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Ein Wochenende

Mai 25, 2014

Das Wochenende beginnt, wie jeder weiß, am Freitag Abend. Hier ist zu schönes Wetter als dass man in der Wohnung sitzen sollte, also schnappe ich mir ein Buch und verfüge mich in den Park.

Es sind auffällig viele Menschen in Richtung Parkbühne unterwegs. Ein Konzert??? Ich lasse meine Stammbank links liegen und wackle ein paar Meter weiter. Am Rondell neben der Bühne ist genau noch eine Bank frei. Prima! Genau das Richtige. Die Wiesen zwischen mir und der Bühne und um mich herum sind voll mit Zuhörern. Natürlich gibt es auch viel zahlendes Publikum, dass Einlass in den Veranstaltungsort begehrt, aber hier draußen, das ist mal klar, hat man den Vorteil, grillen zu können. Und das Bier ist auch billiger.

Das Publikum, es sieht so als, als bereite man sich schon auf Pfingsten vor, ist also recht schwarz und gotisch angehaucht gekleidet, lässt auf prima Musik hoffen.

Ich hole mein Buch raus und beginne zu lesen.

5 Minuten später setzt sich ein Herr unverschämt nah zu mir auf die Bank.

Ach! Hallo! Was machst Du denn hier? Der ist auch da! Holt grad Bier.

Das war’s mit dem Lesen. Aber eigentlich ist es so viel schöner.

Und die Musik? Camouflage. Kennt die noch jemand? Nicht ganz mein Ding, aber als Hintergrundmusik erträglich.

Am Samstag dann muss ich mal schnell auf Arbeit. Wenn ich Glück habe, nur eine halbe Stunde. Habe ich eigentlich, wenn nur diese blöde Bench nicht ständig Alarm geben würde. Nu gut, 45 min sind auch nicht übel.

Am Nachmittag sitze ich dann und schaue Sport im Osten. Ich fasse es nicht. Aber das eine Mal muss sein. Schließlich habe ich gestern mit dem Kumpel über den Club, wie wir Lok hier nennen, diskutiert. Und darüber, wie wichtig das heutige Spiel ist.

Und heute Vormittag, da traf ich im Haus den Nachbarn. In blau- gelber Fan- Vollmontur. Wir haben ein bisschen geschwätzt und ich habe versprochen, die Daumen zu drücken. Ist ja Ehrensache.

Und nun schaue ich Sport im Osten.

Im Nachbarzimmer übt meine derzeitige Couchsurferin auf der Violine. So klassisches Zeug. Ziemlich gut. Sie nimmt an einem Ausscheid an der Musikhochschule teil und hat sich zu diesem Zwecke 12 Tage bei mir einquartiert.

Regionalliga Nord Ost. Konferenzschaltung zwischen den Spielen in Meuselwitz und Berlin.

Im Prinzip kann es noch jeden erwischen, aber für den Club stehen die Chancen, abzusteigen, wohl am höchsten. Nach eine verkorksten 1. Saisonhälfte und einer unglaublichen, leidenschaftlichen 2. Hälfte. Die Fans haben 10000 € gesammelt. Nichtabstiegsprämie! Denn der Verein selber ist ziemlich klamm. Was mich aber am meisten beeindruckt, ist, dass die Fans in dieser Saisonhälfte, wie der Reporter sagt, „nicht auffällig“ geworden sind. Das ist wirklich ein Zeichen, dass sich die Supporter ihrer Verantwortung gegenüber dem Club bewusst sind. 2000 sind nach Berlin gefahren. Leider können sie sich an diesem letzten Spieltag dann nicht ganz beherrschen. Es fliegt rauchendes Zeug auf den Platz. Hat auch nichts genützt. Zwar stehts am Ende 1:1, aber nur wenn Neustrelitz seine Relegationsspiele gewinnt und aufsteigt, wird die Lok auch im nächsten Jahr in der 4. Liga bleiben.

Am Abend dann Treffen mit einer Freundin aus Chicago. Die lebte ein paar Jahre in Leipzig, ging dann zurück, machte dann mit uns Urlaub in St. Petersburg und ist nun hier. Mit Mann und dessen erwachsener Tochter. Und weil die Amis, die armen Socken, nicht so viel Urlaub kriegen wie unsereins, sind sie im Prinzip nur diesen einen Tag da. Und natürlich sind sie ziemlich müde. 1. leiden sie noch etwas unterm Jetlag, 2. haben sie mittags schon 24 andere in Leipzig wohnende, vornehmlich englisch sprechende Freunde getroffen, 3. haben sie sich die halbe Stadt angesehen. Wird trotzdem ein netter Abend.

Und heute?

Wahlen. Arbeit (wieder mit spinnerter Bench) und dann Kaffeekränzchen bei der Kleinfamilie. Anlass war der gestrige Geburtstag des Freundes der Großen Tochter.

Ach ja, das habe ich am Wochenende auch noch gemacht: Die Socken fertig gestrickt, eingekauft, um das Geschenk zu komplettieren, Torte gebacken und Wäsche gewaschen.

Oh ja! Und ich habe Passfotos gemacht. An so einem Automaten. Für das Visum. Russland. Sie wissen schon.

So.

Jetzt Tatort.

 

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13 Kommentare leave one →
  1. Mai 25, 2014 9:23 pm

    Aber mit dem obigen Passfoto kommst du bei den Russen nicht durch 😉

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  2. Mai 26, 2014 9:30 am

    Mir ist ganz schwindlig geworden beim lesen deines Wochenendes. Ich hätte schon samstags abends nicht mehr gewusst, was ich seit freitags alles gemacht habe ~~~

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  3. Mai 26, 2014 3:58 pm

    nur gut, daß du eine kurze woche vor dir hast, da kannst du vielleicht ein wenig ausruhen!?

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  4. Mai 26, 2014 5:52 pm

    Ach Ihr zwei. Klang das so stressig? Ich fand das Wochenende eigentlich recht entspannend

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  5. Mai 26, 2014 9:05 pm

    Ich habe neulich mal wieder auf TV5Monde ein französisches Rugby-Spiel angeschaut. Verstanden hab‘ ich so gut wie nix, aber das hat’s ja auch nicht gebraucht. 😉
    Camouflage – irgendwie kann ich mich ganz, ganz dunkel an die erinnern…

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    • Mai 27, 2014 8:19 am

      Oh ja, Rugby! Der RC Leipzig hat am Sonntag sein Pokalviertelfinalspiel gewonnen. Aber da konnte ich leider nicht dabei sein, weil Familie nun wirklich vorgeht. Finde ich aber gut, wenn ich Leute animieren, Rugby zu gucken 😀 Und verstehen muss man da nicht viel. Die Regeln sind ja relativ einfach. Abseitsregeln dagegen gibt es so viele, da wunderts mich immer, dass die Refs die alle kennen 😉

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      • Mai 27, 2014 5:45 pm

        Rugby – Der grosse Sohn ist seit einer Woche Mitglied im hiesigen Rugby-Club. Wurde von einem Freund hingeschleppt und findet es klasse – so maennlich. Da wird offen geruelpst und im Freien hinter die Buesche gepinkelt. Und das in Amerika! Der Trainer ist Brite – originaler gehts also kaum. Am Wochenende sind Spiele. Seufz. Bisher haben die Kids Sportarten betrieben, wo ich wenigstens am Wochenende von der Rumfahrerei verschont geblieben bin. Mal sehen, wie ich damit klarkomme, mitanzusehen, wie sich der Sohn ohne Protektoren „pruegelt“. Das Sparring beim Taekwondo reicht mir eigentlich schon, und obwohl sie dabei dick eingepackt sind, hat irgendeiner immer eine Blessur…

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        • Mai 27, 2014 10:16 pm

          Ach, die prügeln sich doch nicht. Das sieht nur so aus.

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          • Mai 28, 2014 3:51 pm

            Naja, liebe Inch, er kam gestern nach einem Trainingsspiel mit einem halben Abdruck des Fussballschuhs (die Noppen waren wunderbar zu erkennen) auf dem Oberschenkel und einem schoenen, dunkelroten Kratzer am Oberarm nach Hause. Das sieht mir nicht nach Fake-Pruegeln aus, da geht es schon ordentlich zur Sache. Aber er war voellig aufgekratzt und fand es super. Na dann…

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  6. Mai 27, 2014 2:58 pm

    Im Pokalhalbfinale spielt der RC Leipzig übrigens gegen den RC Rottweil, am 14.06., in Leipzig. Vielleicht schaffst du’s dahin. Jedenfalls allemal besser als die LOK. Deren Fans (oder ein Teil davon) waren alles andere als unauffällig. Die attackieren sogar Handball-Fans (wahrscheinlich wegen der falschen Trikotfarbe) und haben tatsächlich eine ganze Straßenbahn überfallen – waren Chemie Fans drin. Wüste Schlägerei… LOK bleibt LOK. Schade…

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    • Mai 27, 2014 10:15 pm

      Ich habs schon gelesen… Scheint kein Rugbyjahr zu sein für mich, 2014. Am Halbfinalwochenende bin ich ehrenamtlich unterwegs. Und da der Termin schon seit November steht, komme ich aus der Nummer nicht raus. Aber wer weiß wozu das gut ist. Sonst war ich immer da und da war eher Schluss

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