flott.

Immerhin, noch 4 Tage bis zum Flug und ich habe schon sowohl Visum als auch Einladung.

Voilà

Visum
Eigentlich könnte ich jetzt quasi los fahren. Ach nein, das Visum gilt erst ab Samstag. Und für die Rückfahrt muss ich noch ein Zimmer in Berlin suchen, weil der Flieger natürlich wieder so spät landet, dass kein Zug mehr in die Messestadt fährt.

Und das mit den Büchern muss ich noch klären. Bei so vielen Tagen im Zug brauche ich zu lesen. Nur… die Schlepperei. Die, die ich mir ausgesucht habe, sind zu schwer, um sie 4 Wochen durch Russland zu schleppen.  Und nein, ein Kindl kommt mir nicht in die Tüte, äh den Rucksack. Aus Gründen.

Naja, ich habe ja noch vier Tage

Ohne Mann und Kind…

Juni 21, 2014

Es scheint ja, als bringe gerade meine Abwesenheit dem Rugby Club Leipzig Glück. In dieser Saison war ich nämlich kaum bei einem Spiel, ständig war immer gerade bei einer Familienfeier oder nicht in der Stadt, und was soll ich sagen? Gegner wurden vom Platz gefegt, die in der letzten Saison noch als Sieger heim fuhren. Und im Pokal, im DRV- Pokal steht der RCL nun im Finale. Nach einem Sieg über Rottweil am letzten Wochenende. Klar. Ich war ja nicht da.

Ich war Boofen.

So eine Boofe ist übrigens, anders als in einigen Kommentaren am Wochenanfang vermutet, keineswegs kalt, klamm, feucht, hart und mückenverseucht.

Man legt sich ja gerade unters Felsdach, um der Feuchte, die von oben kommen könnte, zu entgehen. Klamm wird’s nur, wenn die Luftfeuchtigkeit insgesamt zu hoch ist. Mit der Kälte verhält es sich ähnlich. Aber dagegen gibt es wirklich sehr gute Schlafsäcke. Und wenn man häufiger draußen schläft, oder im Zelt, oder gar ins Hochgebirge fährt, ist man diesbezüglich ja gut ausgerüstet. Im übrigen war es zwar nicht so heiß wie Pfingsten, ich bin aber trotzdem gut mit dem Sommerschlafsack ausgekommen. Und was nun die harte Unterlage betrifft und meinen Rücken… da gibt es mittlerweile sehr gute Matten. Ich hatte schon vor meiner Rücken OP eine thermorest, das ist so ein Teil, das sich selber aufpustet, und als die mir zu hart und unbequem wurde, habe ich mir eine doppelt dicke schenken lassen. Nicht ganz billig, aber jeden Cent wert. Als ich nach meiner Rücken OP in Schottland war und zeltete, hatte ich die mit. Und es ging mir gut. (Und wie ich am letzten Wochenende sehen und lernen durfte, gibt es mittlerweile noch komfortablerer Schlafunterlagen)

Mücken freilich. Mücken. Gegen die hilft eigentlich nur ein klitzekleines Lagerfeuerchen.

Was aber tatsächlich zum Boofen gehört, ist der Schmutz. Das ist ja alles Sandstein da und also liegt in den Boofen viel Sand. Und an den Feuerstellen ist dieser Sand dann auch recht schwarz. Viel mit Waschen ist ja nicht an so einem Wochenende. Zähneputzen und… die Mädels hatten Feuchttücher mit.

Das war nämlich Frauenboofen. Männer, und damit jegliche Form von Sport und Anstrengung, waren ausdrücklich ausgeladen.

Wenn nun also 5 Frauen los ziehen, die sonst immer den Männern die Orientierung überlassen, beginnt die Vorbereitung schon sehr zeitig.

Ich habe mir den Weg erklären lassen. Und noch mal versucht zu erguggeln. Die eine der Schwestern hat sich den Weg erklären lassen. Und die andere Nicht-Schwester hat sich auch alles genau erklären lassen und Tante G. befragt.

So zogen wir los. Mit Kletterführern (das sind Bücher), einer Karte, zwei Zetteln, auf denen ich den Weg genau notiert hatte und einem Plan, den ich mir aufs Smartphone geladen hatte.

Kann ja nichts schief gehen.

Ging es auch nicht.

Wir fanden die Boofe auf Anhieb. Aber die war uns zu dunkel. Die nächste zu klein. Und obwohl wir eigentlich viel zu schwere Rucksäcke hatten, man muss ja alles mitnehmen, was man so braucht, einschließlich Wasser, und wir hatten sehr viel Wasser mit und Likörchen und Wein, richtig was zu essen und viele viele Leckereien, und Bücher natürlich, war ja eine Frauenboofe, schließlich, zogen wir weiter, eine wirklich schöne Boofe zu finden. Zur dritten haben wir dann zwei gucken geschickt, die vierte hatte zwar eine sehr bequeme Koch- und Feuerstelle, aber irgendwie keinen Platz zum Schlafen und die fünfte war zwar eigentlich auch nicht die, zu der wir wollten, aber sehr schön.

Das der Gipfel, der vor unserer Nase stand, ein Klettergipfel ist, haben wir erst am Samstag gemerkt, als plötzlich von links und ganz links Leute aus dem Wald kamen, ihre Hängematten aufspannten und kletterten.

Aber wir wollten nach dem Frühstück eh ein bissl spazieren, äh wandern gehen.

Es war eine sehr schöne Wanderung. Und auf der Karte völlig falsch zu sein und trotzdem nicht verloren zu gehen, ist hohe Kunst. Das soll erst mal jemand schaffen.

Äh, Mädels, hier waren wir schon mal. Da steht, dass es dahin geht und dort dorthin und da zu dem Gipfel..

Ach, solche Schilder gibt es hier haufenweise.

Oh! An diesem weggeworfenen Müll bin ich schon mal vorbei gelaufen. WIR WAREN HIER SCHON MAL

Quatsch… äh… na das ist aber komisch…

Aber wo sind wir denn dann lang gelaufen?

Verblüfftes Studium der Karte.

Aber eigentlich waren wir ja eh zum Lesen da. Und zum Schnattern. Und Sonnenuntergang gucken. Zum Likörchen trinken und soviel Süßigkeiten essen, dass wir nichts Süßes mehr sehen können. Mindestens eine Woche lang. Zum Ausschlafen und rumlümmeln.

Wir wären dann zwar doch gern auf den Gipfel hoch, aber wir können ja im nächsten Jahr ein Seil mit nehmen. Denn hoch wären wir da schon gekommen, nur der Abstieg sah übel aus, so ohne Seil.

Obwohl, beim Frauenboofen ist ja jegliche Form körperlicher Anstrengung ausdrücklich verboten. Außer der, das Zeug vom Auto zur Boofe zu schleppen. Auf dem Rückweg sind die Wasserkanister ja dann leer, und die Likörchen- und Weinflaschen. Das Essen leider nicht ganz. Und vor allem nicht die Süßigkeiten. Trotzdem haben wir noch einen kleinen Schlenker gemacht und uns die Boofe angeguckt, in die wir eigentlich wollten. Am Sonntag, auf dem Heimweg. Die haben die eine Nicht-Schwester und eine der Schwestern nämlich am Samstagabend doch noch gefunden. Und ich habe den Weg genau fotografiert, dass wir ihn nächstes Jahr wieder finden.

 

Ps.: Das Finale ist übrigens am kommenden Samstag. In Rottweil. Es fährt sogar ein Fanbus hin. Ich bin da auf dem Weg nach Moskau.

Wenn das kein gutes Zeichen ist.

Wer auf die Fotos klickt, kann sie auch groß sehen

 

Wieder da

Juni 15, 2014

Heute nur ein Foto der Boofe, in der ich das Wochenende verbracht habe. Ich bin zu müde, deshalb werde ich Ihnen morgen oder übermorgen berichten.

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Eine Boofe ist eine Freiübernachtungsstelle in der Sächsischen Schweiz.

Die Kletterer, als sie noch samstags arbeiten mussten, übernachteten da, um am Sonntag gleich in der Früh mit der Kletterei anfangen zu können und so den einzigen freien Tag in der Woche optimal auszunutzen. Auch als samstags noch bis mittags gearbeitet oder in die Schule gegangen wurde, war es günstiger, direkt am Kletterfelsen zu biwakieren.

Ich weiß nun nicht, wie es vor dem Krieg war, aber auch in der DDR waren Lagerfeuer im Freien prinzipiell verboten, wurden aber, jedenfalls in der Sächsischen, geduldet. Diktatur hin, Diktatur her, man traute den Bürgern wohl doch zu, dass sie mit dem volkseigenen Wald umgehen können und ihn nicht abfackeln.

Das änderte sich, als wir alle freiheitlich-demokratisch wurden. Freiheitlich-demokratische Bürger brauchen Regeln. Und Verbote. Zum Beispiel das Verbot, Feuer zu machen. In manchen Ecken gar zu boofen.

Und um zu kontrollieren, ob sich der freiheitlich-demokratische Bürger auch an das Verbot hält, bezahlt und schickt man Leute rum, die Geldstrafen verhängen.

Mir hat das ein paar Jahre die Lust verdorben. Um so schöner war das Wochenende. Und ich hab mich gefragt, wieso ich mir die letzten Jahre den Spaß habe verderben lassen. Aber davon erzähle ich später. Jetzt muss ich schlafen.

 

Inch nimmt sich ein Wochenende Auszeit

Juni 14, 2014

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Urban wildlife

Juni 12, 2014

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