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Etikettenschwindel

Februar 18, 2013

So, es findet sich also Pferdefleisch in manchen Tiefkühlprodukten.

Nun könnte ich ganz überheblich sagen: Ess ich nicht. Selbst Schuld, wer das kauft.

Tu ich aber nicht. Weil, es ist noch gar nicht so lange her, dass auch ich mir hochwertigere und teurere Produkte als die im Discounter angebotenen NICHT leisten konnte  und die Kinder, beide aus dem Haus, beide studierend bzw. im Erziehungsurlaub mit einem Studierenden zusammen lebend, sind auch auf die Produkte aus dem Discounter angewiesen. Jedenfalls was Fleisch-und Wurstprodukte betrifft.

Nur frage ich mich: Wieso Pferdefleisch? Wieso kann man damit Lebensmittel billiger machen? Ist Pferdefleisch nicht teurer als Rindfleisch? Beim Metzger jedenfalls ist es so.

Und wieso ist es minderwertiger als Rindfleisch?

Geht es den Bevölkerungsteilen, die jetzt aufschreien, tatsächlich um MINDERWERTIGKEITEN, oder einfach nur um die Tatsache, dass Pferde zu den „guten Tieren“ gehören und deshalb nicht in den Kochtopf gehören. Oder in die Lasagne?

Ps.: Mir ist natürlich klar, dass es Experten vor allem darum geht, dass verbotene Rückstände im Fleisch sein könnten. Allerdings nur, wenn das Fleisch als in den Verkehr gebrachtes nicht als solches untersucht wurde. Davon wiederum gehe ich bei jedem Fleisch aus, dass illegal in Lebensmittel gerät.  Und grundsätzlich hat der Verbraucher natürlich ein Recht darauf, zu erfahren, woher sein Fleisch kommt. Allerdings scheint ihn das nicht wirklich zu interessieren.

60kg Fleisch verbraucht der Deutsche jährlich, las ich heute. Da sind auch Säuglinge mit einbegriffen und Vegetarier aller Couleur (bei den Fleischessern).

60kg Fleisch!

Das sind mehr als ein Kilo in der Woche. Wenn ich jetzt bedenke, dass ich auf ca 500g im Monat komme (inkl. Wurst), dann wundert mich das Desinteresse nicht. Bei mehr als einem Kilo die Woche und noch ein bissl mehr würde ich auch den Überblick verlieren. Und ehrlich, was nützt es zu wissen, woher das Fleisch kommt, wenn das woher beispielsweise in Spanien liegt?

60kg Fleisch im Jahr!

Das sind mehr als ein Kilo pro Woche. Gehe ich mal von einem Durchschnittspreis von 7€/kg Fleisch oder Wurst beim Discounter aus, wären das mehr als 28€ im Monat. So um die 25€ kosten Fleisch und Wurst im Durchschnitt im Bioladen. Ich nehme mal an, bei dem Bauern aus der Region, der seine Produkte auf dem Markt verkauft, ist es nicht teurer.

Wer hier spart, können Sie sich selber ausrechnen (Selbst wenn ich auf ein Kilo im Monat käme). Aber ich esse eben nicht täglich Fleisch. Oder Wurst.

Pferdefleisch und Pferdewurst übrigens auch nicht. Ist mir zu trocken. Aber darum geht’s in der Debatte ja nicht.

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6 Kommentare leave one →
  1. Februar 18, 2013 7:24 pm

    60 kg – das ist ja richtig viel! da kommen die viel fleischessenden argentinier kaum mit, sie essen im jahr knapp 53 kg, allerdings bezieht sich die zahl nur auf rindfleisch und ist in den letzten jahren dramatisch gesunken.
    die empörte fleischessende bevölkerung sieht sich mal wieder angeschmiert, weil die angaben auf den packungen nicht stimmen. was kann man denn noch glauben? einerseits wird sich bemüht, möglichst alle zutaten aufzulisten wegen der vielen allergiker – und dann sowas! na ja, und pferdefleisch, ich weiß nicht, wir essen ja auch keine frösche und katzen und dergleichen, wie in anderen ländern, oder eben nur kenner und liebhaber.
    weiter guten appetit 🙂

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  2. Februar 18, 2013 9:55 pm

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, was ich von dieser Geschichten halten soll… Vielleicht ist das ja wieder so ein mit künstlicher Empörung aufgeputschter Hype, der von anderen Dingen ablenken soll…
    Wenn ich sehr gewissenhaft nachrechne, dann komme ich im Schnitt auf ca. 250 g Fleisch pro Woche. Wenn überhaupt. Beim Mittagessen in der Arbeit tendiere ich immer mehr zur vegetarischen Kost bzw. Fisch, und privat bin ich ohnehin keine „Fleischkatz'“.

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  3. Februar 21, 2013 9:30 pm

    Mhmm. Gut ausgerechnet (habe ich nämlich nie). Danke 🙂
    Denn: ich esse wenig Fleisch und würde (wenn es finanziell sooo möglich wäre) auch lieber auf Bio umsteigen, bei dem wenigen Bedarf…also hole ich schon konsequent weniger als wenig (aus Gründen der Tierhaltung) nur müsste ich dazu erst in den Bezirk fahren wo es auch Bio bzw. Fleischer gibt (hier gibt es nur Döner und Internetcafes…) Trotzdem wäre dies eine Überlegung wert – nach Deinem Rechnen. Wirklich!!!

    Zu dem Skandal selbst kann ich nur sagen: Hallo? Es ist Fleisch, das essbar ist!!! Ich glaube nicht daran, das es A) nicht essbar ist bzw. B) das niemand davon wusste…
    Es ist ein Lebensmittel…wie viele Leute gehen containern? Wie viele hungern auch in Deutschland? Natürlich darf es nicht sein, das Fleisch unkontrolliert irgendwo untergeschustert wird, ganz klar. Wenn das überhaupt so passiert. Vielleicht passiert das fast überall auch so, wir wissen es nur nicht, weil es keinen Skandal gibt…

    Aber den größten Skandal finde ich, wie viel Tonnen jeden Tag an Lebensmitteln weggeworfen werden und das man sich dann noch traut, mit einem Pferdefleischskandal an die Öffentlichkeit zu treten….weil dies angeblich minderwertiger wäre…

    In diesem Sinne – guten Hunger mit – Rügenwalder, Pumpernickel und Bio Banane 😉

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  4. Februar 22, 2013 8:48 am

    Gestern sah ich im TV, man verdächtigt jetzt einen Rumänischen Fleischlieferanten. Jedenfalls im Fernsehen. Der nämlich exportiert Pferdefleisch. Das ist natürlich entsprechend untersucht und sollte deshalb keine rückständigen Medikamente enthalten. Womit die Sorge des verdorbenen Fleisches „widerlegt“ wäre. Das wurde im Beitrag natürlich nicht erwähnt.
    Nicht erwähnt wurde auch, dazu muss man schon im Internet etwas länger recherchieren, dass nicht die Rumänen am Etikettenschwindel Schuld sind, sollte es sich in der Lasagne überhaupt um Rumänisches Pferdefleisch handeln. Das haben die Franzosen nämlich schon untersucht. Natürlich sind auch nicht die Franzosen Schuld. Das Fleisch aber, das wandert auf seinem Weg nach Frankreich durch mehrere Länder. Und da irgendwo wurde es wahrscheinlich umetikettiert. Irgendwo auf seinem langen Weg.
    Aber wie gesagt, dass wurde im TV-Bericht nicht erwähnt. Nur, dass die Rumänen den Schwindel bestreiten.
    Aber wer glaubt denen schon? Deren eh schon schlechtem Image in der deutschen Bevölkerung dürfte mit solchen Reportagen noch mehr Schaden zugefügt worden sein.

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    • März 6, 2013 11:46 am

      Wobei die Franzosen (außer Brigitte Bardot) durchaus Pferdefleisch essen, und es ist auch nicht ausgesprochen billig, eher auf dem Niveau von Rind. Warum also umetikettieren, wenn das Fleisch einwandfrei ist?

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Trackbacks

  1. Teuer Bio? | Inch's Blog

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