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Drei Frauen, eine Prinzessin und 18 Liter Wasser

November 26, 2012

Wir sind am Freitag also auf die Hütte gefahren.

Die Hütte, das ist eine zur Wanderherberge umgebaute Scheune. Bietet ca 32 Leuten bequem Platz, wenn sie zusammen rücken, passen 40 rein, ich war da aber auch schon, wenn mehr als 70 sich dort stapelten.

Die Hütte gehört dem kleinen familiären Kletterverein, in dem meine Kinder groß geworden sind. 1976 begann der Umbau der Scheune, seit 1978 kann sie regelmäßig für Übernachtungen genutzt werden. Ich kam viel später dazu, als das Große Kind noch klein war und der Verein zum Sächsischen Bergsteigerbund gehörte. Seit mehr als 10 Jahren gehören wir zum DAV, doch wir sind keine dieser großen anonymen Sektionen und unsere Hütte ist auch keine offizielle DAV-Wanderhütte.

Wenn wir also auf die Hütte fahren, dann in die Sächsische Schweiz, irgendwo an den Elbwiesen zwischen Rathen und Strand.

Das Große Kind hatte die Idee, war sie doch in diesem Jahr überhaupt noch nicht dort. Und der Totensonntag sei doch ein schöner Anlass. Und weil das Kleine Kind und ich in diesem Jahr auch nicht die rechte Zeit gefunden hatten, „auf die Hütte“ zu fahren, hielten wir das auch für eine Super-Idee.

Etwas irritiert war ich, weil sich außer uns niemand ins Fahrtenbuch eingetragen hatte. Aber da ich die website unserer kleinen Klettergemeinschaft pflege und betreue, weiß ich, dass sich manche mit dem Internet recht schwer tun oder zu faul sind oder dass mit der Versicherung (neumodscher Graam) nicht so ernst nehmen. Schließlich liegt auf der Hütte ja eh noch ein Fahrtenbuch.

Wir sind als am Freitag kurz nach 1 los gefahren. Das Große und das Kleine Kind, die Prinzessin und ich. Des Großen Kindes Freund wollte uns am Samstag folgen.

In Pirna haben wir noch mal eingekauft, als wollten wir überwintern, eine halbe Stunde später waren wir da.

Aufschließen. Heizen. Das ist eine Selbstversorgerhütte, die also die Woche über unbeheizt rum steht und ziemlich auskühlt. Es dauert eigentlich auch mindestens eine Nachmittag und eine Nacht, eh sie wirklich warm ist. Aber wenn man einen der Tische an die Ofenbank zieht…

Kaffee kochen. Kein Wasser. Ja, da musst Du unten an dem Hahn… Kein Wasser.

Im Flur hängt ein Plan, wie das Wasser abzuschalten ist, in der kalten Jahreszeit. Die Liste müssen wir nur rückwärts abarbeiten… Aber das kann nicht sein. Der Plan ist mindesten 15 Jahre alt. Da wurde doch inzwischen so viel gebaut und verbessert. Man muss da ganz sicher in keinen Schacht mehr runter steigen und wo ist eigentlich dieser Schuppen neben der Garage und.. Hä? Maulschlüssel?

Wir telefonieren ein bisschen rum. Die Liste stimmt.

Nö, dazu haben wir jetzt keine Lust. Bzw. haben wir ein bisschen Angst vorm „Wasser abdrehen“ am Sonntag. Wenn wir da irgend was falsch machen und die Rohre einfrieren und „die“ dann Sylvester ohne Wasser da sitzen, dann hassen uns alle! Also mindestens 50-70 Leute.

Nö, da warten wir lieber. Kommt sicher noch jemand. Nur eben erst später. Wenn der oder die nach Feierabend los fahren, vielleicht so gegen 22:00 Uhr.

Bis dahin… Ich fahre nach Königstein und kaufe 18 Liter stilles Wasser. Das reicht für den Kaffee und zum Essen kochen und Aufwaschen . Pullern können wir auf den Elbwiesen. Ist ja niemand da, der uns sehen könnte.

Als gegen 11 immer noch niemand da ist, zerren wir uns ein paar Matratzen in den leidlich warmen Aufenthaltsraum, schicken dem Freund des Großen Kindes eine SMS und beschließen, am Samstag wieder heim zu fahren.

Doch am Samstag, als wir grad beim Frühstück sind, hören wir draußen Autotüren zuschlagen. Und einer von denen, die das Auto ausspuckt, weiß sogar, wie das Wasser eingeschaltet wird.

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6 Kommentare leave one →
  1. November 26, 2012 9:05 pm

    Liest sich irgendwie abenteuerlich…

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  2. November 26, 2012 9:49 pm

    Klasse, ich will auch mal richtig in die säxische Schweiz zum fotografieren – ich habs bis jetzt immer nur zu den Vietnamesen nach Hrensko geschafft und dann zum essen und schlafen in die Pension Lugano…
    Und ja, ich habe das Jäckchen der Prinzessin wieder erkannt 😉

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  3. November 27, 2012 4:13 pm

    Das sieht richtig entspannend aus! Ich will ja schon seit langem mal in die Sächsische Schweiz zum Wandern, aber wie das so ist, man schiebt es vor sich her und schwubbs, wohnt man auf der anderen Seite des Atlantiks. 🙂 Aber nächstes Jahr klappt es bestimmt und dann weiß ich ja, an wen ich mich mit Fragen wenden kann 😉

    Die kleine Prinzessin ist ja mächtig gewachsen. Wahnsinn, wie schnell das geht.

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  4. November 28, 2012 12:33 am

    Ist ja richtiger Adventure-Urlaub! 🙂

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