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Herrentag

Mai 12, 2013

Letztens schrieb ich hier und in diesem Blog, dass ich bei nahezu jedem Lärm schlafen könne, so er nur gleichmäßig sei.

Nun weiß ich, bei welchem Lärm ich keinesfalls schlafen kann: Bei dilettantisch Vorstellungen  absolut talentfreier Musiker nämlich. Wobei ich zugeben muss, dass der fehlende Sauerstoff im Zimmer auch nicht grad einschläfernd wirkte. Aber hätte ich das Fenster geöffnet, hätte ich das Gefühl gehabt, gleich neben den Boxen zu liegen, die Kumpels wären wach geworden und das Gelächter der aufgeregten Dorfjugend wäre barrierefrei ins Zimmer gedrungen.

Aber der Reihe nach. Noch sind wir beim Beginn der Radtour:

Christi Himmelfahrt. Herrentag. Männertag. Vatertag. Wie man es auch nennen will, es ist ein Tag, an dem frau zu Hause bleiben sollte. Mann besser auch.

Und obwohl im letzten Jahr schon genug gelitten, ließ ich mich auch in diesem von den Kumpels abholen. Milli the Cat wusste ich gut versorgt von Jack, so machte ich mich also auf. Am Donnerstag 11:00 Uhr. Wir hofften ja, dass das Wetter auf unserer Seite und wegen des Regens nicht so viele Männer unterwegs seien. Und dass es hinterm Auensee sicher besser würde.

Entlang der Elster und später der Luppe ging es Richtung Halle. Von der Stadt war ich positiv überrascht. So viel Grün? Das wusste ich gar nicht. Und jemand hatte für uns Pfeffi auf den Weg gestellt. Die sind aber nett, die Hallenser.

Dann kamen wir auf die Peißnitzinsel…

…und wir sind heute noch froh, dass wir mit keinem Hallenser kollidierten. Die waren nicht nur betrunken, die konnten auch auf nix mehr reagieren. Aber zur Ehre der Saalestädter sei gesagt, kurz danach trafen wir wieder Familienausflügler, total nüchterne Herren und nette dazu. Hinter der Burg Giebichenstein verloren wir nämlich mal kurz den Saaleradweg aus den Augen, wurden aber sofort und ohne groß fragen zu müssen wieder in rechte Bahnen gelenkt.

Viel Lokalkolorit gab’s dann noch mal beim Kaffeetrinken. Es ist ja so an diesem Tag, dass scheinbar jede Gastwirtschaft ihre Stühle raus unters Vordach stellt, gleich neben die in voller Lautstärke Schunkelmusik dröhnende Anlage, dafür wird die Gaststube vorsorglich geschlossen und nur der Weg zum Klo bleibt frei. Sinnlos etwas ruhiges zu finden. So hatten wir auf einem Dorfanger bei Kartoffelsalat und Steak der Feier der hiesigen Feuerwehr zugesehen und dem Ort inständig gewünscht, dass es nicht ausgerechnet heute brenne. Und nun sahen wir bei Kaffee und Kuchen einer Junggesellenparty zu, die eigentlich gar keine Junggesellenparty mehr war, aber fand, dass man die T-Shirts ruhig noch mal anziehen dürfe. Eine gute Idee, fanden wir auch. Falls nämlich jemand von einem der Hänger fiele, wüsste jeder, wo der abzuliefern sei.

Auch auf dem Gut an der Saale, das wir nach 85 km erreichten, steppte der Bär. Leider hatten die Herren alles aufgegessen, was die Küche hergab, was wiederum bei uns fast zu Verstimmungen führte. Aber im nächsten Ort gab es einen Zeltplatz, dort konnten wir zusehen, wie der Fisch im Bierteig gewälzt und gebacken wurde. Sehr lecker.

Und weil die auf dem Gut 22:00 Uhr die Herrentagsparty für beendet erklärten, sahen wir einer ruhigen, erholsamen Nacht entgegen. Allerdings, hätten wir gewusst, was am Samstag abgeht, hätten wir nicht behauptet, wir freuen uns auf die „Musikscheune“. Aber, davon erzähle ich später. Jetzt bin ich müde. Schließlich hatte ich gestern nur wenige Stunden Schlaf. Und ich habe gelitten. Ganz extrem gelitten.

Ich habe hauptsächlich mit der kleinen Handknipse, und oft vom fahrenden Rad „herunter“ fotografiert. Sehen Sie’s mir also nach.

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6 Kommentare leave one →
  1. Mai 12, 2013 9:15 pm

    Oh, du Ärmste! Ich weiß, wie sich das anfühlt, neben laut lärmender Mucke zu schlafen – ich habe eine Münchner In-Kneipe direkt in der Nachbarschaft… 😕

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    • Mai 13, 2013 7:45 am

      Naja, eigentlich bin ich einen größeren Lärmpegel gewöhnt. Von Frühjahr bis Herbst ist es hier wie im Schwimmbad, weil sich im Park Grillgesellschaft an Grillgesellschaft reit. Gegenüber ist eine Galerie mit Kneipe, dort und in der Grafik sind häufig Konzerte, Parties usw. Hinterm Haus die Parkbühne. Das stört mich nicht, außer die Donnerstagsveranstaltungen in der Galerie, weil die geben da Kunstmusik oder was. Aber am Samstag, das war einfach nur Gejaule. Das tat meinen Ohren weh. Das regte mich auf.

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  2. Mai 13, 2013 12:10 pm

    ich habe Jahre in Frankfurt gelebt und bei mir war es dann aus mit dem Schlaf wenn es ruhig war *ich-brauch-meine-Dosis-Lärm* 😉 Gejaule? da hilft nur …..äh… zurückschreien…. oder Strom abstellen 😀

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  3. Mai 13, 2013 10:05 pm

    Pfefferminzschnaps? *grusel*
    Was für ein Glück, ich geh am Vatertag nicht aus dem Haus. Hier hätts zusätzlich noch Hafengeburtstag gegeben, zwei Anlässe zum Komasaufen an einem Tag, das kann nie gut gehen.

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    • Mai 13, 2013 10:33 pm

      Jaja, ich weiß ja, ich bin selber Schuld…
      Aber Pfeffi haben wir früher recht häufig getrunken. Ich erinnere mich an einen Ausflug, wo wir die Dorfkneipe leer gesoffen haben, also Pfeffimäßig

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