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Angst?

Januar 21, 2015

Ja die habe ich.

Nein, nicht vor den Salafisten und Islamisten und Terroranschlägen. So sehr sich die Medien auch mühen, mir weis zu machen, wie sehr wir in Gefahr sind.

Nein, so sehr die Medien und einige Politiker mit Pegida auch auf Kuschelkurs gehen – zwar sind da natürlich auch Hools dabei und Rechtsextreme und Kriminelle und Legida ist noch mal aggressiver als Pegida, aber die da mitrennen, sind ja besorgte Bürger aus der Mitte, mit denen muss man doch reden. Es ist wie immer, die Gefahr geht von den „Fremden“ aus, auch wenn natürlich im Moment immer wieder betont wird, dass natürlich nicht alle Muslime und so, die Rechten aber sind in der Unterzahl und eigentlich ja nur besorgt – nein, tut mir leid, mir machen DIE Angst.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, in Köln und Düsseldorf und München und Neuköln, hier, in Sachsen, wo man die Zugewanderten schon ein bisschen suchen muss, will man einen treffen, zieht das mit den Salafisten und Islamisten und Terroristen nicht so Recht. Hier habe ich Angst vor den Deutschen.

Nicht, dass ich mich denen nicht weiter entgegen stelle. Auch wenn es Morddrohungen gegen einen Herrn Bachmann oder wie der heißt, geben soll. Die übrigens recht günstig kommen, kann man doch seine Kräfte bündeln. In Leipzig. Dieser Scheiß liberalen Stadt. Denen kacken wir den Ring mal ordentlich voll.

Nein, ich habe mehr so Angst um die Kinder. Das eine zB., das kommt heute aus Dresden. Ich weiß nicht, wer da noch im Zug sitzen wird. Mit 100000 Leuten rechnet man in der Stadt. Islamophobe und Gegendemonstranten. Aus Dresden werden sicher nicht die besorgten Bürger aus der Mitte anreisen.

Ich habe versucht, meine Kinder so zu erziehen, dass sie ihre Meinung sagen, dazu stehen und sich nicht verstecken. Heute habe ich das eine gebeten, lieber nicht in den Zug zu steigen. Oder wenigstens ihr Plakat zu Hause zu lassen. Ich bin eben eine Mutterglucke.

Das ist schrecklich. Das nehme ich Euch übel. Pegida, Legida, wie Ihr Euch alle nennt. Ihr besorgten Bürger aus der Mitte. Die Ihr Angst vor dem Fremden habt. Und uns einzureden versucht, dass auch wir Angst haben müssen.

Ihr habt es geschafft. Ich habe Angst. Nur nicht vor dem Fremden.

Heute bitten die Nolegida – Organisatoren, lieber ohne Kinder, also die kleinen, zu kommen.

Soweit habt Ihr es also gebracht. Dafür gibt es keine Ausrede mehr. Kein, dass habe ich nicht gewusst, ich will doch nur gegen die Rentenpolitik demonstrieren. Wer solchen Rednern lauscht, wie sie heute hier erwartet werden, verdient keinen Dialog. Wer durch seine bloße Anwesenheit Angst erzeugt unter seinen Mitmenschen, verdient keinen Dialog. Dem kann man sich nur entgegen stellen.

Und das Kind kommt auch!

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7 Kommentare leave one →
  1. Januar 21, 2015 5:26 pm

    Ehrlich muss ich zugeben, dass ich froh bin, dass keines meiner Familienmitglieder in dieser Woche in Dresden oder Leipzig den Bahnhof benutzen musste.
    Das macht mir Angst.

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  2. Januar 21, 2015 7:10 pm

    seit einer stunde habe ich wieder internet nach 5 tagen ohne. ich bin nicht auf dem laufenden und muß erst recherchieren… ich drück euch die daumen, euch die ihr angst habt.
    hier macht mir inzwischen auch etwas angst. unsere „königin crsitina“ sollte schwer von einem richter belastet werden wegen einer geschichte von vor vielen jahren. (da muß ich auch erstmal nachlesen, was genau dort passierte). jedenfalls ist dieser richter 1 tag vor seiner belastenden aussage tot in seiner wohnung aufgefunden worden. selbstmord sagt man, wird aber nicht geglaubt…

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  3. Januar 21, 2015 8:33 pm

    Ich hab an dich gedacht den Abend bisher. Angst macht mir das auch. :/ Nicht nur die dummen Parolen, sondern auch die Aggressivität, zu der es sich hochschaukelt. Ich hoffe, ich trau mich am Montag auf die Gegendemo…

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  4. Januar 21, 2015 9:16 pm

    Ich bin in Gedanken ganz fest bei dir und Gudrun.

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  5. Gudrun permalink
    Januar 21, 2015 10:43 pm

    Ich habe zu Hause erstmal geheult.
    Ich weiß, dass wir viele dagegen waren, aber ich kann das Geschehen noch nicht verarbeiten und einschätzen. Ich war mit meiner Tochte spät dran, überall Absperrungen. Wir sind auf Schleichwegen am Bahnhof vorbei. Da öffneten sich „die Schleusen“ und da kamen sie auf uns zu. Ich bin dann mitten auf der Staße gelaufen und die Polizei machte sofort ihr Schafgitter für uns zwei auf. Ich habe sie gesehen, und gehört. Und ich hatte auch Angst. Trotzdem: Ich werde wieder auf die Straße gehen, wenn der Spuk weiter geht. Nur eine neue Bezugsgruppe brauche ich, denn meine Tochter muss jetzt erstmal 9 Wochen ganz in den Norden.
    Die Tränen hab ich abgewischt. Presseschau mache ich morgen.

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  6. Januar 22, 2015 10:16 am

    @ Gudrun und Inch. Danke, dass ihr dabei ward!

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