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Schnelle Kisten

Mai 9, 2015

Ich habe nachgerechnet. Demnach fand das erste Seifenkistenrennen der nato 1992 statt. Ich war schwanger und – vermutlich – als Zuschauer dort. Wer weiß das schon noch. Ganz sicher war ich in den späteren Jahren dabei. Denn ich kann mich noch gut an sehr tollkühne Kisten, die Unmöglichkeit, manche dieser in der Todeskurve zum Stehen zu bringen oder auch nur dazu, eben die Kurve zu nehmen, zur Seite springende Zuschauer und viel Gaudi erinnern. Natürlich waren es damals noch nicht so viele Zuschauer.

Wie alles, was in die Zeit passt und Spaß macht, ist auch der Prix de Tacot, wie das Rennen heißt, gewachsen. Vor Jahren war ich mal mit Freunden da, da waren die Kinder noch klein bzw. Teenager, und wir erschraken uns ob der Massen.

Trotzdem.

Jetzt bin ich Oma und wenn ich auch Menschenmassen nicht mag, die Prinzessin hätte sicher Spaß. Ist ja jetzt auch alles sicherer. In der Todeskurve schützt eine Absperrung die Zuschauer, die Kisten selbst müssen einen Bremstest bestehen, irgendwo unterwegs müssen sie gar halten, damit sie nicht zu schnell werden, denn bei der abschließenden Abfahrt starten die Dinger oben auf dem Fockeberg.

Also, letzten Sonntag, 3. Mai, auf zum Spektakel.

24. Prix de Tacot

Leider wurde die Prinzessin am Vormittag wegen Fieber abgemeldet.

Hm.

Gehe ich eben ohne Begleitung.

Dafür habe ich dann das ganze, also fast, Event miterlebt. Von der Vorstellung der Karren inkl. Bremstest mit ziemlich öden Moderatoren (Humor ist eine Gabe, die kann man nicht erzwingen) über den Start bergauf !!!!!,

das Einzelzeitfahren auf dem Berg, die Ingenieursliga und natürlich der Abfahrt. Die Siegerehrung habe ich mir dann gespart. Die zieht sich erfahrungsgemäß. Und wurde wieder vom drögen Moderatorenpaar in der Fockestraße kommentiert.

 

Oben, auf dem Berg, moderierte auch ein Paar. Die waren etwas besser, jedenfalls der Mann.

Aber nu, ich war ja nicht wegen der Moderatoren da.

Erstaunlicherweise hat mir diesmal das bergauf ziehen und das Einzelzeitfahren am besten gefallen. Das eigentliche Highlight, die Abfahrt, litt sicher unter der verringerten Geschwindigkeit, vor allem aber daran, dass tatsächlich Seifenkisten unterwegs war. Tendenziell fahruntüchtige, dafür aber sehr kreativ gestaltete Kisten, waren eher rar gesät. Schade, machten die doch früher den ganzen Spaß aus. Ein Zuschauer formulierte es so: „Selten so wenig Spaß gehabt“. Gut, so drastisch würde ich es nicht sehen. Das Einzelzeitfahren war echt Klasse. Und hier konnte auch mit Spaß gepunktet werden. Die Olsenbande zum Beispiel hielt genau vor meinen Füßen, rannte zur Tribüne, knackte den Tresor, kam zurück und fuhr weiter. Dass es auch anderen mehr um den Spaß als den Sieg ging, bewiesen sie, als sie die Moderatorin mitfahren ließen. Als zusätzliches Gepäckstück quasi, das ja um den Berg geschoben werden musste.

Und das es bergab nicht mehr so spektakulär zuging…

Ich hörte, es seien 10000 Zuschauer dagewesen. Bei solchen Massen kann niemand mehr erwarten, dass alle rechtzeitig zur Seite springen, wenn ein Gefährt die Spur verlässt. Ganz davon abgesehen, dass viel mit Kind und allem Zubehör da waren und es schon deshalb dementsprechend schwierig war, die Rennstrecke einigermaßen frei zu halten.

Das Seifenkistenrennen hat sich verändert, keine Frage, wie sich eben alles verändert. Spaß macht es trotzdem nach wie vor. Und ganz im Gegensatz zu anderen ähnlich gleich alten Veranstaltungen spürt man nichts von Kommerzialisierung.

Für die vielen Bilder entschuldige ich mich. Sie müssen Sie sich ja nicht angucken. Falls Sie doch wollen, gilt wie immer: Drauf klicken = groß gucken

 

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6 Kommentare leave one →
  1. Mai 9, 2015 12:59 pm

    Ich erfreue mich sehr an den vielen Bildern. 😀 Das scheint eine echte Gaudi zu sein, nächstes Jahr würde ich mir das sehr gerne einmal live ansehen. 😉

    Gefällt 1 Person

  2. Mai 10, 2015 7:37 am

    Schade, ich wollte hin und konnte dann nicht. Egal, es wird wieder ein Seifenkistenrennen geben.
    Danke für deinen Bericht und die Fotos.
    Gruß von der Gudrun

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  3. Mai 10, 2015 10:23 am

    Doch doch doch – alle angeguggt – und mit viel Freude und öfter auch mal mit schallendem Gelächter.
    Vielen Dank dafür!!!

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  4. Mai 17, 2015 1:40 am

    Einige der Konstrukte sehen wirklich lebensgefährlich aus, da würde ich mich nur mit Lederpanzer und Integralhelm reinsetzen. Ganz besonders die 62, die sieht nicht mal lenkbar aus, dann doch lieber die Rennpappe auf dem letzten Foto.

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  5. Mai 18, 2015 7:51 pm

    So, Ihr Lieben. Ich war bissl im Stress. Die Gudrun weiß warum, Frau Tonari auch, dem Herrn Ärmel heule ich es vielleicht Pfingsten vor. Jedenfalls lese ich zwar alle Kommentare auf dem Schmardfone, aber zum Antworten komme ich dann oft nicht. Sorry. Sorry. Sorry.
    Ich finde, die Kisten machten einen sehr sicheren Eindruck. Immerhin ist nur eine kaputt gegangen und KEINE aus der Bahn geflogen. Das sah früher schon mal anders aus. Spaß, Spaß macht es aber trotzdem. Und nächstes Jahr, da ist die Prinzessin nicht krank, da gehen wir wieder hin

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