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Hohes Land (25.07.2013)

September 4, 2013

oder: Die Jagd nach dem Licht

Terre Haute ist wirklich größer als Rolla. Ob es hier zwei Donut King gibt, weiß ich aber nicht. Wir sehen nicht mal einen.

Das Stadtzentrum scheint genau zwischen Bus Station und unserem Motel zu liegen. Und was ich da gesehen habe! Fantastisch. Ganz viel Backstein, der in der Abendsonne rot leuchtet. Da muss ich jetzt dringend hin. Sofort.

Natürlich erregt es Aufsehen, wenn man von so einem Greyhound Bus vorgefahren wird und eine junge Frau befragt mich ausgiebig. Oder versucht es. Aber ich habe keine Zeit. Sorry. Rauf aufs Zimmer, die Cousine antreiben und raus.

Terre Haute verdankt seinen Namen französischen Entdeckern, die die oberhalb des Flusses Wabashi gelegene Gegend Anfang des 18. Jahrhunderts beschrieben. Auf das Hochland erhoben damals noch sowohl die Franzosen als auch die Engländer Anspruch und es stellte im Prinzip die Grenze zwischen Kanada und Louisiana dar. Wea siedelten dort und zwischen Vincennes und Terre Haute gab es sogar eine Stadt dieses den Miami verwandten indianischen Volkes.

Die Besiedlung durch Weiße kam erst mit der Gründung des Fort Harrison 1811 so richtig in Gang. 1853 wurde aus dem Dorf, dass sich längst ausgebreitet hatte, eine Stadt.

Terre Haute verdankte seine Expansion dem  Wabash und dem Wabash-Erie-Kanal, der die Stadt mit anderen Teilen der USA verband.  Zudem kreuzen sich hier der Highway 40, der Kalifornien mit Maryland verbindet und der Highway 41, der von Michigan nach Florida führt.

Terre Haute war immer ein Zentrum der Landwirtschaft und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, vor allem Maismehl. Ein weiterer früher Eckpfeiler des wirtschaftlichen Aufschwungs waren die Stahl- und Eisenindustrie, Ende des 19. Jahrhundert entstanden aber  viele Brennereien und Brauereien, in denen sich das Maismehl ganz vortrefflich weiterverarbeiten ließ.

Der Stadt ging es gut. Es wurden Theater gebaut, große Opernhäuser, eine Trabrennbahn, Picknickplätze. Die Bewohner nutzen die Straßenbahn, die ab 1890 elektrifiziert wurde. Kirchen wurden gebaut und zwei Krankenhäuser.

1913 verwüstete ein Tornado die Stadt, 300 Häuser wurden zerstört, 21 Menschen starben.

Dann kamen Weltwirtschaftskrise und Prohibition.

Später folgten viele Wiederbelebungsversuche und der Stadt geht es wohl inzwischen wieder gut. Die Abwanderung konnte zumindest gestoppt werden.

Aber im Zentrum, zwischen Bus Station und Motel, gibt es noch ein paar steinerne Zeitzeugen. Und die leuchteten in der Abendsonne um die Wette. Allerdings, man weiß das ja, das Abendlicht ist nur von kurzer Dauer. Deswegen konzentrieren sich die Fotos dann doch nur auf drei vier Plätze. Genießen Sie sie trotzdem. Drauf klicken hilft beim größer gucken.

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6 Kommentare leave one →
  1. September 4, 2013 11:00 pm

    Macht einen schönen Eindruck, zumindest ind er Abendsonne. Und jetzt freue ich mich schon auf die Amishen in Ohio 😉

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  2. September 5, 2013 12:16 am

    Hihi, roten Backstein gibt es hier ja zuhauf, nur mit der Abendsonne ist das so eine Sache..
    Das Courthouse ist ziemlich beeindruckend. Was für’n Klotz.

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    • September 5, 2013 11:13 pm

      Naja, hier ist ja nicht so die Backsteingegend. Schon gar nicht die der roten. Da freut man sich schon, wenn man so was zu sehen kriegt. Das Courthouse, ja, so richtig passte das da nicht hin

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  3. September 6, 2013 8:31 am

    Wow, fantastisch! Und dieses Licht…!

    (Ich freu‘ mich ja immer, dass es hier dieses Abendlicht immer so lange gibt. In manchen Monaten sogar den ganzen Tag…)

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