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Ski laufen zum Abgewöhnen

Januar 13, 2013
Transka Bauda

Das letzte Mal, als ich so richtig im Mittelgebirge Ski laufen war, hatte ich einen Bandscheibenvorfall. Wie sich im Nachhinein herausstellte. Ich habe natürlich trotzdem durchgehalten, bin dann nach dem Wochenende zum Arzt, war ein paar Wochen krank, dann wieder gesund, dann lag ich unterm Messer.

Das war 2010.

Danach musste ich erst mal regenerieren und rehabilitieren und bin im letzten Winter nur ein bissl in der Tieflandbucht Ski gelaufen.

Nun aber bin ich wieder gesund und weil es am Donnerstag auch dankenswerter Weise zu schneien anfing, fuhr ich doch freudig gespannt mit nach Bozi Dar. Oder irgendwo bei Bozi Dar. Das ist in Tschechien so kurz hinter Oberwiesenthal. Transka Bauda noch ein Stück weiter im Wald.

Es lag zwar nicht so richtig viel Schnee, aber da es fröhlich weiter schneite, ließen wir uns die Knedli  am Freitag Abend frohgemut schmecken.

Als ich am Samstag morgen die Ski angeschnallt hatte und den Kumpels durch den Wald hinterher gestapft bin, hatte ich schon das erste Mal die Nase voll. Nicht weil nicht gespurt war. Auch nicht, weil wir über Bäume klettern mussten. Das war zu verkraften. Nur lugte da hie und da Schotter durch den Schnee. Ratsch, Ratsch. Das schmerzte. Also nicht körperlich. Mehr so selig. Meine armen Ski.  Und dann ging es ohne Unterlass durch Pfützen. Als wir endlich die „Magistrale“ erreicht hatten, schleppte ich schon das halbe Erzgebirge mit, das in Form von Eis an meinen Laufflächen pappte.

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Zum 37sten Mal die Ski abschnallen, Eis abkratzen, weiter fahren. Oben, so auf knapp 1000m, lag zwar  genug Schnee, aber ein sehr feuchter. Und immer wieder Wasserflächen unter der weißen Decke. Zwei Kumpels sind eingebrochen. Staken bis zum Knie in den Löchern, von denen ich mich frage, wie die auf eine Loipe kommen. Wir wühlten uns derweil durch den Wald. Doch alles Wachsen half nicht. Irgendwo latschte man immer durchs Nasse und irgendwann pappte der Mist wieder am Ski. Und bei den Abfahrten musste man höllisch aufpassen, dass man Stellen, wo es den Schnee weggeweht hatte,  nicht übersah. Gelang nicht immer und ein Kumpel kam dort zum Liegen.

Ich hatte, als wir in Bozi Dar ankamen, die Schnauze, gelinde gesagt, voll.

Das war Skilanglauf zum Abgewöhnen. Dabei wollte ich doch wieder damit anfangen!

Aber, auf der Rückfahrt, stellte sich heraus, es kommt auch darauf an, mit wem man zum Wintersport fährt. Bergsteiger sind für ein erholsam sportliches Wochenende nicht unbedingt die beste Wahl. Die wollen immer ein bisschen Abenteuer.  Zurück ging es also, aus Rücksicht auf die Frauen im Allgemeinen und mich im Speziellen,  „unten herum“ auf zwar nicht bestens präparierten, aber anständigen Loipen. Ganz ohne Wasserlöcher.  Nur hatte ich mir am Vormittag solch fette Blasen an den Hacken geholt, dass ich es nicht wirklich genießen konnte. Also, es brauchte schon so 2-3km, eh ich mich in dem Sinne eingelaufen hatte, dass ich die schmerzenden Stellen nicht mehr spürte. Dafür hat aber wohl die Spannkraft meiner Langläufer nachgelassen (sic) in den letzten zwei Jahren. Gleiten ist anders. Und bergab musste ich gar anschieben. Ich erreichte die Baude im Wald knapp vorm Dunkelwerden sozusagen mit Müh und Not und war zumindest halbtot.

Abends in der Hütte war ich mir nicht sicher, ob ich JEMALS noch mal Skilaufen will.

Am Sonntag jedenfalls habe ich mich gedrückt. Habe, während die Kumpels „noch eine Runde gedreht“ haben, im Café gesessen und vor allem meine rechte Hacke geschont. Die ziert eine 3x2cm offen Wunde. Schließlich wollen wir nächstes Wochenende auf der Sächsischen Seite Ski laufen. Bis dahin muss das wieder „heile“ sein.

Und ich war ja nicht allein. Zwei Freunde sind nämlich am Samstag Vormittag nach Schöneck gefahren und von dort aus mit den Langläufern zur Baude gekommen. Die haben sie nach 50km erst im Dunkeln erreicht. Und die Frau hat sich dann am Sonntag lieber mit ausgeruht. Ach nein Quatsch. Sie musste fürs 2. Staatsexamen lernen.

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Bozi Dar

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13 Kommentare leave one →
  1. Januar 13, 2013 7:43 pm

    Oh, solche Skitouren zum Abgewöhnen kenne ich von meinen Kindertagen her. In der Grundschule hatten wir im Winter statt Turnen immer Skifahren. Und einer der Skilehrer, wohl sehr abenteuerlich (oder sadistisch) veranlagt, schleppte uns da stets auf stundenlange Touren über Stock und Stein mit, die weder den Skiern noch uns wohl taten…

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  2. Brigitte permalink
    Januar 13, 2013 8:13 pm

    AUA – du Arme. Wünsche gute Besserung für den Huf.
    Ich denke immer noch, dass ich wieder gerne mal langlaufen würde, aber alleine ist auch doof und der Gatte hat Knie.
    Liebe Grüsse und einen guten Start in die Woche, Brigitte

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  3. Januar 13, 2013 8:33 pm

    Das Geräusch kenn ich, das ist wirklich gemein. Erst recht wenn man sich gerade nagelneue Ski gekauft hat und dann über so einen freigelegten Felsen brettert, weil man den vorher nicht sehen konnte. Das tut weh, ja.
    Die anderen widrigen Umstände hab ich glücklicherweise nie kennengelernt, ich kenn Skifahren nur bei (zumindest fast) perfekten Verhältnissen und auch nur steil bergab. Langlauf war nicht so mein Ding, da muss man sich ja selber vorwärts bewegen.

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  4. Januar 14, 2013 12:38 am

    Als ich skifahren lernte, war „Langlauf“ eine antiquierte skandinavische Fortbewegungsart im Schnee und eine olympische Disziplin. Geschäft und Mode für die Massen kam erst später. Ich habs einmal versucht und gleich wieder sein lassen.
    Und mit Blasen an den Füssen skilaufen stelle ich mir bitter vor: du scheinst hart im Nehmen zu sein…

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    • Januar 15, 2013 8:33 am

      Nuja, hier in Sachsen, und wohl auch in Thüringen, ist das anders. Da gehört Skilaufen dazu wie Fahrradfahren lernen. Abfahrt kommt immer erst später. Möglicherweise ist das heute auch hier in Sachsen anders. Aber auch meine Kinder lernten noch zuerst lang laufen und DANN abfahren und snowboarden.

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  5. Januar 14, 2013 2:40 pm

    Also irgendwie las ich doch gerade vom nächsten Wochenede. 😀 Du bist aber wirklich tapfer. Hätschele mal deinen Fuß ordentlich und wetten, dass du bald wieder auf den Brettern stehst.

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  6. Januar 14, 2013 5:57 pm

    also nach den schönen fotos zu urteilen, muß skilaufen schön sein. ich kam nie in versuchung damit, der schnee war viel zu weit weg. dafür hatte ich das meer vor der nase. gute und schnelle besserung und achte auf deinen rücken, das geht ganz schnell wieder los, ich spreche aus erfahrung. liebe grüße in den schnee

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  7. Januar 14, 2013 11:00 pm

    Die Bilder sehen aber nach verdammt viel Schnee aus. Viel Glück mit dem Fuß.

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  8. Januar 15, 2013 8:35 am

    Ja, Schnee lag viel. Nur war der eben sehr sehr nass. Und teilweise verweht. Und einige Loipen eben nicht präpariert, oder nur schlecht.
    Aber ich denke, dass es am kommenden Wochenende schon besser aussehen wird. Schnee und loipentechnisch gesehen. Nur meine Füße müssen sich noch beeilen mit dem „heile“ werden.

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  9. Januar 15, 2013 2:55 pm

    Auch wenn ich gar nicht Skifahren – in welcher Form auch immer – kann, die Blasen an Deinen Füssen sagen mir jedenfalls, es nie nie zu versuchen!
    Trotz allem: die Landschaft scheint dort sehr friedlich und unberührt zu sein.
    GLG

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    • Januar 15, 2013 6:21 pm

      Naja, nu, Blasen kann man sich auch beim Laufen holen. Wenn man neue Schuhe hat zum Beispiel. Und laufen tust Du doch, oder? 😉

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      • Januar 15, 2013 6:46 pm

        Laufen ja, aber nur mit prophylaktischem Fersenpflaster! Es gibt keine Sportschuhe, von denen ich mir keine Blasen hole. Muss wohl irgendwie falsch gebaute Treter haben 😉

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Trackbacks

  1. Mit (fast) ohne Schnee | Inch's Blog

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