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Wir bleiben jung. Für immer

März 8, 2015

Ich habs gemacht wie alle anderen. Oder die meisten. So ab 40 vielleicht? Denn mit Mitte 30, das weiß ich genau, störte mich die eine graue Strähne nicht. Ich weiß noch genau, wie ein Freund mich danach fragte und ich antwortete: Nö. Ich färbe nicht. Ich stehe zu meinem Alter.

Ich fand mich mit meiner Antwort unheimlich cool. Der Freund auch.

Mit Mitte 30 sieht die Welt offenbar anders aus, als mit über 40. Man fühlt sich noch jung und ist es auch (aus heutiger Sicht betrachtet).

Und dann, fast unbemerkt, vor allem, wenn man die Jahre vorher immer für jünger gehalten wurde, was ja nur in der Lebensspanne zwischen 14 und 25 nervig ist, verändert sich die Einstellung. Frau will weiter für jünger gehalten werden. Wenigstens nicht für alter. Nein, eigentlich für jünger. Frau färbt nicht nur die Haare, manche geht auch, was sie bis 40 nie tat, zur Kosmetik. Ich habe Freundinnen, die machen plötzlich Sport. Und zwar so exzessiv, dass einer schon ein bisschen Angst und Bange werden kann. Wobei, das mit dem Sport, das befällt auch DIE Herren der Schöpfung, die bis so um das 40. Lebensjahr herum nur Couch- und Biertischsport kannten. Das ist kein weibliches Phänomen. Ich denke, auch Kosmetik ist eher bei meinen Geschlechtsgenossinnen gefragt. Wie es ums Haare färben steht? Wohl auch eher bei den Frauen verbreitet. Zumal viele Männer ja nix mehr zum Färben haben.

Im Übrigen aber, denke ich, ist der Jugendwahn bei Männern und Frauen gleich stark verbreitet.

50? Püh. Ich fühl mich wie 20. Also haltet mich gefälligst auch für höchstens 35.

Geht mir ja auch so.

Trotzdem habe ich jetzt beschlossen, nicht mehr zu färben. Die Haare.

Das rief erstaunlich unterschiedliche Reaktionen hervor. Bei FRAUEN!

Eher entfernter Bekannte finden es cool, gerade im engsten Freundeskreis aber stoße ich damit auf Ablehnung. Gut, die Übergangsphase sieht ja auch Scheiße aus. Deshalb habe ich dann erst mal ganz, äh sagen wir mal, hellrot gefärbt, Kupfergold heißt die Farbe, für die die sich auskennen, so dass der Übergang von grau zu rot nicht ganz so krass auffällt.

Trotzdem.

Die Freundinnen, die mir am meisten vom „Rauswachsen lassen“ abraten, sind so alt wir ich, oder ein bißchen älter. Haben sie Angst, dass ich sie enttarne, wenn ich dereinst grauhaarig mit ihnen am Stammtisch sitze? Dabei leben die meisten in stabilen Beziehungen. Es kann also nicht, um es mal ganz böse zu formulieren, die Angst vor einem sinkenden Marktwert sein, die sie antreibt.

Ganz allgemeine Angst vorm Altern?

Ich wünsche allen Frauen zum heutigen Kampftag Mut und Kraft für ihren Alltag!

Und: Frauenquote ist gut und vielleicht wichtig, sie allein wird aber nicht zu echter Gleichberechtigung führen. Die müssen wir, wir Frauen uns erstreiten.

An jedem Tag. An jedem Ort.

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10 Kommentare leave one →
  1. März 8, 2015 10:40 am

    Oh. Mit dem Beitrag triffst Du gerade meinen Nerv. Gestern nämlich als ich wieder Stunden beim Frisör verbringen musste (und ich hasse es, zum Frisör zu gehen), um die Haare wieder kürzer und vor allem tönen zu lassen, beschloss ich auch, dass ich nicht beginnen werde zu färben. Tönen geht ja noch, aber färben? Nö, diese blöden Ansätze bespaßen und so. Nur Stress.
    Und wer ist ein absoluter Verfechter der Vertuschung nun mal vorhandener Tatsachen? Der Herr des tonarischen Hauses. Er „rät“, das allmählich mehr werdende Grau zu übertünchen. Nicht bei sich wohlgemerkt, sondern bei mir. Ich glaube, da stehen hier wohl noch ein paar Diskussionsrunden an. Wenn es denn soweit ist…

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  2. März 8, 2015 12:57 pm

    Ich färbe bestimmt schon 10 Jahre nicht mehr.
    Das Ergebnis der Haarqualität ist überzeugend.
    Mein Mann findet es schön, ich selbstverständlich auch.
    Und ja, einige Frauen in meiner Umgebung reagieren abweisend.
    Tue ich auch, wenn sie mit 45 immer noch Sternchenpullover tragen;-)

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  3. März 8, 2015 6:06 pm

    Einige Zeit habe ich mir in der Straßenbahn die Frisuren der Mitfahrerinnen angesehen und fand das mellierte gar nicht so schlecht. Meinen Haaren wird es gut tun, also lasse ich nicht mehr färben. Punkt. Und jetzt muss ich halt mal die Übergangszeit ertragen. 🙂

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  4. März 8, 2015 9:10 pm

    Eine Kollegin von mir kann es auch gar nicht fassen, dass ich nun zu meinen grauen Haaren stehe, und nicht mehr färben lassen will. Jeden Tag spricht sie mich darauf an, in jenem Tonfall, mit dem man an sich nur Schwerkranke bedauert. :mrgreen:

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  5. März 8, 2015 10:06 pm

    Gott sei Dank muss ich über so etwas nicht lange nachdenken *g* obwohl, ich könnte meinen Bart färben. *grübel* falls man Bärte überhaupt färben kann.

    Vielleicht in Kupfergold, dann geh ich zum Fasching als Erik der Wikinger 😀

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  6. März 9, 2015 1:09 am

    genauso ging es mir, ich hab mir meine naturfarbe wiedergeholt, stand so auf der packung. naja, war das ergebnis. ich hab´s nicht lange ausgehalten, immer dieses nachfärben oder -tönen! und war total erleichtert, daß frau auch ganz normal ergrauen kann.

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  7. März 9, 2015 7:32 am

    Ich war ja aml in der Branche tätig. Andere Produkte zwar aber auf den Messen standen die Kollegen von WellaSchwarzkopfwasweissich. Was die erzählten über glatzköpfige Frauen und Hautbeschädigungen… Ich hielts immer für das übliche Gerede zwischen den Verkaufsgesprächen. Aber als ich anfing drauf zu achten, ist es mir aufgefallen. Immer mehr ältere Frauen mit immer weniger Haaren auf den Köpfen. Alles kaputt von Dauerwellen, Farben und was sonst noch alles. Nicht zu reden, wie sich diese giftige Chemie anderweitig im Körper auswirkt.
    Und dafür muss man Geld ausgeben…

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    • März 10, 2015 2:02 am

      Definitiv, ich hab mir mit ner Dauerwelle die Haare ruiniert. Frag nich, war ne Jugendsünde und die Idee meiner derzeitigen Freundin, aber Fakt ist dass mir danach die Haare abgebrochen sind ohne Ende. Hab ich ganz schnell bereut.

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      • März 10, 2015 5:43 am

        Das ist gut möglich, feine oder dünne Haare und die Dauerwelle ist der sichere Weg zum Hubschrauberlandeplatz auf dem Kopf *g*

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