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Duchsicht(ig)

Juli 2, 2012

299,00€ kostet mein Zur-Arbeit-Fahr-Rad.

Als ich es gekauft habe, war es sogar gerade gesenkt und ich musste nur 202 Euronen über den Ladentisch reichen.

Schwarz ist es, die Komponenten billig. Genau richtig, um nicht in die begehrlichen Augen der Fahrraddiebe zu fallen.

Gekauft habe ich es in einer größeren, Republik bekannten Fahrradkette, für die ich jetzt hier keine Werbung mache. Die jedenfalls bieten an, dass Gefährt lebenslang zu „durchsichten“. Nicht ganz unwichtig bei den angesprochenen billigen Komponenten. Ist so ein Teil verschleißt und muss ersetzt werden, muss ich das freilich bezahlen. Aber Bremsen nachstellen, Laufräder zentrieren und so Kram, das ist kostenlos.

Als es warm wurde im Land, holten ganz viele Städter ihre Zweiräder aus dem Keller, stellten ein paar Mängel fest und wurden in der Werkstatt des Händlers vorstellig. Dieses erhöhte Kundenaufkommen führte dazu, das ich mir einen Termin für die Durchsicht holen musste.

Nachdem ich zwei Monate (ZWEI MONATE!!!) gewartet habe, schob ich das Schwarze also am Freitag in den Laden. Ein ziemlich unsympathischer Schrauber wackelte ein bisschen an den Bremsen rum und fragte geringschätzig: Wann hamsn das gekooft.

Ja, was weiß ich. Vor vier fünf Jahren. Eher fünf.

Aha. Ich rechne Ihnen mal aus, was das kosten würde.

Machen Sie mal.

300€

Was???

Ja, das muss alles ausgetauscht werden. Die Bremsen und….

Moment! Die Bremsscheiben sind neu. Also fast. Zwei Monate alt.

Ja, aber die ganzen Bremsen müssen ausgetauscht werden, weil… und hier.. und da..

Und dann beschreibt mir der Typ genau das, was sich jährlich lockert (eben billig) und jährlich nachgestellt werden muss.

Also  wissen Sie, unterbreche ich ihn, für 300€ kann ich mir ein neues „Zur-Arbeit-Fahr-Rad“ kaufen.

Ja, das sollten Sie.

Ja aber sehen Sie, ich mag mein Fahrrad. Fährt wunderbar, ist robust und zuverlässig. Ich fahr das mal noch ein bisschen.

Sagte es und schob das Schwarze wieder raus an die frische Luft.

Komme ich entweder wieder, wenn der nette Mechaniker da ist, der auch mal (ohne Termin) was nachzieht für eine Spende in den Topf notleidender Radfahrer. Oder ich gehe gleich zu den Jungs um die Ecke. Die trennen sich zwar nur ungern vom Fernseher mit den Trickfilmen, arbeiten aber, wenn man sie erst Mal weg gelockt hat, zuverlässig. Und preiswert.

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4 Kommentare leave one →
  1. Brigitte permalink
    Juli 2, 2012 2:06 pm

    Bei uns hier an der Uni gibt es an der Mensa einen sehr günstigen Fahrradreparaturdienst, vielleicht bei Euch auch an der Uni? Frag mal deine Töchter, die wissen so etwas mit Sicherheit, das spricht sich schnell rum.

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    • Juli 2, 2012 2:22 pm

      oops! Zwei Blogs an einem Tag? Das war so nicht geplant :D. Na, da mach ich morgen mal Pause 😉

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  2. Juli 3, 2012 1:15 am

    Gute Fahrradschrauber sind ähnlich selten wie gute Autoschrauber. Muss man leider oft lange nach suchen, weil der kleine Höker an der Ecke nicht unbedingt ein Garant für besseren Service ist.

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  3. Juli 7, 2012 5:56 pm

    Hat der Typ einen neuen Chef? So einen von der Art „lieber verkaufen als warten“?

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