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Rennende Enten und paddelnde Gladiatoren

August 20, 2012

Als ich letzten Freitag zur Kleinfamilie, sie wohnt genau am anderen Ende des Parks, fuhr, war die Sachsenbrücke voller Menschen. Eine Band trommelte und ich dachte: Macht ma! Das Kleine Kind hatte mir schon erzählt, dass ein paar hippe Menschen glauben, wir hätten hier ne Karlsbrücke. Kaum hatte ich die Brücke überwunden, ohne jemanden tot zu fahren, versperrte mir das Wermsdorfer Fischersdorf den Weg. Ah! Das kenne ich! Also Wermsdorf. Da muss es irgendwie viele Teiche geben. Oder so. Jedenfalls kam der Binnenfisch schon zu meiner Kinderzeit von da.

Als ich zurück kam, nahm ich die Brücke nebenan und  dachte: Och nö, was wird das für ne Wochenendbespaßung? Buden und Büdchen entlang des Elsterflutbettes, Lautsprecher und Plastickhüpfburgen.

Zu Hause hatte ich eine Idee und ließ die mir von Guggle bestätigen: WASSERFEST. Schon das 12. Und ich habe es immer verpasst, weil ich im August normalerweise im Urlaub bin. Oder klettern. Oder keinen Bock hatte.

Aber nun, so hinterm Haus und weil der Zahnarzt am Freitag noch meinte, ich solle mich nicht so der Sonne aussetzen, aber klar, im Schatten könnte ich schon ein bissl an die Luft, habe ich mich also am Samstag unters Volk gemischt. Hab mich auch immer schön im Schatten aufgehalten, dem Gladiatorenpaddeln zugesehen und eine Entchenpatenschaft übernommen. Gegessen habe ich nichts. Roch zwar lecker, aber der Schnabel geht immer noch nicht weit genug auf.

Am Sonntag dann bin ich wieder zum Flutbecken zum Entchenrennen. Und dann habe eine Ewigkeit gewartet, dass die Gewinnerenten bekannt gegeben werden. Weil es so heiß war und sonnig, wurde das auf die Hauptbühne in der Max-Reger-Allee verlegt. Haben die ehrlich so gesagt. Max-Reger-Allee! Weiß doch kein Mensch, wo das ist. Ich meine Park ist Park und da gibt es die Rennbahn und den Spielplatz, den Springbrunnen und den Muiskpavillon. Das Flutbecken, die Wege links und rechts davon, die Wege zur Rennbahn, am Glashaus, nach Schleußig rüber und immer so weiter. Aber Max-Reger-Allee? Da musste ich dann doch mal in die Sonne und zur Frau Ansagerin und fragen. Die hat‘s dann nicht nur mir, sondern ihr Kollege dann über den Lautsprecher noch mal allen gesagt.

Nun weiß ich, wo die Max-Reger-Allee ist. Nur falls mich mal ein Zugezogener fragt. Für alle anderen ist es weiter der Weg von der Rennbahn zur Käthe-Kollwitz-Straße.

Ach so, ja. Meinem Entchen 4331 war es übrigens zu heiß. Also nicht, dass es nicht geschwommen wäre, aber eben nicht so schnell. Nun kann ich nicht eine Woche Floßfahren in MeckPomm. Und auch nicht für 500€ bei Saturn einkaufen. Für 200 in der alten Nikolaischule essen oder im Gut Mölkau feiern. Ich habe auch keine wasserdichte Handytasche. Ich hatte nur eine absolut unergeizige Ente. Irgendwie sympathisch, oder?

(Wie immer: Drauf klicken zum groß gucken)

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8 Kommentare leave one →
  1. August 20, 2012 6:32 pm

    Entchen-Rennen sind ein Heidenspaß! In der Nähe von München an der Isar gibt’s auch so was, immer am 3. Oktober – und gewonnen habe ich dabei ebenfalls noch nie etwas. 😉 Aber die Stimmung ist großartig!

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  2. August 20, 2012 9:04 pm

    Das ist mal ne witzige Aktion, ich kenn das von nem Bekannten aus der Schweiz, da machen die auch so etwas. Ich hätt bestimmt auch eine völlig unmotivierte Ente gehabt, aber garantiert ebenfalls teilgenommen. Solche Feste sind für Fotografen eigentlich Pflichttermine, gibts doch Motive satt. Allein die Schütt-Aktion mit dem Schaufelbagger ist grandios.
    Allerdings würde ich nach einer Zahn OP eher leidend auf der Couch liegen und mir einen Film reinziehen, Du gehörst wirklich zu der härteren Fraktion wie mir scheint. Respekt.

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  3. Gudrun permalink
    August 20, 2012 9:41 pm

    Eigentlich wollte ich zum Wasserfest, aber im Lindenauer Hafen fiel es aus. Die Speicher sind zu baufällig um ausgelassen zu feiern, hieß es. Ich habe so gar noch gegockelt, wo die Max-Reger-Allee ist. Dabei blieb es aber. Ich habe gestreikt.
    He, deine Ente gefällt mir: Immer schön mit der Ruhe. (So haben es meine früheren Enten auch immer gehalten.)

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  4. bitze permalink
    August 21, 2012 2:18 pm

    Enten die Ehrgeiz entwickeln, nachdem sie mit dem Bagger ins Wasser gekippt wurden, sind doch suspekt. Enten sollten bräsig im und am Wasser dümpeln und höchstens mal ein Boot ente(r)n…

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    • August 21, 2012 6:38 pm

      Ja, ich finde meine Ente ja auch cool. Das sie so dem Ehrgeiz völlig abgeschworen hat. Sie ist auch viel entspannter und das Leben mit ihr ruhig und unaufgeregt. Trotzdem, die Floßfahrt hätte ich ihr jetzt nicht übel genommen

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