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Gucken oder lesen

Juni 8, 2014

Das Kleine Kind nutzt den heutigen Tag, um alte Freunde zu treffen, die Kleinfamilie ist am See und die meisten Freunde in der Fränkischen Schweiz.

Der perfekte Tag, um eine der Bänke vor der Parkbühne zu entern, zu lesen, Musik zu hören und Leute zu gucken.

Leute gucken ist natürlich nicht zu vergleichen mit dem Viktorianischen Picknick. Die Musik lockt anderes Publikum an.

Überhaupt die Musik. Entweder werde ich alt, oder die Bands immer schlechter. Fast scheint es, als habe die Qualität seit den Inchtabokatables von Jahr zu Jahr abgenommen.

Überhaupt die Inchties, sind deren 11 Jahre künstlerische Pause nicht langsam mal vorbei? Sind sie. Aber die hängen einfach noch ne Pause ran. Na prima.

Ich tue etwas, was ich sonst selten tue, ich schau mir das Programm im Vorfeld an. Es geht los mit Ost+Front? Ostfront? Was ist denn das für ein Name? Spinnen die? Dem WGT wird oft genug politische Un- Korrektness vorgeworfen und dann spielt eine Band mit so einem Namen? Das Plus kann doch wohl nicht Grund sein, den Namen für unbedenklich zu halten. Dabei spielte eines der Gründungsmitglieder vorher bei Tanzwut und Corvus Corax. Denen hätte ich jetzt mehr Grips zugetraut. Natürlich ist die Band, so sagt sie, nicht ein bißchen rechts und distanziert sich von rechtem Gedankengut. Aber was soll dann der Name?

Ich setze mich trotzdem auf die Bank vor der Parkbühne. Das übliche Publikum, das man bei sogenannten NDH- Bands erwarten darf. Doch erst mal lausche ich den Musikern von „Die Kammer“, die die Zeit bis zum Konzertbeginn nutzen, um sich selber dem Publikum im Park vorzustellen.

Und Ost+Front? Ich las, dass sie Rammstein kopieren, dass es sogar Lieder geben soll, die sich aus ganzen Passagen der imitierten Truppe zusammensetzen. Nur die Texte, die seien kein bißchen intelligent. Was ich höre, ist unglaublich. Ich habe noch nie jemanden erlebt, der so unverschämt im Sinne von schamlos geklaut hat. Manchmal glaube ich wirklich, jetzt covern sie Rammstein. Tun sie natürlich nicht. Und die Texte sind wirklich ziemlich hirnlos.

Vor der Sonne flüchte ich von der Bank auf ein Wiesenstück unter einem Baum. Viel auch nicht-schwarzes Volk sitzt hier, es wird gegrillt und gechillt. Die Musik wird auch bei den nächsten Bands nicht besser. Nur lauter.

Nuja, ich sollte zum WGT wirklich nicht mehr hierher kommen. Nicht bevor die Inchtabokatables ihre Pausen mal beendet haben. Die Sisters of Mercy werden sich sicher nicht hierher verirren. Und wenn doch, gäbs wahrscheinlich keine Parkbank mehr.

Zum Glück habe ich ja noch mein Buch. Da kann man die Musik fast weghören. Allerdings sehe ich da vorbei defilierende Leute immer zu spät. Also Lesen und Fotografieren geht wirklich nicht. Jedenfalls wenn die Auswahl phantasievoller Kostüme so gering ist.

Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Spaß beim Gucken.

Wie immer: Drauf klicken = groß gucken.

Und morgen gibt’s kein WGT mehr, versprochen.

 

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5 Kommentare leave one →
  1. Juni 9, 2014 8:08 am

    Und wieder klasse Fotos – vielen Dank für die Präsentation!

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  2. Juni 9, 2014 5:55 pm

    ich kann mich gar nicht sattsehen. hier ist es so idyllisch, da gefällt mir das pralle leben an pfingsten bei dir 🙂 die meisten mußten bestimmt ordentlich schwitzen in ihren schwarzen klamotten.

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    • Juni 11, 2014 7:49 am

      Oh ja, und dieses Jahr war es wirklich heiß. Ich habe mich und da Kind gefragt, warum die nicht ein 2. Outfit haben, so für sommerliche Hitze. Aber für sowas sind die Klamotten wohl zu teuer. Übrigens sind wir so diskutierend zum Patchouli gekommen und das Kleine Kind hat eine Theorie entwickelt, warum sich die Szene ausgerechnet für diesen widerlichen Geruch entschieden hat. Wahrscheinlich überdeckt es alle Gerüche, schlussfolgerte das Kind. Zum Beispiel Schweiß, Unmengen von Schweiß

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  3. Juni 9, 2014 8:47 pm

    Och, von mir aus kannste noch viele WGT-Posts online stellen. 😉

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  4. Juni 10, 2014 11:40 pm

    Alleine von den Motiven her wäre das Pflichtprogramm bei mir, ich find das super. Den Steampunkzirkus hier habe ich leider verpasst vor ein paar Wochen, aber nächstes Jahr muss ich da hin.
    Die Musik kann ich so lange ausblenden, schlimmer als auf dem CSD kanns kaum sein *g*

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