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Bikes und Bier und falsche Veterinäre (Samstag, 20.07.2013)

August 21, 2013

Wir haben einen Plan!

Auto mieten, zu den Pueblos fahren und vielleicht noch das Navajo Reservat besuchen. Und zwischendurch ein bisschen Moppeds gucken.

Gestern im Bus, da haben wir so Festzelte gesehen, da muss das Zentrum sein, da laufen wir hin.

Das  „Sands“  liegt etwa 1 Meile vom „Stadtzentrum“ entfernt. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg dahin.

Die Straße wurde einseitig für die Biker gesperrt. Es müssen Tausende sein, die hoch und runter fahren.

Im Zentrum ein großes Volksfest mit allem, was dazu gehört. Zelte, in denen man vom Helm bis zum Stiefel alles kaufen kann, Fressbuden, Kinderbespaßung und von einer Bühne her weht ständig irgendwelche Countrymusik herüber. Live natürlich.

Jemand vom Org.Büro fragt uns, ob er uns helfen kann, verspricht uns, den Typen vom Autoverleih ausfindig zu machen und schickt uns derweil unters Volk. Wir mischen uns unter die Einheimischen und die Jungs und Mädels in den Lederklamotten. Um ehrlich zu sein, machen uns die Mädels ja ein bisschen mehr Angst, die gucken so grimmig.

Dann kommt der ersehnte Anruf und wir wackeln wieder Richtung „Sands“, da muss irgendwo der Autoverleih sein. Doch der will eine Amerikanische driver licence sehen. Und eine Amerikanische Versicherung. Hä? Haben wir nicht. Nur so international.

Achselzucken.

Verstimmt laufen wir wieder Richtung Volksfest. Wir könnten ein Taxi bestellen, uns zum Laguna Pueblo oder Navajo Reservat fahren lassen, da ein bissl rumgucken und uns wieder abholen lassen, aber die Frau im Museum erklärt uns, dass wir in den Pueblos und im Reservat nicht aussteigen dürfen, nur durch fahren. Das ist jetzt blöd. Da ist es gut, dass diese Bike Rally ist, sonst wäre es jetzt hier doch ein bisschen, äh, öde.

Und dann, weil ich so viele Schilder und Biker und Harleys fotografiert habe, ist meine Speicherkarte voll! Am 7. Urlaubstag! Ehrlich mal, ich bin doch bekloppt, oder?

1 Mile Richtung „Sands“, da gäbe es einen Wallmart, wird uns gesagt. Komisch, wir haben da gar keinen gesehen? Nach 1,5 Meilen fragen wir in so einem Burgerladen und nun sollen es nur noch 10 Minuten zu laufen sein. Wir brauchen noch 1 Stunde. Aber gut, so ein Ami im Nirgendwo, der fährt Auto, der kann solche Entfernungen nun wirklich nicht einschätzen.

Und dann verbringen wir den Rest des Tages mit Waggons zählen, steigen in so ein verlassenes Motel ein und finden jede Menge alter, wunderschöner Autos. (Die Fotos gibt es morgen) Hier scheint man die Dinger nicht zu verschrotten. Hier stellt man die Teile alle zusammen und wartet vielleicht darauf, dass der Wind sie wegweht (?).

Auf dem Volksfest will die Cousine jetzt unbedingt was essen, was hier alle essen. Ribbed Fries. Irgendwas aus Kartoffeln. Nach der halben Portion sind wir beide satt und nach so viel Fett hätte ich jetzt gern ein Bier. Doch als ich an so einem Getränkestand nach Bier frage, sieht die Verkäuferin mich an wie einen Kanadier. Hilfe, dämmert es mir, ich bin in South Park und ein Kanadier! ICH BIN DER FEIND!

Es gäbe da noch diesen durch einen Zaun und Sichtschutz abgesperrten Bereich, da drin darf man, wenn man 10 Dollar Eintritt bezahlt hat, Bier kaufen und vermutlich auch  trinken. Aber ich bin mir nicht sicher, was die da mit Kanadiern machen. Schließlich rennen hier auch Leute rum, die auf Aufnähern bekunden, dass Jane Fonda eine Verräterin und schlimmeres ist. Und die ist AMERIKANERIN, da bin ich ziemlich sicher.

Und dieser Veterinär, über den ich mich den halben Tag gewundert habe und wieso der hier mit seinem Camper auf dem Volksfest rumsteht, schließlich habe ich hier kaum ein Tier gesehen, wenn ich mal von den durchgebratenen absehe, ist gar kein Veterinär, sondern irgendein Veteranendingens. Ein Kriegsveteranendingens.

Indianer sind jetzt auch viele im Ort. Obwohl, manchmal sind wir nicht sicher, ob das jetzt Mexikaner oder Indianer sind. Gleich dick sind hier alle. Weiße, Mexikaner, Indianer. Und auch um manche Bikes mache ich mir echt Sorgen, weil vor allem manche Sozien doch einen recht kompakten Eindruck machen. Also nicht, dass hier ALLE dick sind, aber es sind schon ein paar mehr als in Los Angeles.  Ich würde gern hemmungslos fotografieren, traue mich aber nicht und konzentriere mich lieber auf so Bikes und so.

Wir schauen noch  einer Show zu, wo junge Menschen seltsame Dinge mit Motorrädern machen und am meisten Beifall ernten, wenn sie die Reifen auf dem Asphalt durchdrehen lassen. Die haben schon komische Hobbies hier.

Dann gelüstet uns aber doch nach Bier. Heldenmutig stapfen wir wieder Richtung „Sands“ und sind wild entschlossen, jetzt, da es noch hell ist, in den Outlaw Saloon zu gehen. Aber die Bikerbräute sehen wirklich grimmig aus. Ich bin absolut sicher, da kriegen wir aufs Maul, noch bevor wir beteuern können, dass wir keine Kanadierinnen sind.

Da holen wir uns lieber ein Sixpack Dark Beer, stellen unsere Stühle vor unser Zimmer und spülen dort das Fett aus den Mägen. Und als wir da so sitzen, kommen so 5-7 Biker über den Hof geschlendert. Die sind viel netter als sie aussehen und sind sich sicher, dass wir als Deutsche starkes Bier trinken. Sie, lachen sie, und halten uns ihre Bierbüchsen hin, trinken nur Bud light!

BUD LIGHT!

Ehrlich! Und vor denen hatten wir Angst.

Im übrigen sind sie ganz begeistert von unserer Art des Reisens und das wir nicht wegen der Sehenswürdigkeiten hier sind, sondern um zu sehen, wie die Locals wirklich leben. Sie warnen uns vor New York. Da sei es so schmutzig. Und all die Graffiti in der U-Bahn. Furchtbar.

Aber auch von Bud light kann man betrunken werden. Oder die anderen Biker in unserem Motel trinken doch was anderes. Jedenfalls, als wir gerade darüber nachdenken, ob wir dem Sixpack noch eine Flasche Wein aus Arizona folgen lassen sollen, wird die Party doch etwas unberechenbar und wir beschließen den Rückzug in unser Zimmer.

Ps.: Hinter dem Sichtschutzzaun, da war auch die Bühne, und da gabs Musik, zB. von den Plateros (2. Video nicht verpassen!!!), oder Jimmie van Zant. Konnte man aber überall gut hören.

Zum Angucken gibt es heute Bikes und Volksfest. Wenn man die Bilder anklickt, kann man groß gucken

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13 Kommentare leave one →
  1. August 21, 2013 9:36 am

    Jede Menge heisser Öfen – Klasse! 😀 Daß ihr ein wenig Bammel hattet, kann ich gut nachvollziehen, bei meiner ersten Stippvisite auf Key West ist auch ein Bikertreffen gewesen – und da bin ich schon ausgesprochen vorsichtig unterwegs gewesen. 😉

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  2. August 21, 2013 10:55 am

    Der Veterinär… zu geil 😀

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  3. August 22, 2013 3:18 pm

    wirklich gaaanz heiße öfen!!! wieso darf man denn dort kein bier trinken, und was haben sie gegen kanadier?!

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    • August 22, 2013 4:17 pm

      Ach nein, das mit den Kanadiern war ironisch gemeint und bezog sich auf die Trickfilmserie „South Park“. Und warum man da kein Bier trinken darf? Weil die spinnen, die Amis. (Hach da fallen mir gleich wider soviele Bezüge zu South Park ein 😀 ). Im Ernst, öffentlich darf man da keinen Alkohol trinken. Nur in Bars, Restaurants, hinter Sichtschutzzäunen und natürlich zu HAuse

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      • August 22, 2013 4:22 pm

        Während meiner letzten Floridareise sind mein Freund und ich zwei Stunden lang durch’s nächtliche Orlando gestiefelt, auf der Suche nach irgend einem Laden, der uns ein paar Bier verkaufen würde. Nachdem wir nicht einmal an einer großen Tanke am Orange Blossom Trail Bölkstoff bekamen, gaben wir entnervt auf und schleppten uns zurück ins Hotel… 😉

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  4. August 22, 2013 7:45 pm

    Nach dieser im wahrsten Sinne des Wortes ernüchternden Erfahrung haben wir sehr darauf geachtet, im Kofferraum immer zwei Dutzend Flaschen Bier mit uns zu führen. :mrgreen:

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    • August 22, 2013 7:59 pm

      Die Cousine hatte auch immer mindestens 1 Flasche Wein im Rucksack. Und einmal schmuggelten wir sogar drei in den Greyhounds. Da ist die Mitnahme von Alkohol nämlich auch verboten!!!

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      • August 23, 2013 8:45 pm

        Ich hab mal von jemandem gehört, dem man erklärt hat, wie man in Greyhounds sogar unbemerkt Joints rauchen kann *gg*
        Gibt es in Arizona nicht diese Papiertütenbiertrinker? Weiß zwar jeder, dass die Pulle in der Papiertüte Alkohol enthält, aber so lange es nicht sichtbar ist, ist es wurscht..

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  5. August 23, 2013 8:40 pm

    Autoverleih scheint in den eher ländlichen Gegenden ein echtes Problem zu sein, aber wenn man in Reservaten eh nicht aussteigen darf…
    Ich hätte auch ein ungutes Gefühl dabei, wahrscheinlich haben die echten Einheimischen keine große Lust als Touristenattraktion herhalten zu müssen, diese Rolle müssen dann halt die Biker übernehmen *g*

    Das fettige Chipszeug hätte ich mir wohl auch verkniffen, obwohl, mit ordentlich Guacamole..
    Bestimmt besser als Deep Fried Twinkies, da wird mir schon beim Gedanken schlecht.

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  6. August 24, 2013 10:41 pm

    Papiertütentrinker haben wir eigentlich nirgends gesehen. Aber aller Alkohol, den wir kauften, wurde in braune Papiertüten gepackt. Und in New York, da hatte ich Saft in so einer Tüte und war zu faul, die immer auszupacken. Bis die Cousine mich darauf hinwiese, wie das ausseht, wenn ich immer so aus der Tüte trinke… 😀

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