Skip to content

Zu Besuch bei der Fetten Sandratte und dem einsamsten Bären Leipzigs

Januar 8, 2013

Meine Lieblingstiere sind Elefanten. Und Nilpferde. Flusspferde. Zwergflusspferde. Ich könnte mir so eine Baby-Zwergflusspferd glatt als Haustier halten. Säße dann abends mit meinem Zwergflusspferd-Baby auf der Couch und würde Tatort gucken.

Im Zoo in Leipzig gibt es natürlich noch viel mehr Tiere zu sehen. Und ich gucke natürlich alle, wenn ich da bin. Sogar ins Aquarium husche ich, obwohl ich Fische jetzt nicht so mag, Schlangen schon gar nicht und Frösche sind eklig.

Aber wenn es so wie letzten Sonntag die ganze Zeit so fiesen Pieselregen gibt, hält sich meine Neugier auf Tiere gucken in Grenzen. Jedenfalls die im Freien.

DSCN9547-001

Ist ja auch nicht mehr so einfach, im Leipziger Zoo Tiere zu sehen, seit die da ständig modernisieren und den Standard heben.

Früher, da waren alle Tiere ordentlich in einen viel zu kleinen Käfig gesperrt, in dem sie ein bisschen am Gitter hin und her rennen konnten, da stellte man sich davor und konnte die begaffen. Die Affen saßen auf einer Insel ohne Grünzeug und erfreuten das Publikum, indem sie über Seile balancierten. Und wenn man zur Elefantenanlage ging, konnte man die Dickhäuter schon von weitem sehen. Die konnten sich zwar frei bewegen, standen aber meistens, mit zusammen geketteten Voderbeinen direkt am Graben und streckten dem Publikum ihre Rüssel entgegen.

Heutzutage dagegen verstecken sich die Tiger zum Beispiel ständig irgendwo auf ihrer viel zu großen Anlage. Löwen. Löwen? Muss man aber so was von Glück haben, die mal zu sehen.

Und wenn es so pieselig regnet wie letzten Sonntag ist sowieso kaum jemand auf der Außenanlage. Tiere sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Zoos sowieso nicht.

Wir, also die Kleinfamilie und ich, sind also erst mal zur Afrikasavanne, um dort ganz gemütlich beim Mittagessen Tiere zu gucken. Aber die Gemsen standen wasserscheu unter einem Dach, die Zebras waren gar nicht draußen und die Strausse rannten immer sonst wo rum.

Also ab zu den Giraffen.

DSCN9587

Die sind bei dem Wetter in ihrem Haus, da ist es kuschelig warm und man kann sie gut sehen. Viel wichtiger aber: Die fette Sandratte! Die wohnt im Giraffenhaus und ist trotz Elefanten und allen Nil- und Flusspferden der Welt mein absoluter Lieblings-Zoobewohner. Und kaum hat das Große Kind der Prinzessin die putzigen Nager gezeigt, findet die die auch toll. Und lacht 10 Minuten ununterbrochen und herzhaft. Die Fette Sandratte zeigt sich, ihrer Rolle als Star ganz  bewusst, von ihrer besten Seite. Springt hoch und runter, stellt sich am Glas hoch, kullert sich und sorgt für Action.

DSCN9581

Wenn Sie mal den Leipziger Zoo besuchen: Giraffenhaus. Fette Sandratte. Nicht verpassen.

Weil wir grad hier sind, also in Afrika, gehen wir noch ins Pongoland. Im Winter sind die Menschenaffen ja auch drin, da kann man gut gucken und bleibt dabei trocken.

Nur weil ich drauf bestehe, gehen wir noch zu den Elefanten, wo uns der Bulle mit ein paar Krafteinlagen unterhält.

DSCN9696

…………

DSCN9688

Und dann stehen wir, mehr so ausversehen, vor dem einsamsten Bären Leipzigs. Der lebt ganz allein auf der Bärenburg. Auf der 1929 erbauten Anlage gab es früher auch Eisbären, Braunbären und noch andere Vertreter dieser Familie. Die Eisbären wurden schon lange weg gegeben, weil sie nicht mehr ins Konzept passen.  Auch die anderen Bären zogen nach und nach aus, in andere Zoos oder Tierparks. Die Bärenburg selber wird geschlossen. Sie ist nicht mehr zeitgemäß, zur Haltung von Bären entspricht sie nicht mehr den heutigen Anforderungen einer artgerechten Tierhaltung.

DSCN9682

Da sie aber – glücklicherweise –  unter Denkmalschutz steht, kann sie nicht einfach abgerissen werden. Da soll ein Spielplatz draus werden.

Für Besucher gesperrt wurde sie schon vor knapp einem Jahr, wenn ich richtig informiert bin. Ist ja auch ein trauriger Anblick, so eine Anlage. Doch was macht der einsame Bär da? Gelangweilt läuft er am Wassergraben auf und ab. Und sieht so unendlich traurig aus. Hat nicht mal mehr Ablenkung durchs gaffende Volk. Starrt stattdessen den ganzen Tag auf die leere, einsame Bärenburg.

DSCN9677

Das ist traurig. Der arme Bär.

Schnell ins Gondwanaland. Da ist es sicher lustiger und vor allem viel wärmer.

Vor allem ist es sehr grün. Die Gehege für Raubkatzen sind jetzt gut getarnt damit. Im Kreis rennen die gefleckten Jäger trotzdem. Viel zu schnell, um sie zu fotografieren. Außerdem ist es hier drinnen viel zu dunkel. Das kommt von dem ganzen Urwald, den die hier rein gepflanzt haben. Die Totenkopfäffchen haben viel Platz zum Klettern und Turnen, Tierpfleger stehen mit Sprühflaschen da, um die Besucher notfalls zu beschützen. Auch mahnen sie, das Geländer nicht anzufassen. Schade. Wir stehen lange da und hoffen, dass es doch einem der Gesellen gelingt, ein Handy zu klauen oder die Brille. Aber die kleinen Kerle sind,  scheints, inzwischen gut erzogen. Nicht ein Tierpfleger muss Wasser sprühend einschreiten.

Endlich sehe ich dann noch den Komodo-Waran! Er bequemt sich tatsächlich einmal hinter seinem Stein vor, schaut über die Schulter und verkriecht sich wieder. Auch das Faultier bequemt sich. Wir erhaschen auch einen Blick auf die Tapire, starren von Baumwipfelpfaden auf das Grün unter uns, sehen ganz drei Vögel, weder Riesen- noch Zwergotter und auch keine Silberäffchen, aber Weißgesichtssaki, fahren Boot, bestaunen Piranhas, suchen wie blöd und erfolglos den Löffelhund. Ein Zwergflusspferd kriegen wir natürlich auch nicht zu sehen, dafür aber Leguan und Krokodil.

Bei der ganzen Sucherei vergessen wir die Zeit und plötzlich schließt der Zoo. Grad, als wir beim Eisessen sind. Also in 15 min.

Wenn die Prinzessin größer ist, kaufe ich mir eine Jahreskarte, beschließe ich. Und das nächste Mal nehme ich auch eine bessere Kamera mit. Eine, die auch im Halbdunkel gute Bilder macht.

Die Fette Sandratte besuche ich natürlich auch

DSCN9578
Ältere Bilder, auch von Tiger und Co. und ein ganz altes gibt es auch hier zusehen. Wer mag

Advertisements
14 Kommentare leave one →
  1. Januar 8, 2013 9:24 pm

    Mit hat der Leipziger Zoo auch seh rgut gefallen, allerdings hatte ich Glück mit dem Wetter. War ja auch Mai.
    http://tonari.wordpress.com/2012/05/18/leipziger-viechereien/
    Irgendwann schaffen wir es auch mal, gemeinsam dort nach fetten Ratten zu gucken 😉

    Gefällt mir

    • Januar 10, 2013 8:59 pm

      Ja ich weiß. Ich glaube seit dem (0der doch später?) warte ich auch auf den gemeinsamen Zoobesuch 😉

      Gefällt mir

  2. Januar 9, 2013 8:48 am

    Mein Lieblingstier im Leipziger Zoo war immer der Bronzelöwe. 🙂

    (Und einmal wurden junge Elefanten spazierengeführt, und Kinder durften nebenhergehen. Und der eine hat mich genau auf Nasenhöhe angepupst. Ein sehr eindrückliches Erlebnis. 😉 )

    Gefällt mir

    • Januar 10, 2013 9:03 pm

      Von einem Elefanten angepupst? Da trägt man doch ein Trauma davon! Mich hat ja mal einer immer angepustet, also da waren wir aber im Gehege, und der hat den Rüssel immer wieder durchgesteckt und mich feucht angepustet. Der Tierpfleger meinte aber, das sei eine Sympathiebekundung. Ich habe ihm mal geglaubt…

      Gefällt mir

    • Januar 25, 2013 11:22 am

      Als das große Mädchen, das schon mehr 16 als 15 ist, seine erste Banane aß, an dem Tag waren wir im AllwetterZoo mit all seinen Großeltern. Nein, wir waren mit den Großeltern im AllwetterZoo, so herum wirds klarer. Und der Tiger hat meine Schwiegermutter, die damalige, gesehen, sich rumgedreht und den Schwanz gehoben… ich bin gesprungen, sie hat die nasse Ladung abgekriegt. Es war definitiv keine Sympathiebekundung, meine Schwiegermutter war sichtlich angepißt im vollsten Wortsinn (und ich hätte vielleicht da schon was merken können, Tiger sind kluge Tiere).

      Gefällt mir

  3. Januar 9, 2013 9:09 am

    Da ist dir ein guter Bericht gelungen, liebe Inch. Viel Mühe hast du dir gemacht, ich hab gerne gelesen. Ich kenne noch andere mit Jahreskarte, die erstmal nach dem Kindergarten mit den Kindern in den Zoo huschen.
    Gruß von der Gudrun

    Gefällt mir

    • Januar 10, 2013 9:04 pm

      Wir hatten ja früher auch welche, aber so ohne Kinder geht man eben doch eher seltener.

      Gefällt mir

  4. Januar 9, 2013 12:34 pm

    Bei Preisen wie in Leipzig würde ich mir wohl auch eine Jahreskarte holen. Damit sich das hier lohnt muss ich mindestens sechs mal in den Zoo, das bedeutet mindestens sechs Tage mit anständigem Wetter. Nicht einfach in Hamburg, Pieselregen ist der Normalfall.
    Schnee und Eis hingegen wären ganz vorzüglich für Fotos von Pinguin, Seelöwe & Co. – leider bietet dieser Winter bisher nichts dergleichen.

    Gefällt mir

    • Januar 10, 2013 9:05 pm

      Ihr müsst ins Fernsehen und dann von dem Geld ganz viel Innenzeugs bauen! Da kann man dann auch bei Pieselregen den ganzen Tag verbringen.

      Gefällt mir

  5. Brigitte permalink
    Januar 9, 2013 1:12 pm

    Ich muss überlegen, im Frankfurter Zoo war ich schon ewig nicht mehr (20 Jahre ?), aber ein paar mal noch im Opel-Zoo; und der ist richtig nett! Mit Elchen und Schneeeulen. Für die Elefanten bauen sie dort jetzt eine neue Anlage und die Giraffen haben es richtig schön.
    Wenn hier mal eine Prinzessin (oder einen Prinzen) kommt, machen wir so etwas bestimmt auch wieder öfter. Im Moment stehen wir mehr auf Botanische Gärten. 🙂
    LIebe Grüsse Brigitte
    P.S. Vielleicht ist der Bär garnicht so traurig, sind doch Einzelgänger!

    Gefällt mir

    • Januar 10, 2013 9:08 pm

      Opel-Zoo? Ich hoffe, der heißt so wegen des Sponsors? Oder gibts da Opel in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen? 😉
      Und der Bär, der sah sooo traurig aus. Der war traurig! Tödlich gelangweilt. Und depressiv. Ehrlich. Der hätte uns fast angesteckt.

      Gefällt mir

  6. Januar 16, 2013 6:28 am

    ich finde der leipziger Zoo ist einer der schönsten die es gibt. ich freue mich schon wenn ich wieder nach hause komme, dann wird ein besuch pflicht.

    Gefällt mir

  7. Januar 25, 2013 11:24 am

    Hier in La Palmyre, also nur wenige km von uns entfernt, ist ein großer Privatzoo. Man sieht deutlich, wo „alt“ ist, mit relativ kleinen Gehegen und viel Tier pro Quadratmeter, und wo „neu“ anfängt, mit wesentlich mehr Landschaft und wenig Fauna. Aber sie geben sich Mühe.
    Im Internet diskutiert werden natürlich vor allem der tanzende Elefant („hat doch Hospitalismus!“) und der depressive Eisbär (wenn du nach „ours polaire La Palmyre“ googelst, wirst du Filme finden). An den erinnert mich der einsame (Kodiak-?)Bär in der Bärenburg.

    Gefällt mir

  8. Small Move Mountains permalink
    März 12, 2013 10:19 am

    …als ich Kind war…habe ich in Erinnerung, durfte ich einen kleinen Elefanten im Vorbeimarsch streicheln…die haben ganz lange und vereinzelte dünne Borsten…das war Großartig 🙂

    Gefällt mir

Meinungen?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: