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Stolper(wander)tag – Der Norden – ein weißer Fleck

Oktober 9, 2013

Spätestens seit dem Tag des offenen Denkmals war klar, dass ich mich im Norden mal umsehen muss.

Nur, wie vorgehen? Die Georg-Schumann-Straße einmal hoch und runter laufen? Sicher nicht ganz uninteressant, aber irgendwie einfallslos. Und Hauptstraßen sind zwar möglicherweise Aushängeschilder, aber nicht immer aussagekräftig. Zumindest in Gohlis, das war mir schon vorher klar, würde die Straße den Charakter des Viertels nicht wiedergeben.

Dann fragten mich Freunde, ob ich mich für den 9. November wieder um einen Stolperstein, den wir putzen und an dem wir Mahnwache halten könnten, kümmern würde.

Ich nahm mir die Karte, kümmerte mich, und hatte eine Idee. Wie wäre es, mal durch Leipzig zu wandern? Von Stolperstein zu Stolperstein? Und weil ich mich da gar nicht auskenne, fange ich im Norden an.

Ich ließ mich von der Straßenbahn bis nach Möckern bringen und lief los. 31 Adressen hatte ich mir notiert. Laut Tante G. sollte ich dafür etwas über 5 Stunden brauchen, würde knapp 26 km laufen müssen. Dass das mit der Zeit nicht zu halten war, war mir von vornherein klar, wollte ich doch nicht einfach nur von Stein zu Stein hasten, sondern auch auf dem Weg auf Entdeckungsreise gehen. Und 26 km schienen mir auch etwas lang.

Dann, unterwegs, dachte ich mal „Ok, die auf der ersten Seite stehen, schaffst Du noch“, später „Ach komm, bis zum Nordplatz“ und kurz vorm Fußtod  „Den Abstecher nach links schaffe ich noch, bevor es dunkel wird, und auf dem Weg zur Bimmel kommst Du auch noch durch die Gerberstraße“

9 Stunden bin ich gelaufen, 20 km, als ich erschöpft, fußlahm (Pflasterstein macht müde) aber mit über 500 Fotos und noch mehr Eindrücken, mit Namen und Geschichten im Kopf an der Straßenbahnhaltestelle saß.  Und natürlich war ich nicht an allen 31 Anlaufpunkten. Die Stolpersteine waren manchmal schwer zu finden. Für manche musste ich weit laufen, in anderen Vierteln dagegen lagen sie manchmal nur 200 m auseinander. Sie haben mich durch ein Leipzig geführt, das ich teilweise nicht kannte. Oder neu entdeckt habe. So war diese Wanderung nicht nur eine Spurensuche, sondern auch eine Entdeckungsreise.

Natürlich kann ich das nicht in einem Blog verarbeiten. Ich werde hier lose darüber berichten. Eine Übersicht, wo ich überall war, vermitteln folgende zwei Karten. (Aus unerfindlichen Gründen wollte Tante G. mir keinen Gesamtplan erstellen)

Übrigens, in einem Monat ist der 9. November. Da werden nicht nur in Leipzig die Stolpersteine geputzt und Mahnwachen gehalten. Vielleicht ist auch in Ihrer Nähe etwas dabei.

Hier ist die Liste der teilnehmenden Städte.

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6 Kommentare leave one →
  1. Oktober 9, 2013 7:02 pm

    Ich finde es hervorragend, dass Du dieses Thema hier ansprichst. Neben der langen Strecke, die Du physisch hinter Dich gebracht hast, hast Du uns sensibilisiert sich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Für Einsteiger empfehle ich folgenden Link:http://de.m.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine

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  2. Oktober 9, 2013 8:05 pm

    9 Stunden! Donnerwetter, das hätte ich ab km 5 nur noch im Krankenwagen geschafft!

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