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In the middle of nowhere (Freitag, 19.07.2013)

August 19, 2013

Mittags holt uns Sanna wieder ab und bringt uns zur Greyhound Station nach Flagstaff.

Unser Bus nach Grants soll kurz vor 2 gehen.  Wir checken ein und der Angestellte klärt uns darüber auf, das Grants keine Station hat. Nur einen Busstop. Das bringt mich auf die Idee, hier gleich die noch fehlenden Tickets für die Weiterfahrt nach Amarillo zu kaufen, und weil das so gut klappt dann auch noch die von Rolla nach Terre Haute.

Nun mit Fahrkarten für die gesamte Strecke bis New York versehen, warten wir frohgemut auf den Bus.

Der kommt 3,5 Stunden (in Worten: dreieinhalb Stunden) zu spät. Langweilig wird uns trotzdem nicht, wir kommen schnell mit Herbert ins Gespräch, einem Afro-Amerikaner aus Texas auf dem Weg nach Georgia, wo er eine unbefristete Stelle annehmen wird.

Schlimmer ist, dass wir so spät losfahren. Wir hatten uns extra Busse ausgesucht, die tagsüber fahren, um so viel wie möglich von der Landschaft zu sehen. Nun sitzen wir erst Halb Sechs im Bus. Gegen Acht wird es dunkel.

Die Landschaft, so lange wir sie noch sehen können, ist ganz anders als auf der Fahrt nach Phoenix.

Prärie.

Weites Land.

Indianerland.

Wir halten in Orten, so tot man sich nur vorstellen kann. Holbrook. Und es wird immer schlimmer.

Gallup, New Mexiko, da ist es schon dunkel. Weil der Bus keine Steckdosen hat, sprintet alles zu den Ladestationen, schließt die Handys an, bevor es zu den Toiletten oder zum Essenfassen geht.

In Grants sind wir kurz nach 11. Nachts.

Der Fahrer fragt uns, ob wir hier Freunde besuchen. Nö. Was wollt Ihr dann hier?! Urlaub machen. Die Fragezeichen stehen ihm ins Gesicht geschrieben. Er macht sich sichtlich Sorgen um uns und weist uns an, in das Motel, das unweit des Busstops steht, zu gehen. Machen wir ganz artig. Und der Busfahrer wartet, bis wir in dem Haus verschwunden sind.

Wir fragen nach dem „Sands“. Das ist das Motel, das ich mir nach Bild ausgesucht habe. Sah so schön einsam aus. So richtig wie im Film. Die Frau an der Rezeption fragt uns, ob wir wegen der Bike Rally hier sind? Hä? Bike? Tour de France ist in Frankreich.

Wir wackeln in die angegebene Richtung. Vor einem Burgerladen sitzen ein halbes Dutzend finstere Gestalten, so alle in Lederjacken und schicken ein paar anzügliche Grüße in unsere Richtung. Ich will schon die Straßenseite wechseln, da kommt auf der linken, eben der anderen Straßenseite, der Outlaw Saloon. Da stehen bestimmt 100 Harleys davor. Route 66 eben.

Das „Sands“ wird von Indern geführt. Mir schwant Schlimmes. Ich habe da so meine negativen Erfahrungen gemacht. Vor Jahren in London. Wie dumm Vorurteile sind, zeigt sich, als wir unser Zimmer inspizieren. Es ist groß. Und sauber.

Das Motel ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Hufeisenförmig  angelegte Flachbauten, vor jedem Zimmer ein Parkplatz. Unserer bleibt ja leer. Dafür steht der Hof voller Bikes und Trikes. Und ein Flyer in der Rezeption klärt die Sache mit der Rally auf. Hier ist Bikertreffen. An diesem Wochenende.

Cool! Da können wir ja Mopeds, gucken bevor wir ins Reservat fahren.

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6 Kommentare leave one →
  1. August 19, 2013 9:21 am

    Das große weite Land… Hach!

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  2. August 19, 2013 7:35 pm

    Wenn ich mir die Landschaft so ansehe kann ich die Frage des Fahrers verstehen, sieht nicht so aus als würden sich Fuchs und Hase dort gute Nacht sagen, weil Fuchs und Hase schon lange abgehauen sind *fg*
    Und ich dachte immer, ihr wolltet ins Sands weil das Rat Pack da mal aufgetreten ist, aber das gibt es ja schon lange nicht mehr…

    Bin äußerst neugierig, was genau euch dort hingeführt hat. Reservat klingt jedenfalls schon spannend.

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    • August 20, 2013 5:44 pm

      Rat Pack? Nö. Wir wussten gar nichts von der Stadt. Nichts von Bikes und nichts von Elvis. Nichts.

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      • August 20, 2013 5:51 pm

        *Klugsch…ermodus an:* Das sogenannte Rat Pack – Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis jr. und der vierte im Bunde fällt mir grad nicht ein – hatte im Casino The Sands in Las Vegas ihre legendären Auftritte, nicht im gleichnamigen Ort. 😉 *Klugsch…ermodus aus*

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  3. August 19, 2013 8:26 pm

    auch ich bin gespannt, wie´s weitergeht! ach ja, das weite weite land, faszinierend!

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  4. August 19, 2013 9:33 pm

    weiter weiter weiterschreiben… 😉

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