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K.O., nicht nur für Rugbyteams

Mai 26, 2013

Als ich am Sonntag Vormittag eine Aufzeichnung der vorletzten Etappe beim Giro, die am Samstag zu den drei Zinnen und durch den Schnee führte, sah, wusste ich: es hätte schlimmer kommen können. Rein wettertechnisch.

Aber es schneite nicht. Immerhin. Sogar der Regen wartete höflich bis Spielende. Trotzdem war es natürlich kalt. Ein paar Bekannte, die nur des besonderen Anlasses wegen nach Stahmeln kommen wollten, sagten am Freitag Abend wegen der Erkältungsgefahr lieber ab.

Der OBM, uns aller Burkhardt, konnte nicht absagen. Hätte er mal lieber. Denn wenn ich mich richtig erinnere, erwies er sich schon beim letzten Besuch nicht gerade als Glücksbringer.

Aber ich will nicht unken. Er war da. Das ist toll. Bei einem Spiel in einer Sportart, die die meisten hier nicht wirklich kennen. Wo zu einem Viertelfinalspiel des DRV-Pokals grad mal 100 Zuschauer kommen. Genau so viel wie zu einem Bundesligaspiel.

Dafür gibt es wie immer selbst gebackenen Kuchen. Drei Omis verkaufen den. Dazu Kaffee und andere Getränke, jemand grillt und beim Spiel gucken muss man aufpassen, dass man nicht plötzlich auf dem Spielfeld steht.

Immerhin und wenigstens konnte ich, des besonderen Anlasses wegen, das Kleine Kind motivieren, mit zu kommen. Die kennt Rugby nur von ganz früher, als das noch der TSV Wahren war, und aus den großen Stadien, also eigentlich nur aus Edinburgh.

Viertelfinale DRV Pokal. Der RCL ist da mit etwas Glück hinein geraten. Also die Spielberechtigung in der KO-Runde ist natürlich kein Glück, sondern hart erkämpft, aber das Achtelfinale konnte dank eines Losentscheids übersprungen werden.  Das letzte Spiel der Zwischenrunde aber, das wurde gewonnen. IN Hannover. Und so konnte man wegen des Losentscheids nicht nur ausgeruht an den Start gehen sondern auch mit breiter Brust. Das Kleine Kind und ich sind dagegen kein bisschen ausgeruht, als wir in Stahmeln ankommen. Natürlich hatten wir Gegenwind. Aber, wir sind schon eine halbe Stunde vor Spielbeginn da! Das gelingt mir sonst nie.

Wir setzen uns, des besonderen Anlasses wegen, auf die „Tribüne“ und sehen einen furiosen Start der Heimmannschaft. Die Münchner scheinen völlig überrumpelt, noch gar nicht richtig im Spiel, da legen die Leipziger genau zwischen den Stangen ab, erhöhen und es steht 7:0.

Wow!, das geht mal ganz ordentlich los und ich freue mich schon auf ein Fest. Neben mir witzelt gar einer was vom Finale.

Doch so schnell wie die blaugelben Jungs begonnen haben, so schnell drehen die Münchner den Spieß um, finden ins Spiel, als hätte sie erst einer wach rütteln müssen und stürmen und stürmen und stürmen. Unsere Jungs scheinen dem nichts entgegen zu setzen haben. Es gibt ein paar sehenswerte Szenen, aber im großen und ganzen dominieren die Gäste das Spiel. Dabei haben die ganz hässliche Trikots. Und nicht mal einheitliche Hosen! Darf so jemand überhaupt gewinnen? Gibt es da keine Regel? Und nimmt mal jemand diesen langhaarigen raus? Der ist viel zu gut. Menno.

Sehen können wir auch nichts mehr, weil natürlich vorn am Spielfeldrand Leute stehen und außerdem spielt sich eh alles in der falschen Spielhälfte ab. Wir stellen uns also ans Malfeld der Leipziger und sehen den 3. oder 4. Versuch der Süddeutschen quasi vor unseren Füßen. Das ist extrem frustrierend.

Halbzeit.

Wir wechseln zu anderen Seite des Spielfelds. Das Kleine Kind findet es da höchst unterhaltend, wie sich so Spieler zu ihren Füßen dehnen und beschließt, in der nächsten Saison öfter zu kommen und Freunde mit zu bringen. Allerdings ist so Zugucken auch extrem gefährlich. Wurde in der 1. Halbzeit nicht vor unseren Augen eine Omi von einem hohen Ball ins Seitenaus niedergestreckt? (Ihr wurde sofort auf die Beine geholfen und auch 5 Minuten nach dem Anschlag machte sie noch einen putzmunteren Eindruck, was mich vermuten lässt, dass es ihr nach wie vor gut geht)

Das Spiel dagegen ist weniger unterhaltend. Die Leipziger legen noch einen Versuch, die Münchner leider ein paar mehr. Als einer der unseren Gelb kassiert (10 Minuten Strafbank), ist das auch kein Beinbruch mehr, denn die Körpersprache der Messestädter  signalisiert längst, dass sie nicht mehr an einen Sieg glauben. Und wer nicht glaubt, der nicht gewinnt.

14:29 endet das Spiel und damit die Saison für den RCL. War trotzdem eine gute. Mann! Bundesliga. BUNDESLIGA! Und die Mannschaft steht gut in der Mitte. Wer hätte das vor zwei Jahren geglaubt. Also ich nicht.

Der Gruppenerste der Bundesliga Nord-Ost, Hannover 78II ist übrigens auch draußen, so wie der Dritte, der Hamburger RC. Im Pokal sind nur noch Teams aus dem Süd-Westen, in der Meisterrunde auch. Aber das ist ja nicht wirklich verwunderlich.

Wir zwei, das Kleine Kind und ich, strampeln nach Hause, mit Rückenwind, aber im Kampf gegen den drohenden Regen. Wenigstens hier gewinnen wir. Und das Fußballspiel am Abend, das interessiert mich nicht.

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8 Kommentare leave one →
  1. Mai 26, 2013 12:09 pm

    Auf TV5Monde werden des Öfteren Rugby-Spiele übertragen. Ich verstehe zwar kein Wort französisch, aber es gefällt mir trotzdem recht gut. 😉

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    • Mai 26, 2013 1:45 pm

      Na, ich gucke häufig auf France2. Der Vorteil am französischen TV ist ja u.a. auch der, dass man nicht alles versteht und somit nicht an den Kommentatoren verzweifelt 😉

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  2. Mai 26, 2013 4:36 pm

    Tolle Fotos, bei denen das Anschauen Freude macht.
    Aber was um alles in der Welt ist das für ein Spiel? Können die Männer nicht friedlich das Gummiei hin und her spielen, dass jeder mal drankommt, statt sich dauernd zu balgen. Und überhaupt – warum haben manche diese lustigen Badekappen auf? Wir da gegebenenfalls auch im angrenzenden baggersee weitergespielt? 🙂

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    • Mai 26, 2013 6:53 pm

      Also Herr Ärmel, ich finde das Rumbalgen sehr amüsant. Vor allem, wenn die sich dabei auch noch schmutzig machen. So schlammverkrustete Menschen sind doch hübsch anzuschauen. Das mit den Badekappen hat nichts mit dem Baggersee zu tun. Da ist auch keiner in der Nähe. Nur ein Reitstall. Ich glaube aber nicht, dass… nein. Die haben sicher nur Angst, dass ihnen jemand die Ohren lang zieht. Oder wollen ihre Frisur schützen. Vor Schlamm

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  3. Mai 26, 2013 5:44 pm

    Deine Fotos und den Bericht dazu finde ich wirklich gelungen! (Von wegen nicht so hübsch wie meine ;)) Die Action Szenen sind gut getroffen, da war ich manchmal doch etwas…naja..sagen wir mal anderweitig abgelenkt. Frau und Sport – manchmal doch ein Klischee.

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  4. Mai 28, 2013 2:08 pm

    Rugby wollte ich auch schon immer mal fotografieren, ist wenigstens eine Sportart bei der man als Amateur sogar in der Bundesliga noch direkt am Feld knipsen kann. Wer da jetzt aber warum Meister wird und wieso es zwei Tabellen gibt muss ich vorher nochmal rausfinden.

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    • Mai 28, 2013 5:55 pm

      Na dann viel Erfolg. Ich meine nicht nur beim Fotografieren, sondern auch bei dem Versuch, das mit den Tabellen heraus zu finden.
      Das Kleine Kind meinte ja, das liegt daran, dass die beim Rugby alles etwas kompliziert machen müssen. Das Regelwerk, die Bundesliga, einfach um sich vom gemeinen Volk wie wir es sind, abzuheben. 😉 Wäre ja zu einfach, wenn es jeder verstehen würde

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