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Einraumwohnung, vorübergehend

Februar 4, 2013

Sie finden, das sieht ein bisschen aus wie Camping?

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Ja stimmt, so fühle ich mich auch gerade. Ich wohne sozusagen in einer Einraumwohnung.

Die Hoffnung, ich könnte ab frühem Nachmittag, wenn die Bauarbeiter die Wohnung verlassen haben, ganz normal in dieser leben, hat sich zerschlagen.

Denn die Wohnung, also 50% davon, sehen so aus:

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Küche

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Stube

Bis 18:00 Uhr stemmten und bohrten die Handarbeiter fröhlich in Küche und Bad. Die Einbauten im Flur aber, stellte ich verblüfft fest, standen noch.

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Auf meine Frage reagierte der Handwerker, der gerade da, wo eigentlich mal mein Herd stand, Löcher in die Wand stemmte, mit einem Achselzucken. Die würden nur in leer stehenden Wohnungen raus gerissen, gab er dann doch noch Auskunft. Der Vermieter war natürlich nicht zu erreichen. Und ab 17:00 Uhr hatte er endgültig den AB eingeschaltet.

Ich bahnte mir einen Weg durch den Dreck und die Abdeckfolie ins Schlafzimmer und… machte ein Nickerchen. Ich bin immer wieder über mich selbst erstaunt, wie wenig Krach mich stört, wenn er nur gleichbleibend und nicht schrill ist.

Ich wurde wach, als es im Nebenzimmer so klang, als hätten sich alle Maurer und Klempner in meiner Küche versammelt. Irgendjemand vermutete, dass irgendjemand ein Kabel zerschnitten hätte.

Nein, ich geriet nicht in Panik, schlich wieder raus aus dem Dreck und spazierte ein bisschen durchs Viertel.

Wenn die hier fertig sind, dann werde ich meine gesamte Wohnung renovieren. Ich stelle mir vor, wie schön sie dann sein wird. Darauf freue ich mich. Nur nicht an den Dreck denken. Das geht vorüber. Das geht vorüber.

Ich kam zurück, als die Bauarbeiter gerade zusammen packten. Immerhin war da eine Art Chef dabei, den ich nochmal an die Einbauschränke erinnerte. Und er  versprach, sich der Sache anzunehmen. Und ob ich den Herd heute bräuchte. Nö. Müssen Sie nicht anschließen.

Aber was ist mit dem Bad? Sollte da nicht eine Toilette und ein Wasserhahn rein, so über Nacht, dass ich nicht durchs Haus geistern muss?

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Bad

Ja, nee, das wird heute nichts, da müssten sie doch mal in die Ausweichwohnung.

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Hab ich gemacht. Die ist zum Glück auf meiner Etage. Aber morgen, morgen will ich ein Klo in meiner Wohnung. Und Wasser!!!

Heute morgen, da kam übrigens so ein Typ, der hat so ein Flusendingens ausgelegt, um den Teppich zu schützen. Hat, wie sie auf unterem Foto links und rechts bitte sehen wollen, nicht wirklich geklappt.

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In der Ecke rechts unten, da können Sie sehen, wie der Teppich mal aussah, als ich heute die Wohnung verließ. Aber gut, der soll sowieso raus. Da kommt Laminat rein. Später, wenn ich meine Wohnung renoviere.

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10 Kommentare leave one →
  1. Sleeper permalink
    Februar 5, 2013 1:33 am

    Ich glaub manche Dinge einfach nicht. Man schiesst Menschen auf den Mond, man erfindet Sachen wie das Rad oder den Buchdruck, aber den ganzen Kram, der wirklich wichtig ist, den kriegt man nicht in den Griff.
    Ich liebe das Handwerk, da sind ganz arg hochsensible Menschen beschäftigt, die klare Vorstellungen von Begriffen wie „sozialer Rückzug“, „Ruhe“ oder „Nest“ haben und das voll und ganz respektieren.
    Das letzte Bauvorhaben hier im Haus habe ich gecancelt, bevor es an mein Arbeitszimmer ging. Und ich lebe noch heute.
    Augen zu und durch!

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    • Februar 5, 2013 7:30 am

      Ach ja, die machen auch nur ihren Job, sage ich mir immer. Und versuche, die positiven Seiten zu sehen. Zum Beispiel haben die gestern mein Cerankochfeld ganz sorgfältig in den Rest Abdeckplane, den ich da ausversehen noch liegen hatte, eingepackt. Da hat doch jemand mitgedacht und sich Sorgen um mein Eigentum gemacht, nicht wahr?
      Mein Ärger geht eher Richtung Vermieter. So viele Wohnungen sind leer im Haus, hätte man die nicht den betroffenen Mietern zur Verfügung stellen können, so zum vorrübergehenden Wohnen, statt da nur die Bäder zu öffnen? Aber das hätte natürlich mehr Arbeit gemacht. Am Ende hätten sie Leuten wie mir z.B. helfen müssen, ihr Bett um zu tragen.

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  2. Brigitte permalink
    Februar 5, 2013 5:37 pm

    Aber irgendwie hat das improvisierte Leben was, wenn auch nur ganz kurzzeitig und befristet. Als unsere neue Küche kam, standen alter Kühlschrank mit Kaffeemaschine (essentiell!) im Abstellraum und in der Badewanne hatten wir uns mit dem praktischen Bestelltisch Ude V. vom blau-gelben Möbelhaus und einer Plastikschüssel eine Spülstation gebastelt. Aber ohne Küche UND Bad (v.a. Lokus nachts!) ist echt heftig und du hast mein vollstes Mitgefühl. Wie lange brauchen die Handwerker noch?

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  3. Februar 5, 2013 6:14 pm

    du bescherst uns jedenfalls tolle beiträge! danke dafür.

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  4. Februar 5, 2013 7:28 pm

    Sanierung bei lebendigem Leibe ist immer eine Zerreißprobe für die Nerven. Ich wünsch Dir gute selbige.
    (Ich denke gerade an unsere fast 12 Monate unter der Plastikplane, weil die Fassade neu gemacht wurde und Dilettanten am Werk waren.)

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  5. Februar 5, 2013 7:51 pm

    Das find ich wirklich übel, dass man seine Wohnung renovieren muss wenn doch gerade jemand da war um die Wohnung zu renovieren. Die könnten dann doch auch gleich alles machen, zumindest das was sie beim renovieren versaut haben.

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  6. Anja permalink
    Februar 5, 2013 7:51 pm

    Ich drueck die Daumen, dass die Zeit schnell vorbei geht. Immerhin ist die Wohnung danach fast wie neu. Gute Nerven weiterhin! Bei Krach schlafen koennen, ist ja schon mal eine gute Vorraussetzung, alles gut zu ueberstehen.

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  7. Februar 5, 2013 11:25 pm

    Gute Nerven muss ich dir nicht wünschen – du hast welche aus Stahl.
    Stattdessen wünsche ich dir schon mal viel Spass. Nachher. 😉 Und jetzt, wo’s leider noch vorher ist, pack dich ab und und zu in Stahlwatte!

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  8. Februar 6, 2013 12:01 am

    Oje. Ich bewundere deine Gelassenheit. Mich hätte es wohl schon lange woandershin verschlagen; entweder bei Freunden auf die Couch oder zu Verwandten. Ausserd ist auch noch Winter, geht denn die Heizung?

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  9. Februar 6, 2013 7:24 am

    @all: Danke Euch allen für die Wünsche. Und ja, die Heizung geht, wenigstens das. Jedenfalls noch… bis eben daran gearbeitet wird. Soll aber nur einen Tag dauern.
    Das mit den Freunden hatte ich mir auch überlegt, aber da hätte ich auch keine Ruhe gehabt. Wäre ich ganz weg gezogen, hätte ich das mit den Einbauten im Flur nicht bemerkt. Und wer weiß, was noch alles kommt.
    Ach ja, und die renovieren natürlich das Bad. Reparieren die Fliesen in der Küche und beim Flur… da bin ich mir nicht sicher.

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