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Nebenwirkungen

Januar 16, 2013

Bei Schnee fahre ich nicht Fahrrad. Nicht im Straßenverkehr. Und ich halte auch alle, die das tun, für dämlich. Sie gefährden nicht nur sich, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer.

Bei Schnee fahre ich Straßenbahn oder, da die bei diesen Witterungsbedingungen ja oft ausfällt, ich laufe.

Als ich gestern früh das Haus verließ, stellte ich verblüfft fest: Es hat geschneit. Im Normalfall wäre ich also Richtung Rathaus gelaufen. Zur Haltestelle.

Doch Normalfall ist gerade nicht.

Wie im letzten Blog beschrieben, zieren meine Hacken gerade zwei ziemlich schmerzhafte Wunden. Da ist Laufen ganz, ganz schlecht.

Der Umgang mit dem großen Aua sieht derzeit so aus:

Zu Hause laufe ich barfuß rum, um viel Luft an die Wunden zu lassen. Nachts kommen sterile Kompressen drauf, die von Schlauchbinden gehalten werden. So kommt weiter Luft ran, gleichzeitig wird verhindert, dass die Wunden durch Reibung am Bettzeug wieder aufreißen. Am Morgen schneide ich mir große, sehr große Pflaster zurecht und klebe den ganzen Ärger zu. Dann quäle ich mich unter vielen Auas und Luft anhalten  und Zähne zusammen beißen in das einzige paar Schuhe, in das ich ohne Vollnarkose komme. Ich schnüre sie ganz fest zu und humple in den Fahrradkeller. Fahrrad fahren geht nämlich, wenn ich die Pedale mit dem Mittelfußbett bewege. Ist nicht sehr effektiv, sorgt aber für die geringste Bewegung ergo Reibung im Schuh. Dann humple ich ins  Büro, entledige mich der Straßenschuhe und renne den ganzen Tag in hackenfreien Latschen rum. Zum Feierabend quäle ich mich wieder unter viel Auas und Luftanhalten in die Winterbodden, humple und fahre schnurstracks nach Hause und befreie meine Füße, kaum, dass ich die Wohnung betrete, wieder von allen Strümpfen und Pflastern.

Das hat am Montag und Dienstag ganz gut geklappt und bedurfte gestern schon weniger Auas und fast gar keines Luftanhaltens, als ich wieder in die Straßenschuhe schlüpfte.

Doch laufen? Nee, laufen geht gar nicht. Jedenfalls nicht, wenn ich mir nicht alles wieder aufreiben will.

Also Fahrrad fahren. Die Hauptstraßen sind sicher frei. Die Radwege leider nicht. Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, was ich eigentlich gewonnen habe, wenn ich auf die Nase falle und mir dabei vielleicht ein noch viel größeres Aua zuziehe.

Aber ich frage mich ja öfters, warum ich was mache. Vor allem dann, wenn es anstrengend ist. Skilaufen zum Beispiel bei widrigen Bedingungen.

Die Antwort darauf habe ich mir am Sonntag Abend schon selber gegeben. Nach so einem Wochenende weiß man ein heißes Bad nämlich besonders zu schätzen.  Auch, wenn es natürlich wieder eine besondere Herausforderung war, ohne Füße in die Wanne zu gelangen. Offene Wunden brennen im Wasser nämlich Hölle. Aber man ist ja sportlich. Und Dank Yoga auch beweglich.

Das konnte ich übrigens schon am Samstag beweisen. Das Yoga hilft, meine ich. Als ich mich nämlich mit einem Ski in einem Baum verhakelt hatte und mich durch elegantes Anheben des Beines ganz nach oben hinten aus misslicher Lage befreien konnte. Das gab ein Ah und Oh der Kumpels wegen meiner doch erstaunlichen Geschmeidigkeit. Und dann gleich die Anfrage, doch mal für einen Tag die Leitung des Dienstagtrainings zu übernehmen mit einer Schnupperyogastunde.

Nebenwirkungen müssen nämlich nicht immer schädlich sein.

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10 Kommentare leave one →
  1. Januar 16, 2013 10:05 am

    Na dann wünsche ich Dir mal zügiges verheilen der Wunden. Nicht das es Probleme mit dem Skiausflug auf der anderen Seite gibt.
    Meine Skikarriere habe ich nach einem Ausflug in einen Stacheldrahtzaun zum Glück frühzeitig beendet. Nichtsdestotrotz genieße ich eine Bad immer noch, allerdings ohne Yoga. 🙂

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  2. Januar 16, 2013 10:23 am

    Na, da hat es aber deine Hacke ganz schön erwischt. Gute Besserung.
    Bei uns hier in Grünau liegen drei Krümeln Schnee. Ich glaube, für uns reicht der immer nicht. Die Wolken in der Ostluft krümeln sich schon vorher aus.
    Eigentlich hatte ich mir Schnee gewünscht, weil ich im Schönauer Park und dahinter Winterfotos machen wollte. Ich glaube, ich lass das Wünschen lieber. 🙂

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    • Januar 16, 2013 2:41 pm

      Nachtrag:Ich hätte nicht unken sollen, denn jetzt schneit es. Und ich muss los. *grummel*

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      • Januar 16, 2013 6:49 pm

        Ich habe heute an Dich gedacht, als es wieder losging und mich gefragt, ob Grünau wieder verschont wird

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  3. Januar 16, 2013 1:50 pm

    Gute Besserung (und vorsicht beim Fahrrad fahren)

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  4. Januar 16, 2013 2:18 pm

    Ach, Du Arme! Ich kenne das Problem ja leider zur Genüge. Mein Retter ist und war immer ein spezielles Pflaster gegen Blasen an den Fersen. Gibt’s hier in der Apotheke, sicher auch in Deutschland. Das Pflaster sieht eigentlich wie künstliche Haut aus, ist mit einer speziellen Wundheilsalbe bestückt, klebt gut, sehr anschmiegsam, stört überhaupt nicht und bleibt solange auf den offenen Blasen, bis es sich von selbst löst, dauert meist 3 bis 4 Tage. Und es hält sogar das Duschen aus.
    Alles GUTE!!!

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  5. Brigitte permalink
    Januar 16, 2013 5:08 pm

    Stimmt, Vallartina hat recht: so ein Pflaster habe ich auch nach Wanderungen griffbereit. Allerdings sind die nicht für RIESEN-Blasen geeignet.
    Hast du also den Kollegen die Bielmann-Pirouette-andersrum gezeigt, Respekt meine Liebe!
    Tja, bleibt nur noch, Dir ein ermutigendes „Bleib auf der Strasse“ (alter Motorradfahrergruß) zuzurufen und weiterhin gute Besserung für die Füsse.

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    • Januar 16, 2013 6:51 pm

      Hallo Ihr Zwei! Ja, das Pflaster kenne ich, hätte ich mir prophylaktisch auf die Hacken kleben sollen. Da aber dann alles weg war, also auch die Blase, hätte es in dem Fall nicht mehr geholfen. Nuja, beinm nächsten Mal…

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  6. Januar 16, 2013 5:57 pm

    Ach, du liebes Bisschen! Du Ärmste! 😕 Ich wünsche dir alsbaldige Genesung, neue Füße ohne Aua – und sei bitte, bitte beim Fahrrad fahren sehr, sehr vorsichtig!

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  7. Januar 16, 2013 6:53 pm

    @all Heute habe ich das Radfahren überlebt. Trotz Schneefall, ungeräumten Radwegen und Autofahrern, die ohne nach links und rechts zu gucken, die Autotür öffneten. Gut, die Autotüren habe ich sicher überlebt, weil ich so verdammt langsam gefahren bin 😀

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