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Der Herbst ist … laut

Oktober 30, 2014

21:00 Uhr, mir ist es viel zu warm in der Bude. Ich öffne das Fenster und hau mich wieder auf die Couch.
Doch was ist das für ein Krach da draußen? Kein Schnattern, eher so ein Jubeln wie bei einem Konzert. Konzert? Heute? Draußen? Nein, das singen Leute. Ganz viele Leute. Dann erinnere ich mich. Das sind Fangesänge. Fussball.fan.gesänge. Ach Du liebe Güte.
Als wir in den 70er Jahren zurück in die Stadt kamen, wohnten wir vielleicht 2 km Luftlinie vom Lokstadion entfernt. Da hätte man eigentlich nicht zum Spiel gehen brauchen, man hörte auch im Garten, wie es lief.
Später wohnte ich in einer WG gleich neben dem Zentralstadion. Da gabs zum Glück nur Länderspiele, aber dafür Sportfeste und anderes Gedöhns. Gegenüber Sportfesten und anderem Gedöhns waren mir Fußballspiele richtig lieb. Dauerte ja nur 2 Stunden der Krach.
Später, viel später, nämlich so um die WM herum, wohnte das Große Kind auch neben dem Zentralstadion. Also fast. Vier fünf Straßen weiter weg als damals, als sie noch das jüngste Mitglied der WG war. 2006, sagt sie, kam sie nicht nach Hause, wenn so ein Spiel vorbei war, weil sie keine Chance hatte gegen die ihr entgegen flutenden Menschenmassen.
So voll wird’s gestern nicht gewesen sein. Aber immerhin, dass ich Fußballspiele in meiner Wohnung höre, das hat es 2006 zum letzten Mal gegeben. Und alles wegen dieser merkwürdigen Brausemannschaft. Das ist ja doppelt ärgerlich. Ich schaue gleich mal im Netz. Da steht was von 0:1. Na bitte, durchhalten Aue. Doch der Jubel ist verdächtig. So viele Fans aus dem Erzgebirge können gar nicht angereist sein und nach Leipzig Zugezogene kommen grundsätzlich aus dem Westen.
Ich habe, während ich schreibe, schon wieder vergessen, wie der Endspielstand war, nur dass die Geldtruppe am Ende gewonnen hat, in der Verlängerung. Da hoffe ich mal auf die nächste Runde. Ich glaube, da kommen die Wolfsburger. Wenn ich mich recht erinnere. Sonst gucke ich ja nie den Sportteil im Frühstücksfernsehen.
Ich meine, nicht dass ich gegen die Brausetruppe bin oder gar Fußball. Aber nach einem Sommer quasi im Freibad habe ich mir Ruhe im Herbst und Winter verdient. Finde ich. Jedenfalls spätestens ab dann, wenn die da unten mit Laub wegpusten und einsaugen fertig sind. Das machen die nämlich auch immer abends.

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6 Kommentare leave one →
  1. Oktober 30, 2014 10:25 am

    Ich komme aus Rhein-Main-Lummerland – da hat zwischen dem 11.11. und Aschermittwoch eine Gruppe Menschen Sonderrechte, die bei anderen Menschen zu anderen Jahreszeiten klar in ein Landeskrankenhaus führen würden 😉
    Ich kann deinen Beitrag gut nachvollziehen

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  2. Oktober 30, 2014 10:57 am

    Laubsaugen am Abend ist doch nett, hier dröhnt der schon seit zwei Stunden ohne Unterlass, da braucht man keinen Wecker *g*.

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  3. Oktober 30, 2014 1:43 pm

    Ich habe eine sehr laute In-Kneipe ganz in der Nähe, es herrscht beinahe jede Nacht bis zwei, drei, vier Uhr morgens ein manchmal schier unerträglicher Radau. Polizei rufen nutzt nix, die werden vom Wirt mittlerweile freundlich lächelnd mit Handschlag und Schulterklopfen begrüßt, dann schwätzt man ganz gelassen ein kleines Weilchen, dann setzen sich die Ordnungshüter wieder in ihr Auto und brausen davon. Danach ist für eine knappe halbe Stunde Ruhe – und dann geht der Radau wieder ungebremst von vorne los…

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  4. Herr S-Bahnfahrer permalink
    November 1, 2014 12:22 am

    Seien Sie ruhig gegen die Brausetruppe, da tun sie ein gutes Werk. Na gut, als Lok-Fan seit 30 Jahren bin ich da nicht ganz unparteiisch…

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    • November 1, 2014 1:25 am

      Ha, ich freue mich immer, einen Lokfan zu treffen. Seit 30 Jahren? Da haben Sie ja die glorreichen UEFA-Cup Zeiten verpasst. Ich war damals bei jedem Heimspiel, als kleines Mädchen.

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      • Herr S-Bahnfahrer permalink
        November 1, 2014 10:43 pm

        Na ja, vor 30 Jahren war ich auch erst 12 da konnte ich auch nicht zu den Abendspielen anreisen(aus Altenburg!) Dafür hab ich die glorreiche 87er Saison mit dem legendären Bordeaux-Halbfinale komplett mitgenommen!

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