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Ich hab noch einen Russen…

Mai 10, 2014

Die Kumpels wollten mit dem Fahrrad hin.

Mir erschien das suspekt. Klar, liegt am Pleißeradweg, ist man in 45 min da.

Aber zurück? Nachts? Durch den Wald? Mit minimalen Mengen Alkohol im Blut? Wo ich nachts eh nichts sehe. Schon gar nicht im Wald. Und erst recht nicht aufm Fahrrad.

Und außerdem, S-Bahn passte irgendwie besser. Schließlich sind wir da früher auch mit der S-Bahn hin. In die Centralhalle Gaschwitz. Zu Konzerten. Das sollte man schon aus Tradition dasselbe Gefährt nehmen, wenn man 30 Jahre später zum ersten Mal wieder hinfährt. Also zum Konzi.

Denn wie gesagt, jetzt führt der Pleißeradweg da lang, und wo früher die Centralhalle stand, ist heute Reuters Radlerhof. Da war ich natürlich schon öfter. Mit dem Rad. Saß im Freisitz und genoss die Sonne. Einmal blickte ich auch in den ehemaligen Saal, oder was davon übrig blieb, nämlich die Bühne.

Konzerte gabs da Jahrzehnte nicht mehr.

Bis gestern.

Auch sonst hat sich einiges geändert.

Ich steige nicht mehr in Connewitz ein und aus, sondern im Stadtzentrum. Im City-Tunnel, yeah.

Die Bahn ist neu und grün, das Personal freundlich und der Connewitzer Bahnhof sieht, so aus dem Zug betrachtet, immer noch nicht aufgeräumter aus als vor drei Jahren. Oh, nein, es gibt ein paar neue Fahrkartenautomaten und die Fußgängerbrücke sieht zumindest frisch gestrichen aus. Im Übrigen fürchte ich, kann man sich immer noch, nächtens, aus Gaschwitz kommend zum Beispiel, in der Tür vertun und im Graben landen statt auf dem Bahnsteig, falls es bei diesen neuen Zügen überhaupt noch möglich ist, auf der falschen Seite auszusteigen.

Und Gaschwitz, also der Bahnhof, sieht auch irgendwie zum Fürchten aus, ich sehe nicht mal einen Automaten. (Den gibt’s aber doch, wie ich auf der Rückfahrt feststellen darf).

Die Russian Doctors spielen also nicht in, sondern an der Centralhalle, weil die Halle ist Baustelle. Das Konzert findet im Zelt statt, oder soll, denn ich glaube es fehlt die Anlage. Dass die in Omsk steht, glaube ich zwar nicht, aber sie fehlt.

Nuja, lässt sich ja alles organisieren. Sind eh noch nicht so viele da.

Um Acht geht’s dann los und wirklich viel mehr Zuschauer sind nicht da. Vielleicht so 50? Es muss sich eben erst rumsprechen, dass man in Gaschwitz wieder Musik macht. Vorläufig nur bis 22:00 Uhr wegen der Anwohner, aber das kommt uns elderly people ja entgegen. Außerdem gings dann doch länger. Der Stimmung haben die wenigen Zuschauer nämlich nicht geschadet. Im Gegenteil, es war sozusagen ein sehr familiäres Konzert mit echter Interaktion zwischen den zwei Herren Doktoren und dem Publikum.

Das Lieblingslied des Abends war Karussell, es wurde gefordert, dass das noch ein 2. Mal gesungen wird.

Mein Lieblingslied des Abends war dagegen Der Rotarmist. „Ich habe noch einen Russen, ich hab noch einen Russen, ich hab noch einen Rotarmisten im Keller“

Und so sieht der Bahnhof in Gaschwitz aus:

 

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5 Kommentare leave one →
  1. Mai 10, 2014 4:46 pm

    Also bitte. 😉 Der Bahnhof Connewitz ist komplett neu, Brücke inklusive. Die geht jetzt endlich über alle Gleise. Neckischerweise haben sie sogar ein Stück der alten Bahnsteigsüberdachung an anderer Stelle wieder aufgebaut. Ansatzweise zu sehen hier http://nummervier.wordpress.com/2014/04/23/halt-2/

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    • Mai 11, 2014 1:43 pm

      Also, dann warst Du auf einem anderen Bahnhof. 😉 Oder liegts daran, dass Du ihn nur vom Zug aus gesehen hast?

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      • Mai 11, 2014 6:45 pm

        Nix Zug. Das Bild ist von der Bornaischen Straße aus fotografiert. Da hat man einen ziemlich guten Überblick 😀

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        • Mai 11, 2014 6:54 pm

          Ja aber der Bahnhof! Also die Gebäude! Also wenn ich das nächste Mal dort bin, gucke ich selber…

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          • Mai 11, 2014 7:05 pm

            Ach so. Das stimmt natürlich. Das Bahnhofsgebäude ist schlichtweg stillgelegt, die Unterführung ebenso. Alles ist jetzt darauf angelegt, ohne diese beiden Dinge auszukommen, deshalb auch die Brücke. Ansonsten: auf Connewitzer Seite komlett neue Bahnsteige, wegen der Anbindung an den Tunnel. Entsprechend auch neue Zugangswege. Der Bahnsteig auf Lößniger Seite ist ersatzlos weg, die neuen Gleise dort sind anscheinend eine reine Güterzuglinie.

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