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Kennen Sie Klapa?

März 16, 2013

Als ich gestern in der Bahn saß, merkte ich: Programm vergessen.

Machte aber nix, musste ich doch nur den Ukrainischen Stand finden, wo es 3 Teile Lyrik aus dem Osteuropäischen Land geben sollte. Drei Teile, das sind drei Stunden, das sollte auch ohne Programm zu schaffen sein.

Das Publikumsinteresse hielt sich sehr stark in Grenzen. Doch als eine sehr leise sprechende Dame dann mitteilte, dass man nun beginnen werde, und zwar in der Landessprache(!), dass man aber, wenn man etwas nicht verstehen würde, fragen könne, dann würde sie übersetzen, schwand das Interesse des eh schon kleinen Publikums ganz. Auch ich verzog mich irritiert.

Gleich nebenan diskutierten Anda Rottenberg, halb Polin, halb Russin, der Weißrusse Valancin Akudovic und der Ukrainer Mykola Rjabtschuk zur Frage der Identität und Nationalität ihrer Heimatländer. Das war so spannend und aufschlussreich, dass ich den Ukrainische Lyrikern nebenan die Sache mit der Landessprache verzieh. Die Diskussion war sozusagen der Höhepunkt des Nachmittags. (Übrigens war ich verblüfft, dass ich die Russisch sprechende Frau verstand, die beiden Herren dagegen so gar nicht, obwohl die auch Russisch sprachen.)

Freitags sind natürlich schon viele Cosplayer da und ich habe ein bisschen rum fotografiert, wobei ich es spannender fand, das unbemerkt zu tun, obwohl die sich natürlich gern in Pose werfen.

Aber so ohne Programm, das war schon etwas anstrengend. Und weil die Nacht lang werden sollte, habe ich mir eine Stunde Pause auf meiner Couch gegönnt.

Unabhängige Verlage im Lindenfels oder Adria-Nacht im UT Connewitz? Eine schwierige Entscheidung.

Ich landete schließlich bei den Kroaten und damit genau richtig. Ganz großartige Animationsfilme, drei Schriftsteller inkl. Lesungen und… Klapamusik!  (Link zu einer Hörprobe) Ein schöner gemütlicher Abend, zwei neue Titel auf meiner Bücherwunschliste (Renato Baretic und Zoran Feric) und die Entdeckung einer mir bis dahin unbekannten (Volks)musik.

Und weil ich heute schon wieder ins UT Connewitz muss, wirds in diesem Jahr wohl nix mit der Entdeckung irgendwelcher Gebäude, wo ich sonst nicht hinkomme.

Die Fotos des Tages, wie immer drauf klicken zum groß Gucken

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4 Kommentare leave one →
  1. März 16, 2013 4:22 pm

    Klapa … Kommt mir, wenn ich die Gesänge höre, nicht unbekannt vor: auch in der UdSSR wurden ähnliche Formen gepflegt, selbst in Skandinavien scheint es ähnliches zu geben.

    Aber es gefällt mir ausnehmend gut!

    Lyrik in der Originalsprache wäre mir nun wieder recht gelegen gekommen; ich liebe es, Sprachmelodien zu verfolgen und muß dabei nicht verstehen, was gesprochen wird. (Optimal wäre natürlich eine vorbereitete, gedruckte Übersetzung gewesen …)

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    • März 17, 2013 11:13 pm

      Ja, da hast Du natürlich Recht. Aber drei Stunden? Und wenn man nicht mal weiß, obs um Liebe oder Tod geht? Da fand ich den Samstag im UT Connewitz schon besser. Da lasen die Autoren erst kroatisch oder bosnisch usw und dann folgte die deutsche Übersetzung.

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  2. März 16, 2013 7:31 pm

    Hach, seit Jahren will ich auf die Buchmesse und immer wieder klappt es nicht.
    Aber diese Cosplayer 🙄

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  3. März 16, 2013 8:55 pm

    Ein schöner, aufschlussreicher Bericht, liebe Inch. Danke.

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