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Schwedenlöcher und Gänsebraten

Dezember 22, 2013

Bevor es als ernst wird mit Weihnachten, mit den Familientreffen und der Völlerei, nutzten wir das Wochenende und fuhren in die Sächsische Schweiz.

Eigentlich zieht es uns zum Weihnachtsmarkt auf die Festung Königsstein. Da waren wir vor 4 Jahren mal und es war wirklich romantisch. Doch wie es der Zufall will, sind noch ein paar andere Familien auf der Hütte, die treffen sich da alljährlich zum vorweihnachtlichen Gänsebraten. Dieser Abwechslung in der Speisekarte (normalerweise gibt es immer Spaghetti mit roter Soße) wollen wir uns nicht verschließen, disponieren um, kaufen überteuerte Gänsekeulen und fahren los.

Vor dem viel zu fetten Essen aber wird gewandert. Das wäre zwar mit Schnee alles etwas schöner gewesen, aber wenn der Winter nicht will, wie wir wollen, nehmen wir ihn eben so wie er ist.

Ich scheuche die mitgebrachten Freunde und 2/3 der Kleinfamilie meine Lieblingswanderroute entlang und stelle mit Erschütterung fest: So geheim ist die gar nicht mehr. Schön ist sie trotzdem und der Blick zur anderen Elbseite und auf die Bastei ungetrübt. Die selber lassen wir aus, laufen lieber über die wegen eines Felsabbruchs so lange gesperrten Schwedenlöcher zurück , begutachten den entstandenen Schaden und den Neubau des Wanderweges, grübeln in Rathen darüber, warum kein Wasser im Amselsee ist und erreichen die Hütte im hereinbrechenden Dunkel und ziemlich hungrig.

Doch Gänsebraten dauert, auch wenn er schon am Vortag vorbereitet wurde, seine Zeit. Und während die einen Kartoffeln schälen und die anderen daraus Klöße zaubern, verbringt jeder so gut er kann, die lange Wartezeit.  Wenn man z.B. drei Tisch zusammenschiebt, erhält man eine formidable Tischtennisplatte.

Mehr als satt geben wir uns hernach der Feuerzangenbowle hin, sowohl dem Film als auch dem Gesöff.

Ja, so lässt sich‘s leben und ich könnte mir vorstellen, im nächsten Jahr wieder genau dann auf die Hütte zu fahren, wenn sich ein paar andere zum Gänsebraten treffen. Den Weihnachtsmarkt auf der Festung Königsstein würde ich allerdings weglassen. Da ist nichts mehr romantisch. Nur voll. Auf dem Parkplatz vor der Burg zählte ich nicht weniger als 12 Reisebusse. Zwölf!

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6 Kommentare leave one →
  1. Dezember 22, 2013 9:22 pm

    Traumhafte Ecke. Anfangs hab ich gedacht, da muss ich unbedingt mal hin, aber als ich die von Schweden gelöcherten Versuchstreppen sah geriet ich wieder ins Wanken.
    Und ein Weihnachtsmarkt auf einer Festung ist geradezu prädestiniert für Reisebusse voller Touristen. Das ist zwar irgendwie immer schade, aber ohne Touristen und Reisebusse wäre da sicher auch kein Markt..

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    • Dezember 22, 2013 9:23 pm

      Und jetzt muss ich doch die Kartoffeln aufsetzen. Kriegt man ja Hunger bei solchen Beiträgen.

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    • Dezember 23, 2013 8:25 pm

      Das passiert nur alle 10 Jahre. So ein Felssturz meine ich. In den nächsten 8-9 Jahren besteht also keine Gefahr 😀

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  2. Dezember 23, 2013 12:04 pm

    Ganz toll! 🙂 So soll man feiern – in wunderschöner Natur, umgeben von guten Freunden…

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  3. Dezember 23, 2013 8:04 pm

    wunderschöne fotos von einer tollen landschaft! und wo es am schönsten ist, fahren immer bald die touribusse hin, das ist hier genauso – ätzend! die gänsekeulen und gefüllten äpfel sehen ja sowas von lecker aus…!!!

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  4. Januar 3, 2014 9:46 am

    Immer wieder faszinierend, wie weit so kurze Beine tragen können.

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