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Inch fährt Bus

November 3, 2014
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In die Ferne. Oder Fernbus
Ich hätte natürlich schon längst mal nach Dresden fahren können. Oder nach Berlin. Aber irgendwie traute ich den Fernbussen nicht. Also den Bussen selbst schon. Irgendwie. Aber Pünktlichkeit? Komfort? Nach dem ich letztes Jahr quer durch die USA gefahren bin, hatte ich ja diesbezüglich Vorerfahrungen, negativ wie positiv.
Als ich aber nun zum ersten Mal und über ein langes Wochenende (jaja, in Sachsen ist am 31.10. nicht Halloween, sondern Reformationstag, auch wenn das die meisten unter 20jährigen nicht wissen und sich möglicherweise glücklich schätzen, in Sachsen zu leben, weil es das einzige Bundesland ist oder eins von zweien, wo Halloween Feiertag ist) mich endlich aufraffte und nun aber auch mal nach Hamburg wollte und ich mich auch schon lange bei Zaphod angemeldet hatte, erschreckten mich die Bahnpreise so sehr, dass ich verwirrt nach Busrouten suchte.
Es scheinen sehr viele Leipziger das Bedürfnis zu haben, nach Hamburg zu fahren, oder umgekehrt, denn die Auswahl an Bussen ist fast größer als an Zügen.
Ich wählte Flixbus. Einfach, weil es von der Zeit her am besten passte. Also sind meine Erfahrungen mit dieser Busgesellschaft so zufällig wie sie wahrscheinlich und möglicherweise auf die anderen übertragbar sind.
Was soll ich sagen? Die Fahrt Leipzig –Hamburg dauert, wenn alles wunschgemäß klappt, fünf und eine halbe Stunde. In Greyhound-Bussen waren wir zugegebenermaßen länger unterwegs, aber auch fünf und eine halbe Stunde können verdammt lang sein, vor allem, wenn man nach 3 Stunden eigentlich schon nicht mehr weiß, wie man sitzen soll. Dabei wurde das Unwohlsein in Richtung Hamburg noch hinaus gezögert, weil gleich in Halle, also nach 45 min Fahrzeit, eine halbstündige Rauch- und Beinvertretungspause eingelegt wurde. Auf dem Rückweg gabs den ersten Stopp in Braunschweig, nach 2,5 Stunden. Und dieser Stopp war auch nur kurz und diente lediglich dem Aus-und Einladen der Fahrgäste. In Braunschweig hatte ich schon alle möglichen Schlafpositionen ausprobiert – ich habe dann doch lieber das Navi über dem Frontfenster beobachtet und ein bisschen Geografie gelernt. Nein, liebe Fernbusbetreiber, macht mal eine Dienstreise und guckt Euch die Greyhoundbusse an, die, die quer durchs Amiland fahren.
Aber ich will nicht nur meckern. Zwar gab es auf jeder Strecke, sowohl nach Hamburg als auch zurück, Verspätungen, aber die hielten sich mit 20-30 min in Grenzen und waren durchweg den Staus und Baustellen auf der Autobahn geschuldet. In den USA dagegen kamen die Busse auf 3 Stunden Verspätung und mehr, ganz ohne Stau. denn den einzigen erlebten wir, als wir im Auto eines Bekannten saßen und der war dann auch entsprechend aufgeregt, denn Staus auf den Highway, so im Niemandsland, gibt es da nicht. Auf der Rückfahrt suchte der Beifahrer auch ständig nach Alternativrouten und zwischen Ülzen und Bernburg beobachtete ich fasziniert, wie sich der rote Pfeil auf dem Monitor über Niemandsland bewegte. W-Lan hat auch wunderbar funktioniert und viel besser als in manchem Greyhound, auf der Rückfahrt gabs sogar in jeder Sitzreihe Steckdosen. Dass ich mein Ladekabel im Gepäck verstaut hatte, da kann ja die Busgesellschaft nix für.
Fazit: Fernbusse sind eine gute, preisgünstige Alternative zur Bahn, man muss sich nur ein bisschen vorbereiten und zum Beispiel ein Kissen mitnehmen, so ein kleines, oder eine Nackenrolle. Das Ladekabel sollte man im Handgepäck haben und Unpünktlichkeiten ist man ja von der Bahn gewöhnt.
Es gibt Snacks und Getränke an Bord, die ich aber nicht ausprobiert habe. Auch zu den Toiletten kann ich nichts sagen. Die habe ich, genau wie seinerzeit im Amiland, vermieden. Kann aber nicht so schlimm gewesen sein, denn die Mitreisenden nutzten die rege.

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9 Kommentare leave one →
  1. November 3, 2014 6:36 pm

    Mit Flix-Bus bin ich auch schon mal gereist, von München nach St. Gallen. Früher bin ich entschiedene Gegnerin von Busreisen gewesen, mittlerweile würde ich zehnmal lieber mit dem Fernbus als mit Bahn oder Auto fahren.

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  2. November 3, 2014 7:44 pm

    Ach ja, der Greyhound. Den hatten wir ja auch zwischen NYC und Washington. Sio aus Neugier nach deinen Amilandberichten. Und es war toll. Pünktlich. Sauber. Unaufgeregt und extrem preiswert.
    Das Tantchen reiste neulich mit dem Fernbus zwischen Liepzig und Berlin. Auf der Hinfahrt war alles im grünen Bereich. Zurück dann wegen einer Autobahnvollsperrung in 7!!! Stunden. Grrrr. (Leider ist der Interconnex demnächst nicht mehr auf der Schiene. Letzte Fahrt am 13.12.14.)

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    • November 5, 2014 7:27 am

      Na gut, gegen Autobahnvollsperrung kann man nichts machen. Und in den USA waren die Busse im Osten pünktlicher, das stimmt schon, aber im Westen… Trotzdem oder gerade wegen solcher Vollsperrungen, bequemer könnten die in Deutschland schon sein.

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  3. November 3, 2014 8:56 pm

    …ich erhole mich gerade von der 36 Stunden Fahrt von Albanien nach Bembelstadt.
    Wissenswerte, erschütternde und auch lustige Sätze dazu werden folgen wenn sich der Herr Ärmel wieder berappelt hat… 😉

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    • November 3, 2014 9:01 pm

      Uuaah. 36 Stunden. Aber doch nicht Bus, oder? Du liebe Güte

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      • November 3, 2014 9:16 pm

        Samstag 11:30 ab Albanien bis Sonntag 0:08 in Bembelstadt.
        Für mich, der ich manches erlebe und zu sehen bekomme eine Lektion ganz besonderer Art…

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  4. November 4, 2014 10:56 pm

    Von den 3 Stunden Hamburg – Berlin hatte ich nach ein paar Jahren die Nase so voll, dass ich auf ICE umgestiegen bin. 40 DM Differenz und halbe Fahrzeit. Das ging aber auch nur unter Ausnutzung aller Vorteile, Frühbuchersparblabla und so.
    Heute scheinen mir Busse tatsächlich wieder eine Alternative zu sein. Erst recht wenn sie W-Lan an Bord haben *gg*

    Aber 36 Stunden? Nicht mal in meinen schlimmsten Träumen.

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    • November 5, 2014 7:30 am

      Also mich ängstigen 36 Stunden auch. Selbst wenn die Busse so bequem wie die Greyhounds sein sollten und genug Pausen eigelegt wurden. Beinvertretungs- Puller- und Raucherpausen. Warten wir mal Herrn Ärmels Bericht ab. Ich fürchte nur, so lang wie er sich erholt, die 36 Stunden waren so schrecklich wie wir uns das nicht mal in unseren schlimmsten Träumen vorstellen können.

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