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Reiten, Paddeln, Bioziegen

Juli 13, 2012

Heute war wieder so ein pieseliges Wetter und ich guckte den Radprofis zu, wie sie durch die Ardeche-Schlucht fuhren.
Da waren wir auch schon mal. 2004.
Aber nicht zum Radfahrer gucken, sondern zum Klettern. Also eigentlich.
Denn Ostern 2004 war es so kalt, dass die Zelte gefroren. Und wir wickelten uns nachts in alles ein, was irgendwie dazu geeignet war. Tagsüber aber zogen wir alles an, was wir mit hatten.

Es war nicht all zu viel.
An dem einen warmen Tag waren wir wirklich klettern.


Die anderen regenfreien Tage nutzten wir, um mal den Chassezac runter zu fahren. Dieses Foto wurde an einer ruhigen Stelle aufgenommen, vermutlich am Anfang der Fahrt. So entspannt , wie ich da gucke. Oder fixiere ich die nächste Stromschnelle?


Ich wusste zwar, dass das eine Wildwasserfahrt wird, hatte aber natürlich keine Ahnung, was wirklich auf uns zu kam. Sonst hätte ich dem Kind vielleicht einen Helm aufgesetzt. Dem Großen und mir auch. Denn immerhin landete einer unserer Freunde unter dem Boot. Das war an den aufeinanderfolgenden Stromschnellen, an denen es die Hälfte der Truppe irgendwie ins Wasser warf.
Es warf ja eh immer Leute ins Wasser. Weswegen wir so alle paar hundert Meter an Land gingen, unsere Boote auskippten und auf die Gekenterten warteten.
Das Kleine Kind und ich kamen entgegen aller Erwartungen überall mit dem Kopf oben und dem Boot unterm Hintern durch und an. Wohl, weil ich in den Strudeln jeden Versuch, zu steuern, aufgab und dem Kind nur zuschrie (wilde Wasser sind recht laut), weiter zu paddeln. Auch wenn wir auf Steine zusteuerten oder durch Gebüsch.
Dann also standen wir wieder am Ufer, und während das Kleine Kind  fror, half ich, bootlose Menschen aus dem Wasser zu fischen und herrenlose Paddel und menschenlose Boote. Unter dem einen fanden wir dann jenen Kumpel. Als alle und alles an Land gezogen war, stellte ich – zugegebenermaßen mit einem Anflug von Panik- die Abwesenheit des Großen Kindes fest. Die hatte sich, eine Kurve zurück, auf einen großen Stein gerettet. Paddel in der Hand. Auch wenn sie sich als Nixe recht hübsch machte, musste sie wohl oder übel ins Wasser hopsen und sich ans Ufer ziehen lassen.

..
Wir waren auch reiten.

Davon gibt es aber keine Bilder, weil ständig Menschen von den Pferden gefallen sind und wir alle Hände voll zu tun hatten, die herrenlosen Tiere wieder einzufangen und die Freunde zurück auf die Pferde zu setzen.

..
Dann haben wir zum Glück einen Ziegenhof entdeckt.

Mit Gaststätte. Einen Bioziegenhof mit Bio-Gaststätte! Das Restaurant befand sich zwar auf der Terrasse, wo es natürlich schweinekalt, aber immerhin überdacht war.

Da haben wir den Rest des Urlaubs verbracht.

Und auf die Ardeche runter geschaut und die armen Irren, die da in Kajaks lang sind. Die Deppen.

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9 Kommentare leave one →
  1. Juli 13, 2012 10:17 pm

    Deine Schilderung geällt mir – aber so ein Urlaub wär niemals nie nicht was für mich 😉

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  2. Juli 13, 2012 10:46 pm

    Wie abenteuerlich! Das wäre etwas für das Wilde Weib in mir gewesen! 🙂

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  3. Juli 13, 2012 10:57 pm

    nach deinem schönen Bericht freue ich mich jetzt noch mehr auf das nächste Wochenende: da gehts zum raften in die Tara-Schlucht. Jetzt ist das Wasser angeblich niedrig, also langsam. Gerade das richtige für Herrn Ärmel mit seinem Hut, seinem Regenschirm und im Mantel. Mein Stativ darf ich nicht mitnehmen, das hat Frau Waas ausdrücklich verboten. Und dabei wollte ich einige Fotos vom Boot aus machen…

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    • Juli 14, 2012 10:33 pm

      Mit Hut, Regenschirm und Mantel?
      Mein Fotozeugs war übrigens gut verstaut in der Tonne, die wir im Kanu mit hatten. Aber zum Fotografieren bin ich nicht gekommen.

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      • Juli 14, 2012 10:42 pm

        o.k. Kanu ist eine anderes Kaliber als ein Schlauchboot.
        Hut, Regenschirm und Mantel? Aber natürlich, so kennt man mich 😉

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  4. Brigitte permalink
    Juli 14, 2012 12:25 pm

    Nee, so mit dem Kanu ist nix für Mutters Tochter…..das dachte ich so als wir vor 2 Jahren an der Ardeche waren. Den Zielort gestern hatte ich übrigens viel hässlicher in Erinnerung, wir sind da nur durch gefahren und haben Richtung Berge übernachtet. Den nächsten Tag gings dann ganz hoch auf das Plateau mit Riesenaussicht in Richtung Cevennen – ganz toll!!! Unvergesslich ist mir, dass dort in einem Garten ein Tisch für viele Leute für ein festliches Mittagessen gedeckt war, oberhalb eines Sees mit dieser phantastischen Aussicht. Da wäre ich gerne eingeladen gewesen…..
    Heute ist die Etappe ja wohl eher unspektakulär, was die Ausblicke betrifft. Da werden wir wohl selber mal sporteln gehen…leider indoor und nicht auf dem Fahrrad. Mehr so Muckibude. 🙂
    Wünsch dir ein schönes Wochenende, liebe Grüsse

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    • Juli 14, 2012 10:35 pm

      Oh ja, die gedeckten Tafeln im Garten oder am Straßenrand! Da sieht man, dass die Franzosen (und die Italiener) zu leben verstehen!

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  5. Juli 16, 2012 2:07 am

    Kanu find ich toll. Auf stillen holländischen Binnenseen, oder in der Alster, die fließt nicht so schnell und es gibt jede Menge Biergärten mit Steg..
    Aber Wildwasser? Das ist womöglich auch noch kalt wenn man reinfällt *g*

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