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Danke Daniel

Dezember 8, 2012

Gerade ist ein äußerst spannender Herrenverfolger beim Biathlonweltcup in Hochfilzen mit dem ersten slowenischen Weltcupsieg zu Ende gegangen. Und ich klebte am Fernseher, so wie schon beim Saisonauftakt in Östersund. So wie eigentlich schon seit Jahren.

Anfang des Monats, als eigentlich schon Ende des letzten, wollte ich ursprünglich nach Schweden fahren. Das hatte ich so im Januar in Nove Mesto beschlossen.

Gründe gabs dafür einige.

  1. Wollte ich schon mal vor 10 oder mehr Jahren zum Weltcup-Auftakt nach Östersund, musste da aber aus Gründen darauf verzichten.
  2. Hoffte ich, Daniel Graf dort in der höchsten Liga laufen zu sehen.  Der, so erscheint es mir, ist in den letzten Jahren, wenn,dann, nach hervorragenden Ergebnissen bei den Deutschen Meisterschaften, immer am Anfang der Saison im Weltcup gelaufen. Und dann regelmäßig zurück in den IBU-Cup geschickt wurden, aus dem Laien nicht immer nachvollziehbaren Gründen.

Ich war nicht in Östersund zum Biathlon-Weltcup-Auftakt. Zum einen aus organisatorischen Gründen. Zum anderen aber,  weil Daniel im Mai ganz unspektakulär seine Karriere als aktiver Sportler beendete. Das lähmte etwas meinen Elan in der Vorbereitung. Denn ganz ehrlich, in Lappland im Dunkeln frierend im Wald zu stehen… Es gibt schöneres. Man friert als Fan eh immer, da freut man sich auf jeden Sonnenstrahl.

2004 PokljukaIch lernte Daniel 2004 auf der Pokljuka kennen, über das Große Kind. Zum ersten Mal gehört hatte ich von ihm schon ein Jahr vorher beim Deutschlandpokal, als andere Freunde des Großen Kindes so über privates  tratschten.

Nach Pokljuka hatten wir einen losen Kontakt, trafen uns hier und da beim Bike-Biathlon, bei Deutschen Meisterschaften oder beim IBU-Cup, mailten mal mehr oder weniger und auch in der Zeit, als ich von persönlichen Besuchen bei Veranstaltungen absah, verfolgten wir alle im Hause Inch seine Karriere und hielten auf die eine oder andere Art Kontakt.

2007/8 war seine beste Saison, die er als Gesamtdreizehnter beendete, mit zwei Podiumsplätzen, einen davon eben in Hochfilzen, was mich vielleicht zu diesem Blog inspiriert hat.

Trotz dieser guten Saison konnte sich Daniel nicht als festes Mitglied des Weltcupteam empfehlen. Das hatte sicher unterschiedliche Gründe. Krankheiten, Höhen und Tiefen, vielleicht hie und da auch persönliche Vorlieben verantwortlicher Trainer, das sind schließlich auch nur Menschen und dieser Eindruck ist freilich sehr subjektiv.

Wie auch immer und was die Gründe gewesen sein mögen, in der absoluten Spitze konnte er sich auf Dauer nie etablieren. Und so zog er mit knapp über 30 die für ihn einzig logische Konsequenz, beendete seine Karriere und widmet sich nun anderen Dingen.

Das ist natürlich nachvollziehbar, im Biathlon zählt nur die erste Liga, der Weltcup. Oder haben Sie schon mal einen IBU-Cup im Fernsehen gesehen? Live? In voller Länge?

Zwar wurde diese Wettkampfserie in den letzten Jahren aufgewertet und man kann bei entsprechenden Platzierungen auch recht ordentlich verdienen, aber Sportler, wenn sie keine Fußballer sind, wollen an die Spitze. Alles andere zählt wohl nicht.

Für mich ist es natürlich Schade. Ich beklagte ja schon in Nove Mesto, dass immer mehr Biathleten, die ich kennen lernen durfte, zurück treten und ich mich beeilen muss, um die wenig übrig Gebliebenen noch mal zu sehen. (neue jüngere kennen zu lernen fällt bei der zunehmenden Professionalisierung des Sports nicht mehr so leicht wie noch vor 10 oder gar 15 Jahren).

Und mit Daniel hat nun ein ganz besonders sympathischer die Bühne des aktiven Sports verlassen.

Weil es im Mai so nicht zur Jahreszeit passte, will ich heute die Gelegenheit nutzen, um mich bei ihm zu bedanken. Für fast 10 Jahre Biathlon, die Einblicke, die er uns, den Inches, in sein sportliches und manchmal auch privates Leben gewährt hat, und die ehrliche Freude, mit der er uns immer begegnet ist.

Heute, 5 Jahre nach seinem 3. Platz im Verfolger in Hochfilzen, dem zweitbesten Ergebnis, das er je im Weltcup erreichte.

Danke Daniel!

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One Comment leave one →
  1. Dezember 8, 2012 5:52 pm

    Aaaahhh in Inchs Blog schneit es wieder – passend zum Bericht.
    Mit Biathlon hatte ich ausser einer Nachlassregelung noch nie was am Hut. Dabei fielen mir einige 3-Streifenartikel zu, die extra für die Begleiter der Teams zu Testzwecken hergestellt worden sind, damit sie nicht so frieren müssen. 😉

    Gefällt mir

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