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Leipzig, Deine Einkaufstempel. Ein Nachtrag

Oktober 30, 2012

Ich war nun also auch da. Im neuen Einkaufstempel Leipzigs. In den Höfen am Brühl.

Ja, gut, jetzt ist etwas übertrieben, weil, ich war da schon vor über drei Wochen, aber immerhin erst 2 Wochen nach Eröffnung des überflüssigen Einkaufzentrums. Denn davon gibt es in Leipzig schon genug.  Immerhin, nur 3min Fußweg entfernt die Promenaden im Hauptbahnhof. Und gleich auf der anderen Seite die Innenstadt sowieso.

Irgendwo habe ich gelesen, dass der Sinn der Höfe wohl darin besteht, „Firmen von der grünen Wiese“ zu holen. Was sich mir nicht ganz erschließt, denn die meisten Läden, die ich darin vorfand, gibt es schon in den Promenaden oder und im Stadtzentrum.

Aber, über Sinn und Unsinn des neuesten Konsumtempels haben schon genug andere Leipzig Blogger geschrieben. Das will ich nicht wiederholen.

Grundsätzlich habe ich mich ja gefreut, dass die Blechbüchse wieder aufgebaut wurde und ihren Aluminiummantel erhielt. Im April habe ich hier schon mal darüber geschrieben.

Und dann habe ich zwar über die Eröffnung gelesen und in besagten Blogs, aber selber verpasst, mir ein Bild vom Fertigprodukt zu machen. Bis das Große Kind mich süffisant fragte, ob ich schon da gewesen sei. Unwissenheit wollte ich mir nicht vorwerfen lassen und außerdem gibt’s da einen Elektromarkt, der bisher tatsächlich nicht in meiner Bequemlichkeitsreichweite lag (Paunsdorf ist für mich als zentral Wohnende nämlich schon fast ein bisschen Provinz). Und da ich noch einen Backofen…

Also bin ich hin. An einem Samstag. Ich weiß und habe es hier immer wieder betont: Das ist doof. Aber ich wollte die volle Packung haben.

Nuja, wie alle vor mir schon erwähnten, wirklich neues gibt es da nicht. Außer besagten Elektromarkt. Und ein zwei Klamottenläden, wo es immer L-Größen in 38 gibt. Und einen HotDog-Stand. In den Läden, die es so und so schon im Umkreis von 1km gibt, war das Angebot teilweise erschreckend. Oder die Verkäufer überfordert. Samstag eben. Im Elektromarkt gabs den gewünschten Backofen nicht, aber das will ich ihm nicht vorhalten. Das hätte auch in dem auf dem Bahnhof passieren können.

Vor über drei Wochen sprangen da in den Gängen immer noch so Menschen rum, die dem geneigten Konsumenten bei der Orientierung helfen sollten. Das ist auch bitter nötig. Der ganze Komplex ist nämlich überdimensioniert. Viel zu lang und auch noch drei- etagig. Wie soll man sich da zurecht finden? Und mir ist schon ein Globus zu groß, oder ein Hitmarkt. Und ein Besuch im schwedischen Möbelhaus schafft mich jedesmal.

Und als ich also an so einem interaktiven oder wie das heißt Dingens stand und unter B keinen Buchladen gefunden  und überlegt habe, ob vielleicht unter L wie Lesen (wie bekloppt ist das denn?) oder gar unter H wie diese große Kette oder wie könnten denn Buchläden noch heißen, sprang mich so ein wirklich freundlicher Wegweiser an und fragte, ob ich seiner Hilfe bedürfe. Ja, machte ich ihm die Freude, ich suche einen Buchladen. Doch da legte er sein „Ich bedaure Gesicht“ auf und teilte mir mit, dass es Buchläden hier leider nicht gäbe. Und er schien wirklich enttäuscht, dass ich ihn so etwas abwegiges gefragt hatte.

Pah, wusste ich’s doch! Der ganze Krempel, den die hinten an die Blechbüchse dran gebaut haben, ist völlig überflüssig. Der Elektromarkt und meinetwegen die Hotdogbude hätten nämlich auch in die Aluminiumschachtel gepasst. Und Platz für einen Buchladen wäre da auch noch gewesen!

Und nun ein paar Bilder, ein bisschen größer, extra für Herrn Ärmel (drauf klicken, Sie wissen schon)

Die Blechbüchse

Die Blechbüchse

Und links der Wurmfortsatz

Und links der Wurmfortsatz

Früher standen da ein paar hässliche Wohnblocks, die auch nach Herrn Fischers „Verschönerung“ nicht bei allen auf Zustimmung stießen

Aber als sie abgerissen wurden, hatte man von der Innenstadt kommend einen schönen Blick auf die reformierte Kirche und ein Stück Ringbebauung. Und so mit ohne Zaun und dafür etwas Grün und ein paar Bänken hätte das doch sehr schön werden können.

Und vom Bahnhof kommend, hätte der Besucher unserer sonst recht hübschen Stadt gleich das Romanushaus erblicken können. Das steht da immerhin seit 1704.

Das Haus an der Ecke ist gemeint

Das Haus an der Ecke ist gemeint

So aber versteckt es sich hinter dem Wurmfortsatz (siehe Bild 2). Immerhin legten hier die Stadtplaner eine gewisse Konsequenz an den Tag, denn auf dem Platz, den sie auf obigen Foto links sehen, steht das Bildermuseum, auch schön aus Beton und Glas. So kann sich das Romanushaus nun schön spiegeln.

Hier noch mal ein Blick auf die Blechbüchse, die mit ihrem Anbau jetzt Höfe am Brühl heißt, von der Großen Fleischergasse aus.

Und das Loch, dass sie da sehen, das ist eine Baustelle. Da kommt die Hainspitze hin. Da kann man dann auch einkaufen. Wenns fertig ist.

Immerhin durften vorher die Landesarchäologen ein bisschen darin rumwühlen. Und fanden Zeugs aus dem 11. Jahrhundert. Und ein paar Antworten zur Stadtgeschichte.

Und weil sich der Baubeginn des neuen Kaufhauses verzögert, darf man sogar noch ein bisschen weiter graben. Bis Mitte November oder so.

Ausgrabungen an der Hainspitze

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10 Kommentare leave one →
  1. Oktober 31, 2012 1:01 am

    De Broohdbiggse is wiedor da!

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    • November 1, 2012 7:38 am

      Brohdbiggse? So nennt Ihr unsere Blechbiggse? Das wusdsch nich

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      • November 1, 2012 8:13 am

        De Leide aus dor Stadt mit den drei „Ooh“ im Nahm hamm das immor Brohdbiggse genannd. Jedenfalls meine Schwiecherleide … 😉

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  2. Oktober 31, 2012 6:22 pm

    Ein Einkaufszentrum ohne Buchladen – das lässt jetzt sehr tief blicken…

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    • November 1, 2012 7:37 am

      Eigentlich ist es nur konsequent, wenn ich so drüber nachdenke. Der Konsument soll schließlich konsumieren. Und nicht irgendwo rumsitzen und lesen

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  3. Oktober 31, 2012 11:06 pm

    Der Elektromarkt hat doch bestimmt E-Book Reader im Angebot *fg*
    Ob so ein dusseliges Einkaufszentrum, von denen es eh viel zu viele gibt, auf Dauer erfolgreich Menschen anlockt hängt ganz gewaltig mit dem Angebot zusammen, wenn es da nur den üblichen Standard gibt wirkt sich das auf die Umsätze aus, auch auf die Umsätze der Elektromärkte. Ich fahr nur dahin um ganz gezielt Dinge zu kaufen und hau dann wieder ab, wenn es keine interessanten Läden gibt.
    Mein Buchhändler ist um die Ecke, auf dem Weg zur Arbeit, und zahlt wahrscheinlich weniger Miete als in so einem aufgemotzten Kasten. Ich brauch solche Einkaufszentren nicht. Schon gar keine ohne Buchladen. Und je mehr Menschen so denken, desto schneller werden die meisten wieder eingestampft.

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    • November 1, 2012 7:36 am

      Mein Buchhändler um die Ecke ist ja leider weg. Da ist jetzt so eine Filiale von so einer Kette drin, da hat mir mal ne Buchhändlerin aus Frankfurt erklärt, wie das darin warum so schlecht funktioniert. Ja, und in dem großen Dingens war ich ja nur wegen des Backofens, und um Mitreden zu können. Denn ich gehe in so große Dinger auch nur, wenn ich gezwungen werde oder wenn ich gezielt was suche. Aber eigentlich erschöpfen mich schon Klamottenläden von der Größe eines C und A oder H und M

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  4. November 1, 2012 12:00 am

    Irgendwie absurd – ich sitze gerade mitten in einer irren ruhigen Landschaft und lese vom Konsum-(Getriebe) in der Stadt. Einkaufszentren widern mich an und schwedische „Möbel“häuser betrete ich nur, wenn man mich mit der Waffe dazu zwingt. Und am schlimmsten: alle Shopping-Malls, die ich in Hauptstädten oder Metropolen kenne, verkaufen den gleichen Mist zu teuer. Und in der dritten Etage gibts jeweils schlechtes Zeuchs zu essen und trinken.
    (sorry Inch, aber mein Kommentar kommt ausm Herzen – nach einer feinen Flasche „Primitivo de Manduria“ [Frau Waas hat mitgetrunken!]) 🙂

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    • November 1, 2012 7:33 am

      Du musst Dich nicht entschuldigen. Ich hasse die großen Dinger ja auch. Schrieb ich ja auch irgendwo. Nur, um Mitreden zu können, musste ich da mal hin. Und wegen des Backofens, ja. Und was den Wein betrifft, den habt Ihr doch wohl ordentlich geteilt, oder?

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  5. November 5, 2012 10:40 am

    Zum Einstampfen: Hmnaja, und dann steht da ein riesiges leeres Einkaufszentrum rum. So ist das hier (Ortsteil von Köln) und das Riesenteil wird und wird nicht genutzt, Abgerissen auch nicht. Es gammelt leer vor sich hin. Da einen fetten Buchladen rein, eine Lush-Filiale und einen Bio-Supermarkt..und einen Hotdogstand…und das Wombat wäre im siebten Himmel, obwohl es von großen Läden/Malls auch schnell überfordert ist.

    Und allgemein: Ich will dir keine Angst machen, aber als hier die Köln Arkaden (gerne auch Kalk Arkadasch genannt) eröffnet wurden, war ich noch eine flotte Mittdreißigerin (will sagen: das war vor ein paar Jahren), und es wuseln heute dort immernoch Menschen herum, die einem dem Weg zeigen sollen. An der zentralen Infotheke sitzt nie die selbe Person wie bei meinem letzten Besuch (muss ein anstrengender Job sein, so oft bin ich aber auch nicht mehr da). Und es gibt nur einen pöseligen Buchladen von einer Kette, die immer alles und nichts dahat und von letzterem zu viel…

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