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Daheim Daheim

Mai 26, 2012

Das hatte ich vergessen!

Als ich gestern Abend aus dem Zug steig, dachte ich bei dem ersten Mädchen noch: Wie unpassend für einen heißen Sommerabend sie doch gekleidet ist. Doch als ich auf den Bahnhofsvorplatz hinaustrat, stand ich in einer Patchouli-  Wolke, umgeben von vorwiegend schwarz gekleideten Besuchern des WGT.

Ja stimmt!, fiel es mir ein, Pfingsten! Ich hatte mir diese Feiertage frei gehalten, hatte alle couchsurfer Anfragen abgelehnt, weil ursprünglich mal eine Cousine genau jetzt ihren Geburtstag feiern wollte, und nun  quetsche ich mich doch in die Straßenbahn, versuche nicht auf Schleifen und Schleppen zu treten und den Mottenpulvergeruch zu ignorieren.

Da könnte ich ja vielleicht doch noch zum Viktorianischen Picknick?

Nein! Ich bin zu erschöpft. Sehne mich nach meiner Couch.

Der Lehrgang in Berlin war anstrengend. 10 Stunden täglich. Nur an den Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Nachmittagen von etwas Praxis aufgelockert. So was ist aufreibender als arbeiten. Da sieht man dann auch nicht viel von der Stadt, zumal der Lehrgang ziemlich weit außerhalb, also Nähe Olympiastadion, statt fand.

Immerhin habe ich ein klitzekleines bisschen Mitte kennen lernen dürfen. Mit den Freunden, bei denen ich dort wohnte, war ich im Mauerpark. Und weil die dort manchmal musizieren oder in der einen oder anderen Kneipe die Wandgestaltung übernehmen, konnten sie mir viele Geschichten erzählen.

Dort waren die Menschen auch nett. Denn in den U- und S-Bahnen ist der Berliner merkwürdig aggressiv gereizt. In dem einen Discounter, den ich in 5 Tagen mal aufgesucht habe, auch!

Überhaupt der Nahverkehr. Eigentlich fuhren die Bahnen täglich wegen irgendwas nicht oder unregelmäßig: Kabelbrand, Stellwerkprobleme, Notarzteinsatz, Elektrik. Irgendwas war immer!

Dafür sieht man, wenn man nur 10 Minuten am Rand  der Heerstraße sitzt, drei Cabrios. Egal zu welcher Tageszeit. Das finde ich schon ziemlich viel. Und es gibt sehr viele Häuschen, neben denen Polizisten stehen. Überall! Ich war mir nicht sicher, ob die Berlin bewachen, oder die Berliner, oder ob ich die auch nach dem Weg fragen kann. Und ich frage mich, wohin die pinkeln gehen. So eine Rumsteh- Schicht ist doch sicher lang, oder?

Jetzt ist Pfingsten. Leipzig ist schwarz.

Das KleineKind hat in der letzten Woche, während ich also weg war, die letzten zwei Prüfungen Richtung Abitur gemacht. Gestern hat es seinen ersten eigenen Mietvertrag unterschrieben.

Wir haben uns beide das lange Wochenende verdient.

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10 Kommentare leave one →
  1. Mai 26, 2012 3:31 pm

    Ich habe mir sagen lassen, dass die Berliner nicht unfreundlich sind. Wir empfinden das nur so. Deine Eindrücke vom Mauerpark teie ich voll.
    Tja, und jetzt hat dich das im Moment düstere Leipzig wieder. So schwarz gekleidet, mit Rüschen, Schleppe, Stiefel und dem typischen Geruch war meine Tochter jahrelang unterwegs. Fast hatte ich mich daran gewöhnt. Eines Tages hörte ich eine Nachbarin zur anderen sagen: „Der ihre Tochter soll den bösen Blick haben“. Was?! 😀

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  2. Mai 26, 2012 10:00 pm

    Viktorianisches Picknick? Das klingt ja sehr interessant! Ich habe irgendwie ein Faible für die Viktorianische Epoche, und für einen original englisch Afternoon-Tea lasse ich alles stehen und liegen! 🙂

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      • Mai 26, 2012 10:47 pm

        Klasse! Danke für den Link! 🙂 Ich mag so was sehr.
        Hier in München gibt es übrigens etwas sehr entfernt Ähnliches: Den sogenannten Kocherl-Ball. Wenn ich mich nicht irre, findet er stets Anfang Juli statt und ist auf eine lange Tradition zurück zu führen: Einmal im Jahr trafen sich die Dienstboten, Kammerzofen, Köche, Köchinnen und Chauffeure der Haute Volaite im Morgengrauen im Englischen Garten, um zu tanzen und zu feiern. Denn nur in den knappen Stunden zwischen Traum und Tag hatten sie frei und konnten sich vergnügen. 😉 Dieser Brauch wird immer noch gepflegt, sehr Viele kommen in alte Dienstboten-Gewänder ausstaffiert, es gibt sogar einen richtigen Tanzmeister, der die einzelnen Tanzfiguren ansagt…

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  3. Mai 26, 2012 10:22 pm

    Schön, dass du jetzt wieder zuhause bist und einige Stunden Ruhe finden kannst. Oder schaffst du es länger? 😉
    Dieses Leipziger Verkleidungsfestival finde ich toll. Auch deine erstklassige Fotostrecke. Wir sind ja früher auch manchmal ziemlich schräg angezogen rumgelaufen…

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  4. Mai 26, 2012 11:54 pm

    Gothik-Treffen in Leipzig – wenn mich nicht alles täuscht, gab’s da vergangenes Jahr sogar in Mexiko in irgendeinem Lifestyle-Mag Photos! Ich fand manche Aufmachung direkt umwerfend!
    Tolle Fotos in Deinem Picasa-Album!
    Schöne Tage, herrliches Wetter!

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  5. Mai 27, 2012 12:57 am

    Ich werde das merkwürdige Gefühl nicht los das diese meine Heimatstadt nicht gut bei Dir weg kommt! 😦
    Ja, gib Berlin noch mal eine Chance und mache Urlaub hier.

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  6. Mai 30, 2012 10:33 pm

    Die ständige Präsenz der Polizei in Berlin fand ich auch extrem gewöhnungsbedürftig. Ich schob das erst auf die Veranstaltungen die ich dort besucht hab, aber auch wenn man ein paar Tage länger dort ist ändert sich das nicht, ständig stehen irgendwo Uniformierte herum. Furchtbar, muss man als Hauptstadtbewohner aber wohl mit leben.

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    • Mai 30, 2012 10:36 pm

      Das ist hier in München auch so. Manchmal kann man tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass es hier in der Stadt mittlerweile mehr Polizisten als Zivilisten gibt…

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  7. Mai 30, 2012 10:50 pm

    Puh, erst mal danke an alle, die die Fotos loben.
    So
    @ Andi: Einen Urlaub in Berlin plane ich schon lange. So mal 5 Tage, am besten in einem Hotel, denn wenn ich bei Freunden bin, habe ich wieder das Gefühl, dass die anderen Freunde viel zu weit weg sind, nur weil sie in einem anderen Stadtteil wohnen. Also ganz auf die Stadt konzentrieren. Ich mach das noch!
    @Freidenkerin: Das klingt interessant, was Du da aus München beschreibst. Das Dienstbotentreffen. Ich hab das gleich mal gegoogelt. Da finden sich ganz tolle Bilder.
    Was nun die Polizei betrifft, so hätte ich wie Zaphod gedacht, dass das eher eine Hauptstadtparanoia ist. Aber wenns in München auch so ist? Hm
    Ich finde schon die Polizei vor dem Amerikanischen Konsulat in unserer Straße hier in L.E. ist zuviel des guten…

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