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Genieße jede Stund

Dezember 1, 2012

So. Wenn sich Makarius, seines Zeichens Sänger von Die Art, und Dr. Pichelstein aus dem Münsteraner Land zum Musizieren zusammen tun, dann wird aus Makarius nicht nur einfach ein DOKTOR Makarius, es entstehen The Russian Doctors. Und die vertonen seit 9 Jahren die Gedichte des 1961 verstorbenen russischen Tierarztes  Sergeij Waschowitsch Pratajev.

Pratajev wiederum war nicht  nur einfach Tierarzt, er liebte auch die Frauen und den Schnaps.

Und es versteht sich von selbst, wenn irgendwo Veterinäre auftreten, muss ich hin.

Um die Tiere, missglückte Behandlungen, Frauen, den Schnaps, das Wirtshaus, aber auch die Leiden der Menschen (denn Pratajev wollte ja eigentlich ein richtiger Arzt, also einer für Menschen werden, und außerdem gehen in Russland, wo ja alles so weit entfernt ist, die Menschen auch zum Tierarzt, wenn sonst nix in der Nähe ist) und natürlich um das dörfliche Leben geht es denn auch in den Texten des Poeten, von dem Wiki ja behauptet, dass er frei erfunden sei. Aber das ist eine Lüge! Schließlich gibt es Liederbücher mit den Texten von Pratajev, ich habe sie gestern selber gesehen. Und was geschrieben steht, ist schließlich wahr. Auch ein Lexikon soll es geben und diverse andere Abhandlungen zum Leben des großen russischen Dichters, und sogar eine Pratajev-Gesellschaft. Das alles gäbe es doch nicht, hätte der Herr nicht wirklich gelebt, oder? Das wäre ja geradezu jede Menge Unsinn um nichts.

Aber ich will mich hier nicht in solche strittigen Diskussionen einmischen oder gar eine solche lostreten. Ich habe gestern einfach genossen.

Freilich, man musste ziemlich zeitig bei Frau Krause sein, um noch einen der begehrten Sitzplätze in der Kneipe zu ergattern. Das Ding ist schließlich so schon immer voll genug. Das ist natürlich nicht das schlechteste. Ich sitze da auch gern ohne konzertierende Herren. Nur muss man höllisch aufpassen, dass man nicht schon vor dem Start des Events bettreif ist, und zur Bettreife brauche ich nicht all zu viele Biere.

Aber alles glückte und so drängelte ich mich irgendwann mit in den kleinen Saal. Vielleicht 50 Leute passten da rein, noch mal 30-40 Menschen mögen in der Kneipe einfach weitergezecht zu haben.

Immerhin habe ich besser gesehen als weiland in der Arena. Fotos habe ich aber keine gemacht, weil das wäre mir peinlich gewesen, so quasi in der Wohnstube und wo ich jeden 2. kenne. Außerdem hätte ich eh nur Qualm auf dem Foto gehabt. Weil, das ist ja eine Raucherkneipe. Was ich grundsätzlich begrüße, denn gestern war es schon richtig kalt draußen und da läuft ein Raucher immer Gefahr, sich zu erkälten, wenn er so verschwitzt aus dem Saale herauskommt. Und außerdem verpasst er was. Und ich wollte ja nichts verpassen. Trotzdem, so Konzert mit alle rauchen ist ja mal wieder ein ganz neues, lange vergessenes Erlebnis. Mein Durst stieg ins Unermessliche, aber nicht auf Schnaps, fast glaubte ich, „Haare auf der Zunge“ zu haben, mir tränten zwischenzeitlich die Augen. Da die Herren Doktoren aber just in diesem Moment von falsch behandelten Hunden und „toten Katzen im Wind“ sangen, bin ich nicht sicher, ob das am Rauch oder am Herzschmerz lag. „Rundblick vom Turm“, raunte mir mein Nachbar zu, singe er immer, wenn er auf einem Turm stünde. Ich kann das bestätigen, stand ich doch einige Male mit. Ein neuer Merchandising–Artikel wurde gestern kreiert, als 4 oder 5 Leute „Löffel aus Holz“ schwangen. Wir tranken alle ordentlich , wie geheißen, nicht nur Schnaps mit Kräutern, genossen jede Stund und wiegten unsere Rümpfe.

Ich gebe zu, ich habe die Party vorzeitig verlassen. Natürlich nicht, bevor ich meinen Obolus in den herum gereichten Topf warf. Erst  blieb ich noch unverhältnismäßig lange am Tisch hängen, wo ich auf jene traf, die unbeirrt nach anderswo genossener Kultur auf ein Bier einkehrten. Dann war ich ordentlich müde, schon bei Cola angelangt und fand, dass es nun Zeit sei, zu gehen. Ich winkte den konzertierenden Herren und den Kumpels zum Abschied zu und schlich hinaus in die kalte Nacht.

Schließlich habe ich heute nicht wirklich Wochenende, so mit Ausschlafen und so. Aber davon wird später zu berichten sein.

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12 Kommentare leave one →
  1. Dezember 1, 2012 12:37 pm

    Ah, scheint ja ein gemütlicher Abend gewesen zu sein. Ich hoffe der Genuß der Cola hat Dir den nicht verdorben. 😉
    Was dieses hier angeht:
    „Und was geschrieben steht, ist schließlich war.“
    Stimmt! Seitdem ich regelmässig Bild lese kann ich dieses nur bejahen. Es muss ja stimmen, ausdenken kann man sich das nicht!
    Basta!
    Nun wünsche ich Dir noch einen schönen 1. Advent 🙂

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    • Dezember 1, 2012 4:51 pm

      Danke und gleichfalls. Ich habe heute schon mit letzter Kraft die Weihnachtsdeko vom Boden geholt. Aufgestellt wird das Zeug aber erst morgen! Heute muss ich mich noch ausruhen.
      Im Übrigen empfehle ich Dir dringend, von der Bild abzulassen. Regelmäßiger Genuss führt zu unheilbaren Schäden. Da hilft nicht mal Schnaps mit Kräutern aus dem Wald

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  2. Dezember 1, 2012 4:35 pm

    Wenns wahr war, war es wahr… (das h ist geschenkt, ich hab auch so eine Tastatur, nur frißt sie gern b und Leerzeichen.) 😉

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    • Dezember 1, 2012 4:48 pm

      Recht hast Du. Nur fürchte ich, schluckte nicht die Tastatur das h, vielmehr fiel es meinem Kater zum Opfer. Ich habs korrigiert und nun ist alles schön und ich kann mich ohne verschenktes h ins nächste Kulturerlebnis stürzen.

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      • Dezember 1, 2012 8:48 pm

        Einen lustigen Kater hast du. Unserer knackt grad Hühnerbeine, deiner scheint sich mit einem h ohne ühnerbein zufriedenzugeben. 😀

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  3. Dezember 1, 2012 6:26 pm

    Aha-Erlebnis. Schonmal was davon gelesen, für nicht interessant genug zum Anhören gefunden. Aber das hier!? Könnte mein neues Hymen werden – oder so … *duck*

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    • Dezember 2, 2012 6:39 pm

      Ich finde allein die Texte schon Klasse. Den Humor. Schon das zu lesen macht Spaß. Mit Musik kommts natürlich noch besser

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  4. Dezember 1, 2012 7:51 pm

    In meiner Heimat schwört man auf Schnaps aus der Enzianwurzel. Der soll gut gegen sämtliche Gebrechen sein und ein hohes Alter garantieren. 😉

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    • Dezember 2, 2012 6:40 pm

      Ich glaube, man kann fats aus allem Medizin, äh Schnaps machen. Ich sag nur Bärwurz.

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  5. Dezember 2, 2012 2:05 pm

    Von den Russendoktoren hab ich noch nie etwas gehört, dabei sind mir die Namen der beiden nicht ganz unbekannt.
    Und jetzt geh ich einen Schnaps mit Kräutern aus dem Wald suchen, da muss noch was sein…

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