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Allein im Zoo

Mai 11, 2015

Ich war im Zoo. Über 6 Stunden. Allein.

Ich besitze nämlich seit einer reichlichen Woche eine Jahreskarte. Gut, die habe ich erworben, um mit der Prinzessin und so. Schnell mal nach der Kita. Oder am Wochenende. Oder wenns regnet (Gondwanaland) Und überhaupt.

Aber nur, weil ich mir die Jahreskarte gekauft habe, um mit der Prinzessin in den Zoo zu gehen, heißt das ja nicht, dass ich das nicht auch ohne darf. Zum Beispiel, wenn die Prinzessin im Urlaub ist. Ganz weit weg.

Gründe für den Besuch gabs genug. Erstens war das Wetter wieder besser als angekündigt, für eine Radtour aber zu windig, zweitens hat nämlich die Lippenbärenmama am Freitag im Fernsehen ganz wunderbar eins ihrer zwei Kinder Huckepack getragen. Das wollte ich mir gern selbst und live ansehen.  Und drittens, ich habe ja eine Jahreskarte.

Die Lippenbärenmama hat mir auch den Gefallen getan und ist vor mir hin und her gelaufen, statt sich hinter irgendwelchen Büschen zu tarnen. Ich sagte es ja schon mal: artgerechte Haltung ist ja sehr schön für die Tiere, sorgt aber dafür, dass man dieselben selten zu Gesicht kriegt. Löwe und Tiger lagen sowieso die ganze Zeit nur rum. Immerhin, der Löwe hat zwei Mal den Platz gewechselt. Leider immer, wenn ich grad woanders gucken war. Drei Mal bin ich hin gerannt in der Hoffnung, das Mähnentier in Bewegung zu sehen. Und die Wege sind lang geworden im Zoo. Da kann man nicht mehr mal schnell von den Giraffen rüber schnipsen zum Löwen.

Manche Wege waren wegen Bauereien sowieso gesperrt und der Zooplan evtl. nicht mehr ganz aktuell. So bin ich zwei Mal durchs Pongoland, nur weil ich eigentlich Känguruhs sehen wollte (die sich dann hinter Büschen versteckt haben). Und zwei Mal bin ich durch eine neue Anlage gelaufen, wo sich die Tiere noch in der Eingewöhnungsphase befinden. Das heißt: Die Anlage war komplett leer. Dafür riesengroß. Sehr schön, aber riesengroß. Durch die „Felsen“ habe ich immer den Weg gesehen, auf den ich wollte. Nur ich kam eben nicht hin.

Ich musste auch zwei Mal bei den Elefanten vorbei. Ich glaube, weil ich wieder mal zum Löwen wollte. Eigentlich bin ich ja gern bei den Dickhäutern, aber eben nicht, wenn ich Löwe gucken will. Bei dem bin ich dann am Ende sogar über ne halbe Stunde sitzen geblieben. Einmal hat er den Kopf gehoben. Für exakt zwei Sekunden.

Ich habe sehr viele Babies gesehen, also außer den Lippenbären. Ich habe beim Füttern zugeguckt und mich selber füttern lassen. Allerdings ist die Gastronomie zwar sehr teuer und gibt sich klangvolle Namen, nur wenn ich da schon mal 10 Minuten warten muss, eh mich ein Kellner bemerkt, der mir dann zunickt und doch wieder verschwindet, ich mir die Karte dann vom Nachbartisch erbetteln muss, vergeht mir fast ein bisschen der Appetit. Lecker wars dann allerdings, keine Frage. Ich hätte mich natürlich auch mit ner Bratwurst begnügen können, aber ehrlich, woraus ist die im Zoo, dass die diesen Preis rechtfertigt?

Aber gut, ich war nicht zum Essen da.

Sehr viele Kinder waren da. Aber wenn man selber keins im Schlepptau hat, stören die kein bisschen. Die Kinder waren natürlich mit Eltern da. Und so kam ich in die Gelegenheit, einem kleinen Mädchen bei der Suche nach denselben zu helfen. Ich frage mich allerdings immer noch, was sich die 4-5 Erwachsenen dachten, die regungslos an dem kleinen nach der Mama schreienden Unglück vorbei liefen.

Nuja. Ich habe, wie Sie sich denken können, unmöglich viele Fotos gemacht.So knapp 400. Hätten sich Tiger und Löwe gezeigt, wärens sicher noch mehr geworden. Aber keine Angst, die müssen Sie nicht alle gucken. Und heute sowieso nicht. Die kommen häppchenweise.

Den kleinen Panda zeige ich Ihnen aber heute schon. Der hat sich zwar auch versteckt, so gut es ging, aber eben nicht genug. Und ein paar von den ollen Gehegen. Die, wo man Tiere noch gut gucken konnte. Sie werden mir Recht geben, da ist es doch besser, wenn man Löwe und Tiger manchmal nicht zu Gesicht kriegt. Oder nur ein bißchen. Oder von hinten.

Wie immre: Wer genau gucken will, klickt aufs Bild

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6 Kommentare leave one →
  1. Mai 11, 2015 8:50 pm

    Euer Zoo ist wirklich schön. Wir waren ja mit dem Tantchen dort auch schon unterwegs.
    Und Viehschergucken hat ja auch was meditatives, nicht wahr?
    Über den Streik wegen falscher Tapete habe ich herzlich gelacht.

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    • Mai 12, 2015 8:10 am

      Ja, das muss man den Leipziger „Zooleuten“ lassen. Humor haben sie und ertragen gewisse Unannehmlichkeiten auch mit diesem

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  2. Mai 12, 2015 8:22 am

    Ich glaube, beim nächsten mal gehe ich auch ohne Kinder. Die haben nämlich nicht die Geduld 30 min zu warten, bis der Bär sich bewegt – insbes. wenn sie Hunger haben.
    Wobei: bei den Erdmännchen haben sie lange ausgehalten. Aber da tat sich auch was.
    Ansonsten liebe ich den Leipziger Zoo!

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  3. Mai 12, 2015 3:52 pm

    schön! und sehr schön beschrieben 🙂

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  4. Mai 17, 2015 1:30 am

    Schöne Fotos. Den kleinen Panda hätte ich gar nicht als solchen erkannt, das sieht mehr aus wie eine Mischung aus Bär und Fuchs. Äußerst knuddelwürdig.

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