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Radfahren für Anfänger

November 5, 2012

Am Samstag sah ich innnerhalb einer Stunde zwei Radfahrer stürzen, nachdem sie in die Straßenbahnschienen geraten waren. Heute, auf dem kurzen 20minütigen Weg zur Arbeit, schon wieder einen. Der überschlug sich regelrecht vor meinen Augen. Das Fahrrad aber klemmte in den Schienen fest.

Das ist ein doch gehäuftes Auftreten eines Vorkommnisses, das ich so vielleicht nur ein Mal geshen habe, und das ist sicher einige Jahre her. Natürlich hörte ich ab und an davon, besonders Radrennfahrerkollegen, sowohl meine als auch die des Großen Kindes, gerieten da, wo sich Schienenstränge kreuzten, gern mal in die Radfalle. Denn an solchen Kreuzungen ist es oft nicht einfach, die alte Radfahrerregel, wie ich Schienen zu überfahren habe, zu beherzigen. Besonders nicht, wenn man ein bisschen zu schnell auf schmalen Reifen daher kommt.

Die drei Stürze, die ich beobachtete, ereigneten sich jedoch ausnahmslos fern jeder Kreuzung. Einem gelang es sogar, beim ÜBERQUEREN des Gleises in jenem hängen zu bleiben, wo ich mich doch ernsthaft frage.

Und überhaupt frage ich mich: Wieso passiert das plötzlich so oft und auch noch vor meinen Augen? Hängt das mit dem vor einem Monat begonnenen Semesterstart zusammen? Sind das alles Neulinge, aus Dörfern und straßenbahnfreien Städten Zugezogene, die jetzt ihre ersten praktischen Erfahrungen machen? Oder sind das junge Erwachsene, die bis gestern, als sie Kinder waren, noch, von Mutti und Vati wohl behütet und ermuntert, auf den Gehwegen Fußgänger umfahren durften?

Oder lernen sie vielleicht sogar anhand einer App das Radfahren in der Stadt?

Irgendeiner dieser Gattung müssen sie angehören, denn normale Stadtkinder lernen doch wohl schon als solche, wie man Straßenbahnschienen überfährt. IMMER QUER!!!

Und nur um das klar zu stellen: Es gibt keine Fahrradmäntel, die breiter als Schienen sind! Auch wenn der Fachmann Ihres Vertrauens das behauptet!

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11 Kommentare leave one →
  1. November 5, 2012 8:46 am

    „Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen“ (Uwe Johnson). Geholfen hats ihm allerdings auch nicht. Es muss also doch noch andere Ursachen geben :-0

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  2. November 5, 2012 9:25 am

    Au, au, au! In Trambahnschienen bin ich mit dem Radl auch schon mal geraten, alles andere als nüchtern, und hinter mir die Trambahn. Zum Glück konnte die Fahrerin rechtzeitig bremsen – das hätte sehr böse ausgehen können…

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  3. November 5, 2012 11:33 am

    mich hat’s bereits 2x beim ÜberQUEREN der Schienen hingelegt. Einmal in meiner Jugend auf einem stillgelegten Bahngleis (da lebte ich noch in Westberlin OHNE Tram oder gar Schienen) mit einem Rennrad mit ganz dünnen Reifen, aber das zweite mal vor gar nicht so langer Zeit mit einem normalen Stadtrad in Basel in einem Tramgleis.

    Es ist ein unerklärbares Phänomen, denn eigentlich weiss man ja, wie man’s machen muss….. und trotzdem……..

    Grüsse von
    asty

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  4. November 5, 2012 8:57 pm

    Obwohl ich auch so ein Landei bin; nach dem Umzug in die große Stadt bin ich nur einmal steckengeblieben. Außer Schambein geprellt ist zum Glück weiter nichts passiert. Lektion gelernt. Also keine Ahnung, warum es bei dir gerade gehäufte Vorfälle gibt? Steht da evtl. eine Kamera herum und die drehen ein „Wie man’s nicht macht“ Video?

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  5. November 5, 2012 9:15 pm

    Vielleicht ist es eine Konination aus Unerfahrenheit und Nässe. Was im Sommer noch geht, glitscht jetzt weg. Also: Lernen durch Aua.
    Biker meiden Schienen und Kanaldeckel auch wie die Pest. Nur, die bekommen es in der Fahrschule beigebracht. 😉

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  6. November 5, 2012 9:33 pm

    Ach, es gibt durchaus Ballonreifen für Fahrräder! Die haben die Beite von S50-Schlappen 😉 (Allerdings braucht es dann auch Spezialrahmen und Spezialfelgen!)

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    • November 5, 2012 9:58 pm

      Ich wusste, dass dieser Kommentar irgendwann kommt 😉 Ich wusste nur nicht, von wem. *grins* Allerdings, ich gehe hier von „normalen“ Radfahrern aus, die an die Uni, auf Arbeit oder zum Discounter, zur Mutti oder zur Freundin fahren (ja, ich sah nur Männer stürzen 😀 )

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  7. November 5, 2012 10:01 pm

    @all: Ich werde die Sache auf jeden Fall weiter beobachten bzw darauf achten, dass mich so ein stürzender Radfahrer nicht umreißt oder ich vor lauter Hingucken nicht selbst in die Gleise gerate…

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  8. November 5, 2012 11:11 pm

    Ha, gefährliches Pflaster in Leipzig. Hier gibts keine Straßenbahn mehr, dafür sind die Radwege in einem Zustand, der ähnliche Abflüge recht wahrscheinlich macht.
    Gott sei Dank fahr ich nicht Fahrrad 🙂

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  9. November 6, 2012 1:31 pm

    Damals auf dem Dörfchen gab es einen tollen Radweg und auch die Straße war in Ordnung. Die Strecke da draußen wurde gerne von Rennradfahrern zum Traiing genutzt. Bei denen gab es allerdings einige schlimme Unfälle, Zusammenstöße, weil die immer mit Kopf und Blick nach unten losbollern. 😀

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  10. November 8, 2012 8:02 pm

    Als Kinder fuhren wir die Abkürzung durch das Fabrikgeländer der Gerberei. Dort gabe es ein Gleis für die Loren, mit denen die gegerbten und triefenden Häute weggefahren wurden. Es war übrigens das einzige Gleis, das frei zugänglich war in unserer kleinen Stadt. Die beiden Bahnübergänge galten ja nicht. Und die Freundin schaffte es, mit ihrem Fahrrad direkt in die Schienen zu kommen. Sie flog weit und fiel mitten auf’s Gesicht. Die Schrammen heilten irgendwann. Der Schneidezahn war aber ab, und wurde durch ein Platikteil ersetzt, das sowohl hässlich als auch langlebig war.
    So war das der einzige Schienenflug, den ich je sah. Und heute wurde ich wieder daran erinnert.

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