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Wo man singt – Ja, wo eigentlich noch?

Dezember 23, 2012

Singen macht glücklich. Es gibt sogar Studien, die das belegen. Und gesund! Demnach stärkt es das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte des Körpers.
Dass es glücklich macht, sollten wir eigentlich alle, auch ohne Studie, wissen. Warum sonst singen Eltern mindestens ihren Babies etwas vor? Es soll sogar immer noch viele Kinder geben, die sich wenigstens beim Zubettgehen dieses Ritual noch wünschen. Und wer trällert nicht unter der Dusche? Mindestens.

Viele aber eben auch nur dort. Weil sie meinen, nicht singen zu können.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie es „öffentlich“ nicht tun. Nicht allein und nicht mit anderen zusammen. Vielleicht hat gemeinsam Singen auch einen Ruf von Abgestaubtheit. Ich weiß es nicht.
Dabei hat doch jeder schon mal bei einem Konzert seiner Lieblingsband mitgesungen. Aber freilich, da ist es meist ohrenbetäubend laut und man glaubt, nicht gehört zu werden.
Aber mit Freunden zusammen sitzen und singen? Gar um ein Lagerfeuer herum? Denken wir das an Pfadfinder, Pioniere, HJ? Oder ist es doch nur eine unergründliche Scham? Der Komplex zu glauben, dass man nicht singen könne? Sogar in der Kirche, sogar zu Weihnachten, erlebe ich es, dass Menschen nicht singen. Obwohl es für jeden eine Textblatt gibt.

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Ich vermute mal, die meisten Leser hier singen auch nicht unterm Weihnachtsbaum. Also wenn ich mich so umschaue, wäre ich mir nur bei Dreien ganz sicher, dass sie es tun. Was nicht heißt, dass die anderen es nicht tun. Bei eben nur bei den Dreien wäre ich mir sicher. Bei allen anderen würde ich mal drauf tippen, dass die meisten nicht.
Meine Eltern haben heute Hochzeitstag. Ich kann mich gut an eine dem Anlass entsprechende Feier erinnern, ich denke mal, dass es das 25jährige Jubiläum war. Da fing meine Mutter plötzlich an, ein Weihnachtslied zu singen. Der ganze Zweig ihre Familie fiel sofort in den Gesang ein. Der andere nach kurzem Erstaunen auch. Nur mein Vater war irgendwie peinlich berührt.

………………………
Wie allen meinen Lesern bekannt sein dürfte, fahre ich ja gern mal zum Klettern ins Sächsische. Oder nach Griechenland. Frankreich. Rumänien. Italien…
Und da gehört das Singen dazu. Abends sitzen wir gern ums Feuer, oder in der „Stube“. Unserem gemeinsamen Hobby geschuldet werden da erst die Bergsteigerlieder gesungen. Dann, unserer Herkunft geschuldet, Arbeiterkampflieder, was nur Neuzugänge aus dem Westen irritiert bis amüsiert. (Wenn sie erst ein paar Mal da waren, können sie die Lieder auch). Es gibt auch ein paar Volkslieder. Und wenn es den einen oder anderen von uns dann mal in Länder verschlägt, wo Singen etwas völlig normales ist und jeder singen kann, dann geraten wir nicht in Verlegenheit, wenn wir, nachdem die Einheimischen es vorgemacht haben, dazu aufgefordert werden, auch ein Liedlein beizusteuern. Befinden wir uns im ehemaligen Ostblock, finden sich dank unseres großen Repertoires an Arbeiterkampfliedern sogar welche, die wir gemeinsam singen können. Jeder in seiner Sprache. So wie neulich einem Freund in der Mongolei passiert.
Und weil unsere Kinder ja mit uns aufwachsen und Klettern ein wunderbar generationsübergreifender Sport ist, singen die natürlich auch. Auch wenn sie sich manchmal lieber absondern und ihre eigene Singegruppe aufmachen.
In der Vorweihnachtszeit aber, da treffen wir uns und singen zusammen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Jung und alt. Es gibt selbst gebackenes und gekauftes, Glühwein, Kinderpunsch und Stollen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die neuesten Babies werden herumgezeigt und die Dreikäsehoche versuchen sich erstmals im Mitsingen oder tollen mit den anderen laufenden Metern rum.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Gesungen werden ausschließlich Weihnachtslieder. Es ist unglaublich, wie viele es gibt. So viele, dass wir nur für diesen Anlass extra Liederheftchen gedruckt haben.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Denn ehrlich, ich habe höchsten 5 drauf, mit Text auswendig und so. Und die anderen wohl auch. Aber um Textsicherheit geht es ja auch nicht. Sondern ums Singen. Ums gemeinsam Singen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Vielleicht sogar mit dem einen oder anderen selbst gesungenen Lied.

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Und wer starke Nerven hat, kann sich diese Version von 2007 antun

Weihnachtslied
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12 Kommentare leave one →
  1. Dezember 23, 2012 9:19 pm

    Ich singe (gröhle) ausgesprochen gerne – beim Kochen und Backen z. B. Und beim Fernsehen trällere ich aus vollem Herzen Oldies und Rock-Klassiker. Oder zur Zeit „Chase The Sun“, die Darts-Hymne, und den neuesten „Dart-Schlager“: „Stand up if yo like to dart“… 😉 In meiner Arbeit wird das allerdings nicht gerne gesehen – warum auch immer, da gibt es stets scheele Blicke, so, als ob man einen an der Klatsche hätte – wenn man ein fröhliches Liedchen anstimmt… Einige Weihnachtslieder habe ich übrigens auch drauf… 😉
    Ich wünsche dir und deinen Lieben ein ganz wundervolles, harmonisches, sangesreiches Weihnachtsfest!

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  2. Dezember 23, 2012 9:32 pm

    Ich singe total gerne – und ich singe auch Weihnachtslieder. Auch wenn alle sagen, ich kann nicht singen, so lasse ich ich dennoch nicht davon abbringen. Singen macht fröhlich. Und das bin ich gerne!
    Dir ein wunderschönes Fest mit viel Gesang!

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  3. Dezember 24, 2012 6:25 am

    Ich würde mich freuen, wenn im Laufe des Tages auch nur ein Pieps aus meinem Halse rauskäme, der nicht bellender Husten oder stöhnender Schmerzlaut ist – und würde gern, besonders für den Kleinen, eins, zwei Weihnachtslieder singen. Ansonsten musst du das weiterhin übernehmen, denn meine Familie ist sehr singfaul. Außer im alkoholisierten Zustand. Aber der bleibt heute hoffentlich aus…

    Dir und deiner Familie ein schönes Weihnachtsfest!

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  4. Brigitte permalink
    Dezember 24, 2012 1:06 pm

    „Drum singe, wem Gesang gegeben“ – ich jedenfalls singe viel – falls ich nicht gerade pfeife. Heute abend auch gerne wieder in der Kirche mit dem Kind – Papa zu Hause hört lieber Tom Waits (darf er nur hören, wenn er alleine ist).
    Liebe Grüsse, schöne Weihnachten!!! Viel Spass mit „Prinzessin-unterm-Baum“, Brigitte

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    • Dezember 25, 2012 12:46 pm

      Ein Papa mit exquisitem Geschmack. Ich find ja, Tom Waits passt enorm gut zu Weihnachten (Christmas Card from a Hooker in Minneapolis z.B.)

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  5. Dezember 24, 2012 4:54 pm

    Jetzt würd mich mal interessieren, wer die zwei anderen sind (abber isch ‚abbe doch gar keine Weihnachtsbaume, Signora…).

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  6. Dezember 25, 2012 12:44 pm

    Singen? Nur im Stadion. Mit 20.000 anderen Sängern zusammen fällt meine falsche Tonlage nicht so auf (und außerdem ist das eh mehr als Gegröle zu bezeichnen).
    Tatsächlich hatte ich aber mal Schwiegereltern, bei denen Minimum 30 Minuten lang vor der Bescherung gesungen werden musste, Textbücher verhinderten die Verweigerung.
    Kommt aber mehr in katholisch geprägter Umgebung vor hab ich mir sagen lassen.

    Ich wünsche ein frohes Fest (mit oder ohne Gesang)

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  7. Dezember 25, 2012 3:01 pm

    ein schöner beitrag zu weihnachten! ich gehöre zu denen, die gerne singen würden, mach ich ja auch manchmal, aber doch die nahestehenden nicht erschrecken möchte. singen ist etwas feines, und hier bei uns höre ich ab und zu leute laut singen! alleine auf dem weg nach hause gehen sie fröhlich bei uns vorbei, das könnte ich nicht, und ich freue mich jedesmal darüber. liebe weihnachtsgrüße

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  8. Dezember 26, 2012 11:25 pm

    Dank an alle für die Grüße! Ich hoffe, alle haben die Feiertage gut und fröhlich überstanden. Mit oder ohne Gesang 😉

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  9. Dezember 26, 2012 11:51 pm

    Singen find ich gut – ich habe normalerweise schon morgens nach dem aufstehen eine Melodie auf den Lippen 😉

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