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Ein Überraschung (Donnerstag, 25.07.2013)

September 3, 2013

Zweieinhalb Stunden.

Wenn der Bus pünktlich kommt, haben wir in St. Louis zweieinhalb Stunden Aufenthalt. Genug Zeit für einen kleinen Stadtbummel. Die Bus Station liegt im Zentrum der im Übrigen nicht sehr großen Stadt. Und alles Sehenswerte steht da eh auf einem Haufen. Während er uns aufzählt und den Weg beschreibt, kommt Bill richtig in Rage. Man merkt, er liebt St. Louis und hält sie für die schönste Stadt. Bill ist Koch. In Rolla hat er seine Eltern besucht. Und jetzt fährt er zurück, weil er heute Abend arbeiten muss.

Wir hocken auf einer Bank vor dem Donut King, der die Bus Station markiert.

Pat, die Nachbarin und Umweltschützerin, hat uns erst in ein Lebensmittelgeschäft und dann hierher gefahren. Zwar hat Lorraine uns angewiesen, uns Verpflegung aus dem Kühlschrank einzupacken, aber die Cousine hätte gern frische Milch.

Ein Militärjeep fährt vor und entlässt einen sehr jungen Mann mit Rucksack in unsere Richtung. Achte auf Deine Erziehung, gibt ihm der Fahrer mit auf den Weg.

Ein merkwürdiges junges Ding (Junge? Mädchen?) streicht um uns herum, stellt seltsame Fragen, hockt sich hinter die Hausecke.

Natürlich kommt der Bus zu spät.

Ok, 2 Stunden reichen aus, um sich St. Louis anzusehen.

In einer Stunde könnt Ihr das und das sehen.

Bill ist der Erste, der uns sagen kann, wie Terre Haute eigentlich ausgesprochen wird.

Und wie groß ist die Stadt in Indiana?

Größer als Rolla.

Ehrlich?

Ja, sicher.

Wieviel größer?

Keine Ahnung. Aber da gibt’s bestimmt ZWEI Donut King.

Der kleine Soldat auf Urlaub lacht sich schlapp.

Das merkwürdige geschlechtslose Wesen taucht hinter der Häuserecke auf und fragt uns, wo wir eigentlich sind.

Merkwürdig.

Ein Bus kommt. Doch der fährt nicht nach St. Louis. Das Wesen fragt den Driver, ob es mit kann, es hätte beim Pinkelstopp auf dem Weg nach St. Louis verpasst, wieder einzusteigen!!!! Das ist die falsche Richtung, wiederholt der Fahrer. Der kleine Soldat steigt ein und winkt uns zum Abschied zu.

Unser Bus kommt über 2 Stunden zu spät.

Und hat nur zwei Plätze!

Und Du?, drehe ich mich nach Bill um.

Achselzuckend steht der draußen.

Wir sehen  nach!, rufen wir hinaus und wirklich, wir finden einen Platz, informieren den Driver, der ist verblüfft und Bill darf mit an Bord.

Das Wesen ist nirgends zu sehen.

Der Fahrer macht seine Ansagen singend, wobei er die letzten paar Wörter immer drei vier Mal wiederholt. Dann singt er von Sweet Home Alabama und als wir nach St. Louis einfahren, gibt er den Stadtführer. Singend natürlich.

Das ist gut, denn draußen ist es ziemlich langweilig. Maisfelder. Maisfelder. Maisfelder.

In St. Louis ist die Zeit knapp. Dazu kommt, dass wir jetzt auf der New-York-Linie umsteigen und viel zu viele Leute mitwollen.

Aber der neue Driver war offensichtlich auch lange genug beim Militär. Er lässt alle Leute in einer Reihe antreten. WIRKLICH in einer Reihe. Zählt. Sortiert nach Reboardern, Leuten, die bis NYC wollen usw. Lässt die aufgeteilten Gruppen immer wieder antreten, zählt, verschwindet, zählt erneut.

Ok, Guys. I’m overloaded. We need one more bus.

Dann sortiert und zählt er wieder bis alles passt.

Im Bus selbst achtet er dann peinlichst darauf, dass niemand seine Füße auf dem Gang hat, dort eine Tasche abstellt oder gar ein Baby. Immer wieder schaut er prüfend in den Spiegel und ermahnt die Sünder, schimpft und droht mit sofortigem Rausschmiss. Und als wir in Effingham Pause machen, ermahnt er uns, ja nicht in den falschen Bus einzusteigen.

19:00 Uhr erreichen wir, mit nur einer halben Stunde Verspätung, Terre Haute.

Wir schnappen unser Gepäck und versuchen auf meinem kleinen Google-Ausdruck zu erkennen, in welche Richtung wir laufen müssen. Da kommt der Driver wieder raus, fragt, wohin wir wollen, reißt uns die Karte aus der Hand, befiehlt uns, wieder einzusteigen, ABER DIE RUCKSÄCKE NICHT ABSETZEN!!!, erklärt den übrigen Fahrgästen, dass er die zwei Ladies jetzt zum Hotel bringt und fährt los.

Wow.

Am liebsten würde ich ihn drücken und herzen, als er uns raus lässt, aber Greyhound Driver drückt und herzt man nicht. Außerdem muss es schnell gehen.

Wir checken ein, schmeißen das Gepäck ins Zimmer und stürmen zurück in die Stadt. Denn die, das haben wir vom Bus aus gesehen, ist wunderschön. Eine echte Überraschung!

Die Fotos der Stadt gibt es im nächsten Post. Heute erst Mal die der Fahrt. Drauf klicken macht die Bilder groß

 

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8 Kommentare leave one →
  1. September 4, 2013 2:01 pm

    Da gibts aus den alten Tagen, als das Gebiet noch Frankreich zugehörte, jede Menge französischer Ortsnamen. Und wie wirds jetzt ausgesprochen, Terre Haute, auf franerikanisch? Terrodie oder Terriodih – Terr Oht wirds wohl keiner ausgesprochen haben 😉

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    • September 4, 2013 6:07 pm

      Terr Hod. Wahlweise auch Terre Hod 😀
      TerrOht habe nur ich gesagt…

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      • September 4, 2013 6:27 pm

        Dacht ichs mir doch, du wolltest im Kaugummiland französisch prononcieren und das können sie doch nicht 😉

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        • September 4, 2013 10:26 pm

          Ja, aber da die mich eh immer für aus Kanada gehalten haben, dachte ich, kann ich auch TerrOht sagen 😉

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          • September 4, 2013 10:56 pm

            Ich kann mir garnicht vorstellen, wie sich das anhört, wenn Sachsen englisch reden… Kanada? Vielleicht kommt die Einschätzung daher „duck & flitz“ 😉

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            • September 5, 2013 11:11 pm

              Nee, ich glaube, die konnten einfach nicht weiter als Kanada denken, dort in der Provinz. Schließlich stammt die Cousine so gar nicht aus Sachsen und wohnt jetzt sogar hinter Mannheim. Also

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  2. September 5, 2013 12:05 am

    *loool*
    Die Anzahl der Burgerbrater ist auch ein untrügliches Indiz für die Größe der Orte, auch In Schleswig-Holzbein oder Niedersachsen z.B. gilt:
    1 McDoof = Kuhdorf
    1 Burger King = gutes Kuhdorf
    2 McDoof = Kurort
    1 McDoof + 1 Burger King = sehr guter Kurort
    3 – 4 Burgerbuden = Kleinstadt
    mehr als 5: Touristenalarm.

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