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Und das war er, der Brückentag

Mai 1, 2012

Puh!

Was für ein Tag zwischen den freien Tagen.

Auf Arbeit dachte ich ja, dass es entspannt zugehen würde. Ich meine, wer sollte denn schon da sein?

Und dann der Server den halben Tag tot. Der Versuch, eine Online-Konferenz zu organisieren, Termin mit einem ziemlich unorganisierten Wissenschaftler, dem drei Tage vor der Deadline einfällt, dass er mal… na, lassen wir das. Jedenfalls sind ja alle anderen nicht da und so kann ich die benötigten Informationen, die bis vorgestern gebraucht werden, nicht innerhalb von 5 Minuten besorgen.

Wider Erwarten schaffe ich es dann doch wie geplant raus aus dem Büro, zu einem Treffen mit ein paar Leuten aus Dresden. Die sind heute zum Couragekonzert hier und da bietet es sich ja an, zwei/drei Stunden ein paar organisatorische Dinge zu einer Veranstaltung im Oktober zu besprechen.

Leider hätte ich das fast vergessen, habe stattdessen einer Geburtstagsfeier zugesagt, die kurzfristig wieder abgesagt und nun sitze ich also hier, bei schönstem Wetter und diskutiere Inhalte aus, statt die Sonne zu genießen.

Dafür schaffe ich es dann kurz vor 7 auf den Markt, zur Veranstaltung „Leipzig zeigt Courage“.

Die fand die letzten 14 Jahre immer am Völki statt, aber weil das nicht mehr für politische Kundgebungen genutzt werden darf  (immerhin wollen da mindestens genau so lange schon die Nasen hin und das zeitweise sogar mehrmals im Jahr), also auf dem Markt.

Da hat man die Besucher auch besser unter Kontrolle. Obwohl, das Publikum… ich glaub, die sind wegen der Bands hier oder weil es umsonst ist oder weil sie grad vom Einkaufen kommen und  noch zwei Stündchen Zeit haben… Nicht zu vergleichen mit dem Publikum der ersten Konzerte. Aber vielleicht sah das die letzten Male am Völki ja schon ähnlich aus. Ich weiß es nicht. War da bestimmt seit 5 Jahren nicht mehr.

Und ehrlich, ich bin auch nur hier, weil ich nicht auf dem Geburtstag bin.

Herr Ex-Prinz Krumbiegel und Herr OB Jung geben sich redlich Mühe, uns den Grund der Veranstaltung nahe zu legen. Herr Pfarrer Wolf, der seit Jahren die Bürgersteige der Stadt eigentlich wieder hochklappen will, erinnert daran, dass ja hier Menschen leben und arbeiten und wir deshalb Rücksicht nehmen und verstehen müssten, aber für so ein Anliegen, ja, da nimmt man den Krach natürlich gern in Kauf. Aber nur bis zur fest gesetzten Zeit!

Ich treffe eine ganz alte Bekannte. Mit der habe ich zusammen die Villa besetzt. Also natürlich nicht wir zwei allein, da waren noch paar mehr Leute dabei. Später haben wir diverse Aktionen gegen die Aufmärsche der Nazis mit organisiert, saßen am Infotelefon, haben radelnd die Bewegung der Nazis beobachtet, Demos und Podiumsdiskussionen gegen den Einmarsch im Irak veranstaltet. Die Dresdner sind natürlich auch da und noch zwei drei „Hiergebliebene“.

Yellow Umbrella aus Dresden „sic* spielt. Die haben wir früher rauf und runter gehört und bis vor 4 Wochen hätte ich noch geglaubt, dass es die gar nicht mehr  gibt.

Ska vom feinsten mit Yello Umbrella

Dann rockt Rotfront den Markt und anschließend spielt Torpedo Dnjeprpetrowsk noch einen Titel. Die hatten ihren Gig schon am Nachmittag. Weil sie aber einen Leipziger Nachwuchspreis bekommen haben, dürfen die jetzt noch EIN Mal.

Eine nicht ganz zu den drei oben genannten  passende Band hat nun das schwere Los, die aufgewühlte Menge zu beruhigen. Schließlich soll Silly den Headliner machen, und die würden wahrscheinlich ausgepfiffen, wenn das Rotfront und Yellow Umbrella Publikum nicht vorher vom Platz gejagt würde.

Rotfront rockt den Markt

Dann singt Herr Krumbiegel.

Wir warten ja immer noch darauf, dass die vom Connewitzer Kreuz anrückende Demo den Platz stürmt. Passiert aber nicht.

Wir haben ein Einsehen und machen tödlich gelangweilt Leuten Platz, die Silly sehen wollen. Denn  längst werden nur noch soviel Leute innerhalb des Zauns gelassen, wie  den Bereich verlassen.

Noch so ein Vorteil am neuen Standort Markt. Die „Masse“ ist überschau- und kontrollierbar.

Ps.: Ich werde übrigens gegen 2:00 Uhr wach (ja nach so einem Tag liege ich zeitig im Bett). Die Musik draußen ist so laut, dass ich erst denke,  das Radio sei angegangen. Vom Markt kommt sie nicht. Da ist längst Schluss. Von der Galerie nebenan? Aus dem Hof einer der benachbarten Hochschulen?

Ich hoffe, der Lärm stört Herrn Wolf nicht, empfehle ihm noch, weg zu ziehen und schlafe wieder ein.

„Yippie Yippie Yeah Yippie Yeah
Krawall und Remmidemmi“

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2 Kommentare leave one →
  1. Wenn man keine Ahnung hat ;) permalink
    Mai 2, 2012 1:09 pm

    Die Messe war letztes und vorletztes Jahr schon nicht mehr am völki sondern bei der Messe.
    Wann genau haben sich die prinzen aufgelöst?!
    Wieso denn Ex Sänger?

    Uninformiert und Quatsch Posten 😀
    Geil.

    Gefällt mir

    • Mai 2, 2012 2:42 pm

      Ich gebe zu, ich habe ein paar Minuten gebraucht, um den Kommetar zu verstehen. Ich habe mich nämlich gefragt, welche Messe die letzten zwei Jahre nicht am Völki war. Nun bin ich ein geduldiger Mensch und gebe mir Mühe, jeden noch so unverständlichen Kommentar zu verstehen. Ich hätte Dich gern gefragt, aber Leute, die nicht den Mumm haben, eine funktionierende Emailadresse zu hinterlassen, kann man nur schwerlich fragen.
      Ich habe also geguckelt. Waren doch meine Kinder letztes Jahr beim Couragekonzert, um Mutabor zu sehen, und das war definitiv nicht auf dem Markt.
      Und siehe, jetzt verstehe ich Deinen Kommentar. Du wolltest mir sagen, dass die Couragekonzerte die letzten zwei Jahre auf der Alten Messe statt fanden! DAS habe ich tatsächlich völlig falsch beschrieben. Es müsste exakt heißen: Die Couragekonzerte fanden 12 Jahre am Völki statt, die letzten 2 Jahre auf der Alten Messe und jetzt hier, auf dem Markt.
      Aber, um ehrlich zu sein, selbst wenn ich das genau gewusst hätte, hätte ich dieses kleine Detail möglicherweise unterschlagen, weil es mir mehr um den Aspekt ging, dass ich den Markt für ungeeignet halte. Falls Du dort warst, weißt Du evtl warum. Aber Du hast natürlich Recht, das war so nicht in Ordnung von mir.
      Und der Ex-Prinz. Stimmt, die Prinzen gibt es noch. Da habe ich auch einen Fehler gemacht. Es gibt sogar noch Tourdaten. Bei MDR Open Airs, Firmenjubileen Bachfesten und Kirchenkonzerten zB. Kein Wunder, dass ich lange nichts von der Band gehört habe. Herrn Krumbiegel habe ich nur noch, wenn überhaupt, solo erlebt. Für mich existieren die Prinzen nicht mehr, also ist er für mich ein Ex-Prinz. Und die WOK-WM habe ich auch nicht geguckt. Mache ich nie! 😀

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