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Pinguine auf dem Dach

Dezember 31, 2012

9:30 Uhr legt das Schiff nach Hiddensee ab. Eine halbe Stunde werde ich wohl zum Hafen spazieren. Frühstücken muss ich auch noch.

Der Wecker klingelt 7:00 Uhr. Sonntag. Hatte der Wetterbericht nicht Sturmböen vorausgesagt? Fahren da überhaupt Schiffe? 7:00 Uhr? Sonntag?

Ich drehe mich um und schlafe weiter.

Gegen 10 bin ich am Hafen. Sonnenschein. Hm. Das Schiff ist weg. Aber 12:00 Uhr gibt es eine Hafenrundfahrt. Hafenrundfahrt hatte ich noch nie. Zaphod sagt, in Hamburg prügeln sich die Kapitäne der Rundfahrtschiffe um die Passagiere. Ob das in Stralsund auch so ist? Ich werde das im Auge behalten. Strolche derweil etwas rum. Ich hab da gestern aus der Ferne so eine Schmuckfassade gesehen… Das Haus entpuppt sich als Hauptschule. Wer hat, der hat. Noch mal ins Heiliggeistkloster und ein bisschen am Hafen lang spaziert. Einen Kaffee in einem Ökoladen und nun aber ab zum Schiff.

Der Ansturm hält sich in Grenzen. Ich suche mir einen Platz unter Deck und warte bei einer Cola auf den Start. Als es losgeht, hält es mich nur 3 min, dann mümmle ich mich ein und steige auf Sonnendeck. Trotz Sonne ist es natürlich schweinekalt hier oben. Als wir unter der Rügenbrücke durch sind, verkriech ich mich wieder nach unten. Die Führung ist ganz wunderbar. Der Skipper weiß zu jedem Haus was zu sagen. Er kennt die Geschichte der Stadt aus dem FF und vor allem die des Hafens und der Werft. Letztere ist insolvent und der Kapitän hält sich lange bei dem Für und Wieder auf, bei den Prognosen für die Zukunft. Sein Bedauern ist nicht zu überhören. Trotzdem, sehr interessant. Wir umrunden Dänholm. Schwedenkriege, dänische Herrschaft, Hanse, Fischerei, Kreuzfahrt, Preußische Marine und die Geschichte der Gorch Fock. Das Original liegt hier im Hafen von Stralsund. Wurde zu Kriegsende vor Dänholm versenkt, um es nicht den Russen in die Hände fallen zu lassen. Doch die haben es gehoben, reparieren lassen und dann fuhr sie als Towarischtsch unter sowjetischer Flagge. In Kiel baute man derweil die Gorch Fock II, nach Originalplänen des I. Die Russen waren auch der größte Abnehmer der in der Volkswerft gebauten Schiffe. Nach der Wende galt es, neue Abnehmer zu finden. In der Werft, wo man jeden Schifftypen bauen kann, entschied man sich ausgerechnet für Fähren für Scandline. Das brach dem Betrieb wohl das Genick. An zwei noch nicht fertig gestellten Riesenkänen führt die Tour vorbei. Als es zurück in den Hafen geht, wage ich mich noch mal auf Deck. Doch die Sonne ist weg, es nieselt leicht.

Da gehe ich eben ins Ozeaneum. Das hat bis abends offen. Und ist trocken und warm.

Tonari hat recht. So richtig rockt das nicht. Ein Haufen präparierter toter Tiere und Fische, Nachbildungen und natürlich viele Aquarien. Ein paar der toten Tiere habe ich schon lebend gesehen, Fische interessieren mich nicht wirklich. Es ist hübsch, ja. Vor allem die, die ich gern esse, mal lebend zu sehen.

Es sind unglaublich viele Kinder hier. Und Rentner. Rentner mit Rollator. Dazu Gruppen mit Guide, die sich wie selbstverständlich vor Dir aufbauen und die Sicht versperren. Ich meine jetzt Gruppen und Rentner und Kinder. Letztere sind ok, über die kann man weg schauen.

Das Highlight ist eigentlich die Pinguinanlage auf dem Dach. Also nicht die Anlage selbst. Aber der Gesamteindruck. Pinguine mit der Skyline von Stralsund im Hintergrund. Nun scheint auch wieder die Sonne bzw. geht grad wieder unter. Herzallerliebst.

In Bremen habe ich gelernt, dass Grünkohl lecker ist. Hier wird er mit Kassler serviert.

Und dann Abendstimmung am Hafen. Hiddensee habe ich verpasst, aber Stralsund bei Sonne ist auch hübsch. Und morgen fährt ja wieder ein Schiff zur Insel.

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6 Kommentare leave one →
  1. Dezember 31, 2012 11:06 pm

    Jetzt werde ich aber langsam unruhig (nee, nicht neidisch) – deine Beschreibung, deine Fotos, ein meist blauer Himmel und Stralsunder Bier: da wünsche ich dir einen guten Rutsch ins neue Jahr

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  2. Brigitte permalink
    Januar 1, 2013 2:18 pm

    Ich wünsch dir ein gesundes und glückliches neues Jahr!!!!!!
    Und ich dachte, gerade das Ozeaneum wäre so eine besondere Attraktion in Stralsund oder verwechsele ich das mit Rostock?
    LIebe Grüsse Brigitte

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  3. Januar 1, 2013 6:46 pm

    Danke Euch beiden. Das Bier der Gerechten gibt es auch als Schwarzbier. Sehr löblich. Und das Ozeaneum ist ganz sicher eine Attraktion. Nur ich bin halt kein Fan von solchen Dingern. Außerdem war ich schon in dem in Genua, immerhin das zweitgrößte Europas. Da war ich schwer beeindruckt. Mir reicht es aber auch, so was einmal im Leben zu sehen. Und sicher bin ich da etwas verwöhnt. Das ist wie wenn man erst mal die Wasserfälle in Island gesehen hat.

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  4. Januar 1, 2013 10:26 pm

    Das Bier taugt, die Stadt scheinbar auch. Leider etwas weit für nen Tagesausflug, aber Stralsund am Wochenende ohne Silvester könnt mich reizen.

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  5. Januar 1, 2013 10:34 pm

    Ich wünsche dir ein ganz wundervolles neues Jahr! 😀

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  6. Januar 2, 2013 10:35 pm

    Auf eine wunderbare Tour nimmst Du uns mit durch die Stadt. Und ich bin erleichtert, dass auch Dir das Ozeaneum nicht als der Renner vorkam. Da gibt es auf der Welt wahrich bessere Konzepte.

    Mal abseits der Stralsundberichte: Ich wünsche Dir ein wunderbar spannendes, erfolgreiches und gesundes jahr 2013 und freue mich, Dich in den Weiten es Netzes entdeckt zu haben. Und ganz bestimmt wird mich der Weg in diesem Jahjr mal wieder nach Leipzig führen…

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