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Mit Kind und Kegel

April 8, 2014

Ich dachte ja, der Name der Alm, auf der wir das Wochenende verbringen würden, ist Sophienhof. Und da Freunde gebucht haben, habe ich mich auch nicht groß gekümmert und wenn mich jemand fragte, wohin wir eigentlich fahren, konnte ich nur antworten: In den Harz.

Dann aber, kurz vor der Angst, musste ich mal nach dem Weg gucken und siehe da: Sophienhof ist der Name des Ortes, wo sich die anvisierte Ziegenalm befindet. Pünktlich als ich mich kundig machte, erfuhr ich mehr so nebenbei, dass das Kleine Kind etwas mit dem Magen hätte und „heute oder morgen“ ins Krankenhaus müsste.

Toll! Das Kind in Dresden im Krankenhaus, der Rest der Familie auf einer Ziegenalm im Harz. Wieso muss so etwas auch immer passieren, wenn ich nicht da bin? Oder das Kind in Spanien?

Doch noch bevor ich die Kleinfamilie ins Inchpapamobil lud, kam die entwarnende SMS, dass man wieder entlassen sei und am kommenden Mittwoch zur Magenspiegelung anzutreten habe. Wer Kinder so zwischen 17 und 27 hat, weiß, wie  Aufträge, Eltern über den Gesundheitszustand auf dem laufenden zu halten, befolgt werden. Genau. Gar nicht! Jedenfalls nicht aus freien Stücken. Immerhin, wann immer ich in den folgenden zwei Tagen nachfragte, erhielt ich eine Antwort. Eine knappe zwar, aber genug, um zu wissen: Das Kind lebt!

Vom Wohnort ist der Urlaubsort gut zu erreichen. Hinterm Park beginnt die Schnellstraße, dann auf der A38 bis in den Harz, dann immer die B4 entlang, dann einmal links durch den Wald, noch mal scharf rechts wieder durch Wald und schon ist Sophienhof erreicht.

Ein verschlafenes Nest, immerhin aber Schwerpunkt der Dorferneuerung, wie ich einem Schild entnahm. Vielleicht 20 Höfe, davon macht ein Viertel die Ziegenalm und dazu gehörige Ferienhäuser aus.

Da Kinder kriegen ja bekanntlich eine Epidemie ist, fortpflanzten sich eine erkleckliche Anzahl meiner Freunde just zur selben Zeit wie ich. Wahrscheinlich auch im selben Monat, denn gut die Hälfte der Früchte dieser Aktivitäten wurde im Februar geboren. So erlebte das Große Kind einige Geburtstage im Freundeskinderkreis.

Und nun, ein paar Jahre später, und da ja Kinder kriegen bekanntlich epidemisch verläuft, fortpflanzten sich einige der Großen Kinder fast zeitgleich. Was nun wieder uns Alten auf die Idee brachte, doch mal alles wieder zusammen zu bringen.

Ursprünglich war ja ein generationsüberspringendes Wochenende geplant. Aber das wäre uns Alten wohl zu anstrengend gewesen. Also nahmen wir die Eltern der Kleinkinder mit. Leider waren zwei Väter krankheits- bzw. arbeitstechnisch verhindert, so dass der Vater der Prinzessin in seiner Generation der einzige Vertreter seines Geschlechts war. Aber irgendwie passte das auch wieder, waren doch nur ein Großvater und ein Enkelsohn mit.

Wir haben uns trotzdem alle prächtig verstanden.

Das Wiesenhaus auf der Ziegenalm ist groß genug für Kinder, Enkel und Großeltern, es gibt 120 Muttertiere und, dank der Jahreszeit, jede Menge Zicklein. Vormittags und ab dem Nachmittag darf man die in den Ställen besuchen, tagsüber sind die meisten draußen auf den Weiden. So wie die Rinder und die Schafe. Die Wollschweine dagegen sind immer im Stall. Die stinken ganz furchtbar und sind so riesengroß, dass sie nicht nur den Kleinsten einen Schrecken einjagten. Es gibt einen Hofladen und ein Restaurant, Eis und Spielplätze. Und in Sophienhof selbst eigentlich keinen Verkehr. Das fiel sofort auf: Diese Ruhe.

Es gibt auch einen Grillplatz und zur Schmalspurbahn läuft man 1 km durch den Wald.

Als ich da so saß und Brockenbahn hörte, krähte ich ja sofort: Oh, der Brocken! Da war ich noch nie! Aber 21€ pro Fahrt und Person waren mir der Gipfel dann doch nicht wert, so begnügten wir uns mit einer Fahrt zur nächsten Station, nach Benneckenstein. Für die Kleinen ausreichend genug, das nicht langweilig zu finden. Schließlich ist die Lok eigentlich auch viel spannender und die sieht man nur, wenn man nicht im Waggon sitzt.

Unterwegs begegnete uns dann jener Panzer. Mit dem scheint man Rundfahrten machen zu können. Sehr merkwürdig.

In Benneckenstein dann allerhand altes Gefährt. Trabbis und Wartburgs und Moppeds und… Militärfahrzeuge. Wir machten uns Sorgen um die Freizeitbeschäftigung der Einheimischen. Ich meine, arm sah die Gegend nicht aus, fast alle Fachwerkhäuschen waren hübsch restauriert, der Bahnhof auch, es gibt Geschäfte und Cafés und einen großen Discounter natürlich.

Des Rätsels Lösung ist das ortansässige ostdeutsche Verkehrsmuseum, auf dessen Hof gerade so eine Art Markt stattfand für alte Kühlerhauben und Zündkerzen und so Kram.

Wir fanden die Eisenbahn dann doch spannender. Und die Ziegen natürlich. Die Prinzessin hatte so einen Spaß, dass sie teilweise von den possierlichen Tierchen ablenkte. Und für den Kleinen Herrn in der Runde fand sich dann auch noch ein Trecker.

Heute noch ein paar mehr Fotos. Wie immer gilt. Drauf klicken = groß gucken

 

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