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Einem geschenkten Gaul

November 18, 2014

Guckt man nicht ins Maul, sagte man früher.
Ich aber habe mit Schenkungen an Fremde so meine eigenen Erfahrungen.
Schon als ich mich täglich von etwas trennte, was ich nicht brauche, nutzte ich Plattformen wie e.bay Kleinanzeigen und Das Schwarze Brett, um Menschen zu finden, die sich gern etwas schenken lassen wollten.
Jetzt, wenn ich etwas verkaufe, nutze ich auch beide Plattformen. Das ist lokal, die Neuerwerber können sich das zu veräußernde Teil angucken, wir sparen beide Versandgebühren und ich den Gang zum Postamt.
Klappt wunderbar.
So lange ich nur Geld haben will.
Ein bisschen anders sieht es aus, wenn ich was verschenke.
Schon damals wurde ich mit Anfragen von Interessenten überhäuft, doch der Auserwählte kam dann häufig nicht, den Geschenkartikel zu holen.
Und so auch jetzt. Das Kameragedöhns war innerhalb von drei Tagen verkauft, fürs Smartphone interessieren sich aktuell drei Leute.
Ein paar Rollen Raufasertapete, Tapetenleim und weiße Wandfarbe wollte ich eigentlich auch weiter verkaufen, da sah ich die Anzeige eines Menschen, der so was gern geschenkt haben wollte. Was soll‘s, dachte ich. Habe gestern einen Weg ausfallen lassen, den ich heute nachholen darf, um pünktlich zu Hause zu sein.
Die Geschenkartikel stehen immer noch rum.
Nun frage ich mich,  woran liegt das? Kaufen Leute lieber statt geschenkt zu kriegen?
Ich verstehe die Welt nicht wirklich.

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6 Kommentare leave one →
  1. Frau Doktor permalink
    November 18, 2014 11:33 am

    Ob da im Hinterstübchen noch immer spukt, was nichts kostet ist nichts wert? Aber ich verstehe so etwas eben auch nicht, sonst wollen viele ja vieles umsonst haben, nur eben nicht geschenkt, ist schon komisch.

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  2. November 18, 2014 6:05 pm

    … genau, die Leute glauben immernoch: was nüscht kostet, is och nüscht oder umsonst ist der Tod (und nichtmal der) oder viele glauben sich nach einem Geschenk irgendwie in deiner Schuld. Das Misstrauen regiert leider allerorten – zumindest in Deutschland. Man will ja niemanden was schuldig sein, stimmts? Ob dieses Gedankengut auch in anderen Ländern verbreitet ist??

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  3. November 18, 2014 7:09 pm

    Es ist ärgerlich, wenn man versetzt wird. Egal, ob man etwas zu verschenken hat oder etwas verkaufen möchte. Ärgerlich, weil einem Zeit geraubt wird. Und dies oft von Leuten, die kein Geld, aber Zeit genug zu haben scheinen.
    (Wir steigen hier seit Wochen über eine Kiste mit nagelneuen Boxen einer Musikanlage, die jemand uuuuuunbedingt haben wollte, aber es nicht schafft, sie abzuholen. Grrrr.)

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  4. November 18, 2014 9:31 pm

    Dabei möchte man bei der vielerorts herrschenden Geiz-ist-geil-Mentalität meinen, dass sich die Leute wie wild auf Geschenke stürzen würden…

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  5. November 19, 2014 9:22 am

    Wir leben in einer seltsamen Zeit: was viel kostet, ist viel wert. Was nichts kostet, ist nichts wert…
    (Den Elektrokurier schicke ich heute noch auf die Reise 😉 )

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