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Ein Mädchen irrt und Inch freut’s

Januar 11, 2014

Gestern auf dem Campus.

Gerade habe ich mein Fahrrad angeschlossen und will los traben zum Termin, da spricht mich eins von 5 jungen Mädchen an: Entschuldige. Studierst DU hier?

Nach einer Schreck-Hundertstel-Sekunde verneine ich, frage aber, ob ich vielleicht doch helfen könne. Die Mädels suchen ein bestimmtes Institut.

Mag ja sein, dass die vier Begleiterinnen die Fragerin hernach ausgelacht haben, weil sie so ne Olle gefragt hat, ob sie hier STUDIERT.

Meinem Selbstwertgefühl tat es trotzdem gut.

Vorausgesetzt, das junge Mädchen hat mich nicht von hinten gesehen, als sie zum Fragen ansetzte, und war hernach genauso erschrocken wie ich, nur länger und nachhaltiger.

Denn das wäre peinlich.

So’ne Mutti möchte ich nicht sein, die von hinten anprechender wirkt als von vorn. Am Ende noch, weil sie sich zu jung für ihr Alter kleidet? Ne, bitte nicht, das wäre peinlich.

Zwar ist mir klar, dass ältere Menschen heute länger jünger sind als früher und ich will mich ja auch nicht kleiden wie  meine Oma, aber wie 18 hoffentlich auch nicht.

Ich hatte da mal eine Kollegin. Die war so. Diätierte und hungerte sich dazu noch schlank. Kaufte und trug nur, sagen wir mal, Jugendmode.

Die sah hinten tatsächlich aus wie irgendwas zwischen 16 und 20. Und weil  früher junge Männer eher noch so sein durften, wie sie nun mal sind, ohne dass ihnen Sexismus unterstellt wurde, geschah es, dass man ihr hie und da hinterher pfiff.

Wie groß der Schrecken, wenn sie darauf reagierte, gewesen sein muss, erzählte mir ein Bekannter, der mich eines Tages von der Uni abholte. Auch er sah besagte Kollegin zunächst von hinten, dann aber dehte sie sich um, einfach so und ohne, so jedenfalls beteuerte er, dass er ihr nachgepfiffen hätte.

Da das zwanghafte Herunterhungern auf superschlank bei älteren Zeitgenossen und -genossinnen nun aber leider nur mit einer starken Faltenbildung im Gesicht einhergeht, erschrak sich besagter Bekannter zu Tode, als er besagter Kollegin Vis-à-Vis gegenüberstand.

Und das finde ich, ist peinlich, wiewohl man es natürlich auch als gerechte Strafe für sexistisch Frauen hinterher pfeifenden Mannsbildern betrachten kann. Heutzutage.

Wie gesagt, so möchte ich nicht enden.

Wie meine Oma will ich aber auch nicht aussehen.

Also gilt es, die Mitte zu finden.

Scheint zu klappen, zumal ich noch nie einem erschreckten jungen Mann gegenüberstand, der mir hinterher pfiff. Allerdings muss ich zugeben, dass mir schon lange niemand mehr hinterher gepfiffen hat, weder jung noch alt. Was einerseits daran liegen mag, dass Angehörige des männlichen Geschlechtes heute besser konditioniert sind und sich nicht solch sexistischem Gebahren hingeben. In der Öffentlichkeit jedenfalls nicht. Andererseits könnte es natürlich daran liegen, dass man mir schon von hinten das Alter ansieht, so dass niemand auf die Idee käme, mir hinterher zu pfeifen. Und dann zu erschrecken. Vor ins Gesicht gemeißelten Hungerfalten sowieso nicht.

Wie meine Oma kann ich aber auch nicht aussehen. Kleidungstechnisch. Denn dann hätte mich das junge Mädchen sicher nicht gefagt, ob ich hier studiere. (Ich nehme jetzt mal diese komischen studierenden Senioren raus, so etwas hätte sie sicher nicht geduzt). Außerdem hat sie mich sowieso von vorn gesehen. Ganz sicher!

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6 Kommentare leave one →
  1. Januar 11, 2014 11:15 am

    Die goldene Mitte!

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  2. Januar 11, 2014 12:51 pm

    Hehe, so etwas schmeichelt, glaube ich, jedem Ego 🙂
    Kleidungstechnisch bin ich das nicht so bewandert, ich ziehe seit je her das an was mir gefällt. Ob das nun gerade hip oder evtl. doch altbacken ist, interessiert mich dabei nicht die Bohne…

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  3. Januar 12, 2014 2:04 am

    wenn man sich auf dem Gelände dort aufhält, warum sollte man nicht auch dort studieren. Egal was die Klamotten sagen. Heutzutage nimmt ja die zahl derer zu, die auch noch im „Mittelalter“ ein Studium beginnen. Ganz schlimm find ich Damen und Herren ab 60 die noch Klamotten bei Hager und Mager kaufen, das geht gar nicht, zumal man so schöne Klamotten mit guten Stil auch woanders kaufen kann. Ich kann anziehen was ich will, wenn ich hier Alokohl will, fragt man mich immer nach ner ID card (auch in Djörmeni) denn ich sehe „unter 18“ aus, bin aber bald OMG das sag ich lieber nicht! *kreisch-unters-bett-krabbel* …. also Nase hoch, dein Stil scheint doch ok zu sein! 🙂

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  4. Januar 12, 2014 1:14 pm

    Wie kann man denn als Mann die goldene Mitte finden? Nur leise hinterherpfeifen? *g*

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  5. Januar 12, 2014 3:15 pm

    nun hätte ich ja gern zwei fotos von dir – von vorn und von hinten 🙂

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  6. Januar 13, 2014 8:11 pm

    Das ist doch schön, wenn man für weitaus jünger gehalten wird! 🙂

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