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Mir sinn‘ hier offm Dorf

Juli 8, 2013

Das war die Antwort der Kellnerin auf die Frage eines Freundes nach Latte Macchiato. Wir anderen hatten die Karte ja schon gelesen und festgestellt, hier gibt es nur Kaffee, Kännchen Kaffee und Capucchino. Wobei wir vermuteten, dass es sich bei letzerem um Pulver handelte. Also lieber Kaffee. Gännchen oder Dasse.

Hier gibt es nur Kaffee, klärte ich den Kumpel auf. Doch der konnte gar nicht so schnell denken und versuchte es doch noch mal mit Milchkaffee

Immerhin, die Kellnerin brachte dann noch ein extra Krüglein Milch. Und der Kuchen ist unschlagbar. Selbstgebacken. Alles serviert auf vermutlich noch aus Ostzeiten stammendem Geschirr. Oder Restbeständen. Die Preise sind ebenso unschlagbar. Und als ich mich mal zwecks Toilettenbesuch in die Wirtsstube begab, verschlug es mir fast die Sprache.  Die Gäste hier drinnen sahen auch aus wie früher, die habe ich aber lieber nicht fotografiert.

Zweimen, irgendwo zwischen Leipzig und Merseburg. Sollte es Sie da mal hin verschlagen, gehen Sie ins Wirtshaus. Lohnt sich, zumal die Speisen Gottseidank nicht wie früher sind, obwohl ich sicher bin, dass man da noch Bockwurscht mit einer Scheibe Brot kriegt. Vorher können Sie ja wie wir im Historischen Weinkeller in Wallendorf einkehren, Platz fürs Dessert lassen und dann im 6 km entfernten Zweimen  ä Gännschen Gaffee und ä Stigge Dorde essen. Lecker, de Dorde, das können Sie mir glauben.

Wir flügeln aus. Mit den Rädern. Entlang der Elster, Luppe und wieder der Elster. Mit in den Wallenberger See hopsen.  Auch so ein ehemaliges Tagebauloch. Dort ist das Baden zwar wie an dem anderen zu Schkopau gehörendem, dem Raßnitzer See, nicht erlaubt, doch die Einheimischen scheint das nicht zu jucken. Uns auch nicht.

Auf dem Rückweg kehren wir noch in der Domholzschänke ein. Wussten Sie, dass wir hier in Leipzig die größte zusammenhängende Auenlandschaft Deutschlands haben? Die Schänke liegt mitten drin. Ist natürlich abgesoffen vor einem Monat, nachdem das Nahle- Wehr geöffnet wurde.

Sieht aber inzwischen alles wieder chic aus.

Auf dem weiteren Weg verabschieden sich immer mehr Freunde nach Hause, bis wir nur noch vier sind. Im Stadion spielt der Boss. Der Wind steht gut, da kann man im Clarapark hinterm Haus  gut mithören und aus einem Abschiedsbier werden drei. Schließlich fahre ich ja bald in den Wilden Westen. Wer weiß schon, ob ich da nicht erschossen werde? Da kann man mit den Freunden ruhig mal etwas länger zusammen sitzen.

Fleisch gibt es auch. Ich muss mich ja essenstechnisch auch langsam auf die Staaten einstellen, nicht wahr?

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20 Kommentare leave one →
  1. Juli 8, 2013 8:24 pm

    Ach so viel Glück hatten wir mit dem Kneipchen an der Saale in Bad Dürrenberg nicht. Da war noch das rot-weiße Absperrband herum.
    Dem Boss habe ich auch gelauscht, im Kleingarten in Lindenau. 😀

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  2. Kristin permalink
    Juli 8, 2013 10:10 pm

    Und ich dachte wir sind in den Rassnitzer See gehopst. Da bin ich ja mal wieder völlig irritiert. Aber scheeen sind se schon, de Ausfligge. Vor allen Dingen, wenn man jemanden findet, mit dem de Dorde dauschen kann.

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    • Kristin permalink
      Juli 8, 2013 10:10 pm

      *mor

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      • Juli 8, 2013 10:24 pm

        Raßnitzer? Kann auch sein. Ich kenne mich da doch auch nicht aus. Ich fahre doch auch immer nur den anderen hinterher. Und das es da zwei Seen gibt und die auch noch nebeneinander liegen, habe ich erst bei Tante Guggl gesehen.
        Und Dorde dauschen fetzt, ja

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  3. Juli 9, 2013 5:05 am

    Der Ausflug hätte mir auch gut gefallen. Wie schön wenns noch Lokalitäten gibt, wo es so normal zugeht wie bei der Familie Neumann in Zweimen 🙂

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  4. Juli 9, 2013 9:37 am

    Die Kännchen sind ja echt retr, das ist ja schon wieder chic… also vintage heißt das jetzt glaub ich. Doll! 🙂

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  5. Juli 9, 2013 2:44 pm

    So ein Mist, jetzt hab ich mir die Speisekarte vom Clarapark angesehen und kriege Hunger. Nicht mal ne Dorde zum dauschn da *grml*.

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  6. Juli 9, 2013 4:36 pm

    schöner ausflug!

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  7. Juli 10, 2013 4:11 am

    „Mir sinn’ hier offm Dorf“ Wie geil 😀
    Es gibt übrigens Leute (zu denen ich mich nicht zähle) die wirklich extra WC-Fotos machen…:)

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  8. Juli 10, 2013 8:53 pm

    Ich libe Dorde! 😀

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  9. Juli 11, 2013 10:07 am

    Hach. Danke für den Ausflug in unser früheres Reitgelände. Wurde gerade ganz nostalgisch. Die Auenlandschaft ist soooo wunderbar!

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  10. Anja permalink
    Juli 12, 2013 1:45 am

    Die Domholzschänke gibts noch? Cool. Das war das Ausflugsziel von gefühlten 100 Wandertagen, damals – ähm, ist lange her…

    Dann mal guten Flug und einen tollen Urlaub!

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