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Da war doch noch was

August 6, 2012

Ich schulde Ihnen ja noch  die Aufklärung bezüglich des seltsamen Briefes.

Nun, eine Erklärung konnte  mir noch niemand liefern, so dass auch ich Ihnen die schuldig bleibe, aber einen kleinen Zwischenbericht hätte ich zu liefern.

Zum Thema Deutsche Post.

Ich googelte also hoffnungsfroh nach dem Briefzentrum 04. Mein Begehr war eine Telefonnummer. Eine Hotline. Ein Ansprechpartner. Irgend etwas oder irgend jemanden, der mir helfen könnte, mir meine Sorgen zu nehmen. Ich fand allerhand Briefzentren. Und Menschen die Stempel nur von bestimmten sammeln. Jaja, die Welt ist voller merkwürdiger Menschen und in den Köpfen dieser geistern skurille Ideen und Gedanken.

Was ich nicht fand, war eine Telefonnummer. Auch nicht vom Zentrum 09 oder 01.

Also habe ich die Deutsch-Post-Zentrale gegoogelt. Und weil ich vermutet habe, dass das ein längeres Gespräch wird, habe ich nicht die kostenpflichtige Nummer gewählt, sondern etwas länger gesucht. Im Kleingedruckten dann eine Festnetztnummer. Und das endlose Hängen in der Warteschleife.

Doch schon beim 3. Versuch hatte ich Erfolg. Briefzentren, so wurde mir mitgeteilt, könne man nicht einfach so anrufen.

Aha! Na dann werden Sie mir helfen müssen.

Ich schilderte den Vorfall mit dem merkwürdigen Brief und dem noch merkwürdigeren Inhalt, als hätte ich es mit einem Drittkläßler zu tun. Und ich mußte mich auch nur drei Mal wiederholen, bis die Dame am anderen Ende der Leitung zu begreifen schien. Leider könne sie von da aus (Bonn) die Sache nicht klären. Ja, das dachte ich mir. Also doch eine Telefonnummer vom Briefzentrum 04? Nein, das geht nicht. Nun, dann müssen Sie es wohl doch von dort aus (Bonn) klären. Ja, das könne sie nicht. Ich will aber eine Klärung!

Nun stellte sie Vermutungen an. Jemand könnte die Postkarten in einer Schublade auf irgendeiner Post gefunden haben. Jemand könnte…. Danke, diese Vermutungen habe ich alle selbst schon angestellt und die helfen mir nicht weiter. Weil es eben nur Vermutungen sind. Und ich will eine Klärung des Falls!

Zwischendurch merkte ich hie und da, dass die Dame doch nicht so Recht begriffen hatte und erklärte und korrigierte ein ums andere Mal neu.

Der Höhepunkt war, als sie mir vorschlug, den Briefträger zu fragen. Da nun wiederum verschlug es mir kurzzeitig die Sprache. Zum Glück aber habe ich als Student mal als Briefträgerin gejobbt und konnte die Dame nach Wiedererlangung meiner Sprachfähigkeit zurecht weisen, dass der Briefträger mit Sicherheit das schwächsten und nach mir das unwissenste Glied der Kette der Merkwürdigkeiten ist.

Ob meiner für sie völlig unerwartet aufblitzenden Kompetenz hinsichtlich der Postzusteller bot sie mir hilflos an, mich mit ihrer Vorgesetzten zu verbinden.

Der mußte ich die Sachlage tatsächlich nur zwei Mal schildern, was ich als deutliches Indiz dafür werte, dass zumindest in der Zentrale der Deutschen Post in Bonn die Hierarchie von Intelligenz beeinflußt wird.

Die Vorgesetzte freilich konnte mir auch nicht die begehrte Telefonnummer geben, verzichtete aber wenigstens darauf, mich mit Vermutungen zu langweilen. Statt dessen nahm sie meinen Fall auf. Notierte sich alles (sagte sie zumindest) und versprach, die Sache weiterzuleiten.

Als ich, nicht ohne mich zu bedanken, auflegte, beschlich mich ein merkwürdiges Gefühl. War ich nicht letztens anwesend, als eine Kollegin einen Kollegen darauf hinwies, dass er Dienstleister sei und wenn ein Wissenschaftler ein Problem mit einem defekten Gerät hätte, er wenigstens, selbst wenn er genau wüßte, dass er da gar nichts machen könne, sich die Sache mal ansehen solle, bevor er bedauernd mitteile, dass er da nichts machen könne, er aber die entsprechenden Techniker anfordern würde? Sagte sie nicht einen Satz wie: Da fühlen sich die Wissenschaftler ernst genommen?

Nun bin ich gespannt, ob die Vorgesetzte in Bonn mir  nur das Gefühl vermitteln wollte, ernst genommen zu werden, oder ob sich tatsächlich was tut.

Ich halte Sie auf dem Laufenden.

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14 Kommentare leave one →
  1. August 6, 2012 1:34 pm

    Wenn Stillstand Vorankommen ist, geht es jetzt einen Schritt weiter… :/

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  2. August 6, 2012 1:55 pm

    Da bin ich aber auch gespannt…ist wirklich spannend 😆

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  3. Brigitte permalink
    August 6, 2012 2:09 pm

    Ich werde NIE begreifen, warum man keine Telefonnummer bekommt….jedoch z.B. die Telecom mich ohne Probleme anrufen kann, um meine Zustimmung einzuholen, mir „neue Angebote“ (?) zu unterbreiten. Was zum Teufel erwarten die deutschen Postbeamten, was du mit dieser kostbaren Nummer tust????? Sie weiterverkaufen, zu Werbezwecken nutzen….etwas, was die deutsche Post ihrerseite natürlich NIEMALS tun würde. Aber wahrscheinlich kannst du es unter „das haben wir noch nie gemacht, das wurde immer so schon erledigt, da könnte ja jeder kommen“ ablegen….
    Liebe Grüsse, bleib dran..

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    • August 6, 2012 3:02 pm

      Achtung, Post ist nicht Telekom (und Telekom ist nicht Telecom)!

      Die wollen halt, daß die Leute im Sortierzentrum Briefe sortieren und nicht telefonieren.

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      • Brigitte permalink
        August 6, 2012 5:40 pm

        Früher war das alles mal Posthörnchen!!!! Die Älteren unter uns erinnern sich noch….z.B. ich!

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        • August 6, 2012 6:16 pm

          Ich auch, ich bin noch ein Vorwendekind. Aber die Trennung ist 1994/1995 vorgenommen worden, so langsam sollte das auch wahrgenommen werden…

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  4. August 6, 2012 4:17 pm

    so schwer is dat ooch nich. Der Zusteller hat ja die Nummer vom Vorgesetzten, ich würde den schon mal abfangen! Im Briefzentrum wird da keiner helfen können, weil da 1000 Leuts arbeiten. Die Post wird von dort ja zu den einzelnen Zustellstützpunkten gebracht und von dort kenne ich auch diese Umschläge. Also Zustellkraft ausfragen, und tel nr vom ZSP geben lassen. 😀

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    • August 6, 2012 6:35 pm

      Der Zusteller sortiert die Briefe seines Zustellbezirkes doch nur. Der weiß nicht, wer das eingetütet hat. Aber ich kann mich ja Samstag mal vor die Tür setzen und ihn abpassen 😀

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  5. August 6, 2012 10:11 pm

    Hm!… Man gewinnt schon bisweilen den Eindruck, dass in sogenannten „Service-Centern“ die Mitarbeiter aufgrund ihres „fachlichen und intelligenten Quotienten“ ausgesucht werden – wer mehr als 90 aufweist, ist für den Job ungeeignet. :mrgreen:

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  6. August 6, 2012 10:47 pm

    @Brigitte, @ Wolfram
    Ich kenne nur Streifenhörnchen. Und die haben nie nicht Post ausgetragen. Tun sie auch heute nicht 😀

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  7. August 7, 2012 2:35 am

    Alle aus den 80ern? Kann es sein, dass Du die nie erhalten hast, weil das Mysterium für Staatsunsicherheit die verdächtig fand? Und nu wird der Nachlass langsam aufgelöst?
    Andererseits würde ich dann eine schriftliche Erklärung dazu vermissen. Sehr seltsam alles.

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    • August 7, 2012 6:24 pm

      Stasi? An die Firma habe ich ja noch gar nicht gedacht… Aber da hätte sicher ein Schreiben bei gelegen

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