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Krieg

April 30, 2013

Oder Inch, the shopping queen

Gestern gab es in meinem Lieblingsdiscounter so Zeugs für Fahrradfahrer.

Normalerweise bin ich nun nicht so der Werbeflyer-mit-nach-Hause-Schlepper, aber der, wo al.di schönen Radfahrersachen angepriesen wurden, der lag seit letzter Woche auf dem Küchentisch. Dass ich den Termin ja nicht verpasse.

Montag Morgen 8:00 Uhr, da bin ich für gewöhnlich auf Arbeit. Gestern aber! Gestern war ich zu Hause. Diese Chance musste genutzt werden.

5 verschieden Arten von Gepäcktaschen sollte es geben. Ich hatte mir eine raus gesucht. Und eine Zweite als Alternative. Vor 5 Jahren oder so, da war ich nämlich schon mal zu Hause und also pünktlich zur Ladenöffnung da, aber ein Herr mittleren Alters packte das ganze Angebot in seinen Einkaufswagen, schob ihn zur Kasse, bezahlte und ließ mich sprachlos zurück.

Das sollte mir nun gestern nicht passieren. Und weil am Sonntag mein Fahrrad, für das ich ja Taschen kaufen wollte, jede weitere Mitarbeit versagte, lief ich also.

Ich war eine Viertelstunde zu früh.

Das ist peinlich.

Also drehte ich noch eine kleine Runde.

Das war ein Fehler. Denn als ich 5 vor 8 zurück kam, standen da schon 10 Leute.

Mist.

Ich verzichtete aus taktischen Gründen auf einen Wagen. In einer Schlacht hat der die meisten Chancen, der schnell und beweglich ist. Lernt man ja in jedem Hollywood-Kriegs-Gedöhns.

In den letzten drei Minuten bis zur Öffnung der magischen Tür versuchte ich meine Gegner einzuschätzen. Schnelligkeit. Durchsetzungsvermögen. Ellbogenmentalität. Ich machte zwei Herren mittleren Alters als ernst zunehmende Konkurrenten aus. Die anderen schienen leichte Beute zu sein: Ein Herr mit Krücken, zwei Muttis mit Kleinkindern. Zu meiner großen Erleichterung waren keine Omis und Opis da. Omis und Opis sind die härtesten Gegner im Einkaufskampf. Plötzlich flink wie die Wiesel stürzen die sich unerbittlich auf jedes Angebot und reißen Ihnen im Zweifelsfall noch den 10er Packen Schlübbis aus der Hand. Nein, mit Omis und Opis ist nicht zu spaßen.

Währenddessen nutzte ich jede Bewegung in der wartenden und sich sekündlich vergrößernden Meute, um mich ein bisschen nach vorn zu schieben, in bessere Position zu bringen.

Ganz vorn stand einer der Herren mittleren Alters und schob seinen Einkaufswagen ungeduldig vor der Tür hin und her, um ja nicht den Moment zu verpassen, wenn diese sich öffnen würde.

Ich behielt ihn genau im Auge.

Und dann!

Ich gelangte tatsächlich als Dritte ins Einkaufsparadies und stand als Erste, ALS ERSTE!!!, vor den Fahrradtaschen.

Von der im Werbeflyer angepriesenen Vielfallt war hier nix mehr zu sehen. Es lagen vielleicht 6 oder 7 Sets da. Ich schnappte mir flink zwei, nämlich die, die ich mir im Vorfeld ausgesucht hatte, und die tatsächlich nur einmal da lag, und irgendwas rotes. Dann ließ ich sich die Meute um den Rest prügeln.

Schaute stattdessen noch nach Radhandschuhen und Pannenspray, trug meine Schätze ( ja ich nahm beide Sets, ich gieriges Luder ich) zu Kasse und fühlte mich wie ein

Sieger!!!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Beutestücke

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8 Kommentare leave one →
  1. April 30, 2013 9:48 am

    Hoffentlich hat sich’s gelohnt – meine mal (ohne Prügelei) beim Lidl erstandenen Fahrradgepäcktaschen flogen mir auf einer åländischen Bodenwelle in hohem Bogen davon und waren danach nur noch mit Hilfe externer Riemchen und Bindfäden dazu zu bewegen, mein Gepäck auch wieder nach Hause zu transportieren. Seitdem mache ich um solche Sonderangebote grosse Bögen.

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  2. April 30, 2013 11:05 am

    Es soll hier in München schon ein paar mal vorgekommen sein, daß während des Wartens auf lang ersehnte und heiß begehrte Sonderangebote von Al.di sich sogar Prügeleien ereignet haben… 😉

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  3. April 30, 2013 2:22 pm

    Haha, Deine Überschrift „Krieg“ passt total! GLG

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  4. dodo permalink
    April 30, 2013 2:47 pm

    Besonders schön ist auch der Termin mit Pflanzen & Gartenequipment zum Frühling – ich war nur einmal da und schnell wieder weg. Obwohl die Frau mit den zwanzig 50L-Säcken Blumenerde im/auf/unter dem Einkaufswagen schon bemerkenswert war. Oder das Mädel mit dem kleinen Auto, den vier nicht-faltbaren Gartenstühlen und dem Handy am Ohr („Papa, kannst du mich abholn?“). Muss ich seitdem jedes Mal wieder dran denken, wenn die Werbung in den Briefkasten flattert…

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  5. April 30, 2013 6:46 pm

    Der Herr mittleren Alters hatte wohl ein Geschäft für Fahrradzubehör *fg*. Ich finde es eine Unverschämtheit sich das komplette Angebot unter den Nagel zu reißen, normal heißt es ja immer „Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen“ – aber darunter versteht wohl auch jeder Laden etwas anderes.

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  6. April 30, 2013 7:14 pm

    Gratulation zum Sieg, viel Spass beim Ausfahren der Taschen!

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  7. April 30, 2013 9:29 pm

    Nichts weniger hätte ich von einer Zweiradamazone wie dir erwartet.
    Den Sieg hast du dir redlich verdient! 🙂

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  8. Mai 4, 2013 12:18 am

    und ich dachte, sowas gibt es nicht mehr…. ich kenne das noch von „früher“

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