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5 Nachrichten

November 15, 2013
  • Taifun auf den Philippinen.
  • Die Rodung des Brasilianischen Regenwaldes nimmt wieder zu
  • Klimaschutzkonferenz in Warschau
  • „Chasing Ice“
  • Prozess wegen Vorteilsnahme

Sie fragen nach dem Zusammenhang?

Berichte über die Philippinen, die Folgen des Taifuns, sind derzeit das beherrschende Thema der Medien. Schaltet man die Röhre ein, kommt man um Bilder der Zerstörung, Verwüstung, des Chaos und der Verzweiflung nicht umhin. Zupackende Amerikanische Soldaten werden ins rechte Licht gerückt, Kommentatoren berichten von Plünderungen, Vertreter Deutscher Hilfsorganisationen erzählen von ihrer Arbeit, den Schwierigkeiten und dem Chaos.

Im nächsten Beitrag erfahre ich, dass die Rodung des Regenwaldes, die in den letzten 10 Jahren eher abnehmend war, zum ersten Mal wieder zugenommen hat. Eine Fläche zwei Mal so groß wie irgendein Bundesland, fiel den Rodungen in den letzten 12 Monaten zum Opfer.

Ich trinke meinen Morgenkaffee und denke angestrengt nach, wann nun eigentlich die Klimaschutzkonferenz in Warschau beginnt. Oder war die schon? Ist da was raus gekommen? Sicher nicht. Denn im Vorfeld wurde doch schon gesagt, dass man sich keine bahnbrechenden Dinge erwarte und es eh darum ginge, einen Klimavertrag für 2015(?) vorzubereiten, der 2020?, 2030? n Kraft treten soll. Aber legen da nicht immer die USA ein Veto ein? Oder geht’s im Klimavertrag nicht um den Treibhauseffekt? ( Update: Die Konferenz begann am Montag und dauert 2 Wochen)

Ich frage mich, was die Experten noch für Expertisen brauchen, um einen Klimavertrag zusammenzubasteln und was die Politiker noch für Beweise brauchen, um so einen Vertrag zu unterschreiben.

Vielleicht einen Kinobesuch? „Chasing Ice?“ 5 Jahre lang beobachteten Wissenschaftler und Fotografen mit fest installierten Kameras den Rückgang grönländischer Gletscher. Das jeweilige Material, auf wenige Sekunden verdichtet, bastelte Jeff Orlowski zu einem eindrucksvollen, einen alarmierenden Dokumentarfilm, der gerade in unseren Kinos anläuft, wie ich in der Rubrik „Szene“ oder so erfahre, zusammen.

Wie ticken Menschen, die angesichts solcher Bilder, wie sie innerhalb einer halben Stunde von den Philippinen, aus Brasilien oder Grönland über die Mattscheibe flimmern, keinen Zusammenhang und vor allem dringenden Handlungsbedarf sehen?

Wie ticken die, die über uns, entscheiden? Wie ticken Politiker?

Und just in diesem Moment informiert mich das öffentlich rechtliche Fernsehen über Christian Wullf und den Prozessbeginn. „Die Staatsanwaltschaft hält nur die Einladung zum Oktoberfest für strafrechtlich relevant“ Es geht um 753,93€. Das war die Rechnung unseres ehemaligen El Presidente und seiner Frau auf einem Oktoberfest, die ein Freund übernommen haben soll.

Nun kann man so einen Prozess über diese Summe für angemessen oder lächerlich halten, ich dagegen frage mich: Wie gibt man denn zu zweit 753,93€ an einem Abend aus? Hatten die Brezeln mit Goldlackierung? Oder was?

Wie viel Bodenhaftung kann ich bei Menschen, die an einem Abend auf der Wiesn (heißt das so?) zu zweit 753,93€ ausgeben, eigentlich erwarten?

Und zwar denke ich, dass es nie zu Herrn Wullfs Aufgaben gehörte, sich über den Klimawandel Gedanken zu machen (oder doch? So als Präsident), aber es fällt mir schwer, von den zuständigen Politikern zu erwarten, dass sie oben erwähnten Zusammenhang erkennen.

Übrigens, da fällt mir noch eine sechste Nachricht ein. Stichwort bundesweiter Volksentscheid.

Kritiker meinen ja, dass Volk sei, äh, nicht kompetent genug, über gewisse Dinge zu entscheiden.

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13 Kommentare leave one →
  1. November 15, 2013 6:12 pm

    Die Klimakonferenz in Warschau wird so ziemlich totgeschwiegen, habe ich den Eindruck – ich kann mich aber auch täuschen… Beim Ex-Bundeswulff hatten sich die ermittelnden Staatsanwälte so sehr getäuscht, dass eben „nur mehr“ der Anklagepunkt über jene 753 Euronen übrig geblieben ist… Vielleicht werden „die da oben“ endlich einmal tätig, was den Klimaschutz betrifft, wenn sich die Zig-Millionen Klimaflüchtlinge z. B. aus Mikronesien und Polynesien in Bewegung setzen?…

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  2. November 15, 2013 8:27 pm

    Ein gute Reflexion. Von Fluten übder Klimawandel zu einem ehemaligen Bundespräsidenten.
    Die Medien schaffen es tatsächlich, vor allem Eintöpfe der Ablenkung ins Publikum zu schütten.
    Kleiner Nachtisch: in Libyen schiessen Milizen weiterhin auf unbewaffnete Demonstranten und nach wie vor sitzen noch immer ca. 8000 palästinensische Kinder und Jugendliche als politische Gefangene in israelischen Gefängnissen. Und Albanien hat das „Angebot“ der USA abgelehnt, mehrere tausend Tonnen Giftgase aus Syrien im eigenen Land zu „entsorgen“. Scheinen derzeit in Deutschland schlechte Quoten zu bringen diese Neuigkeiten, oder warum hört und sieht man nichts davon…

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  3. November 15, 2013 8:49 pm

    Wir sind katastrophengeil. Nur gut wenn es die Anderen trifft.
    Wir sind zu bequem. Etwas für alle zu unternehmen.
    Verzicht auf immer Mehr bringt keinen Vorteil.
    Drum muss die Natur es richten, uns von der Erde fegen.

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  4. November 16, 2013 8:01 am

    Die Medien wissen gezielt wie sie und lenken wollen. Man wird derart überflutet dass man kaum das Wesentliche vom Wichtigen zu trennen vermag. Dazu täglicher Stress im Familienkreis und Berufsleben, das desensibilisiert zudem…

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  5. November 16, 2013 2:38 pm

    Beinahe jeder sagt „das Wetter hat sich doch total verändert“ – und denkt doch nicht weiter nach, warum es so sei?
    Beinahe jeder liest gierig Berichte von korrupten Politikern und schimpft „die glauben, sie könnten sich alles nehmen…“ und denkt doch nicht weiter nach warum sie das „können“.
    Zu Beidem jedoch trägt jeder von uns bei!
    Danke für Deine Reflektionen!

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  6. November 17, 2013 11:22 pm

    Wir sind verloren! Kein Scherz, wir sind echt im Eimer. Wer soll denn die Welt retten? Mutti Merkel und Barack Obama? Zusammen mit wem? Kim Ding Dong, Robert Mugabe und dem lupenreinen Demokraten? Niemals wird das passieren, mehr als Arbeitsgruppen mit vielen Beauftragten wird es nicht geben. Klimabeauftragte, Wasserbeauftragte, Naturschutzbeauftragte…

    Die Menschheit als Masse ist viel zu träge um auf so etwas zu reagieren, daher werden wir diesen Planeten weit früher verlassen als die Dinos, die hatten eine weit längere Zeitspanne auf diesem Planeten. Haben halt nicht ganz so viel Mist gebaut. *g*

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  7. November 19, 2013 8:15 am

    … du hast noch eine nette Nachricht in diesem Kontext vergessen: die Absage Japans an die CO² Ausstoss- Vereinbarungen, u.a. hier http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/15/ohne-atomkraft-japan-plant-hoeheren-co2-ausstoss/

    Das Klimaschutz- Zusatzprotokoll trägt auch noch einen japanischen Namen.

    Die erste Welle radioaktiven Wassers erreicht bald die USA- Küste.

    … wie war das nochmal mit dem Hemd und dem Rock und der einen Welt, in der wir alle leben? Mit EURO6- Autos auf der einen und Millionen Mopeds auf der anderen Seite? Mit Mülltrennung und Dosenpfand und Regenwaldabholzungen zur gleichen Zeit?
    Das macht mir Sorgen.

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    • November 19, 2013 10:17 pm

      Stimmt. Aber wenn Du so willst, hätte mir noch viel einfallen können. O.g. Nachrichten kamen tatsächlich in einer Sendung innerhalb von 30 min.

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  8. November 19, 2013 10:20 pm

    Ich habe übrigens mal meinen ökologischen Fußabdruck ermittelt und war ziemlich erschrocken, dass ich nur knapp unter 5 kam. Sicher schlug da mein Flug in die Staaten stark ins Gewicht. Trotzdem, ich hätte gedacht, ich bin ein besserer Mensch. Hm. Denn auch ohne die lange Flugstrecke in die Staaten komme ich auf etwas unter 4. Der faire Fußabdruck liegt aber bei 1,8. Gut, den kann man in Deutschland nicht erreichen, da in den persönlichen Fußabdruck auch der kollektive Ressourcenverbrauch eingerechnet wird. Trotzdem, sehr ernüchternd so ein Test

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    • November 20, 2013 8:44 pm

      ich habe mir den ökologischen Fußabdruck gestern auch ausrechnen lassen, und bin auf 4,09 gekommen… Obwohl ich in den letzten Jahren keine langen Flugreisen hatte, kein Auto besitze, und Ökostrom beziehe… Ich glaube auch, dass der faire Fußabdruck hier in Deutschland nicht zu erreichen ist…

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