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Brückentage

April 29, 2012

… sind Scheiße. Jedenfalls, wenn man an denen arbeitet.

Da sitzt man die vier Tage nämlich quasi allein zu Hause rum. Weil natürlich alle Menschen weg gefahren sind. Alle!

Das wäre jetzt nicht so schlimm, wenn es Unterhaltung anderer Art gäbe. Unterhaltung, die man auch allein genießen kann. Oder wenn man sowieso grad auf dem Trip „Ich mach was allein“ ist. Bin ich aber nicht. Ausgerechnet diese vier Tage nicht.

Eine Freundin ist in der Stadt geblieben. Hoffnungsvoll rufe ich sie an. Natürlich sind ihre Kinder, die irgendwo fernab studieren, da.

Allein ins Sweat zu Die Art habe ich keinen Bock.

Also hocke ich vorm Fernseher und schaue mir einen furchtbar Anti-Israelischen Spielfilm an. Ich würde gern weg zappen. Aber gerade heute versagt mir das Kabelfernsehen die üblichen 298 Sender.

Am Samstag stellt sich raus, dass noch eine zweite Freundin in der Stadt geblieben ist. Und die war Freitag Abend im Sweat. Himmel!!!

Am Samstag geht sie ins Hellraiser. Da geh ich keinesfalls hin. So sehr ich mich auch nach menschlicher Gesellschaft sehne. Die hat man beim Heavy Metall eh nicht.

So sitze ich also im Park, zusammen mit Andrej Kurkows „Picknick auf dem Eis“. Manchmal lasse ich mich von dem Verfasser von Nachrufen Sergej, dem kleinen Mädchen Sonja, dem Pinguin Micha und ihren seltsamen Begegnungen, ruhigen Spaziergängen und aberwitzigen Abenteuern im Kiew der 90er Jahre ablenken und beobachte die Menschen im Park… Frisby spielende Jungs, ein lesender ältere Herr mit ganz furchtbar langem Bart, ein älteres Ehepaar beim Meisen füttern, später dann nach Hause schlendernde Familien mit Kleinkindern.

Ich habe mir eine ruhige Ecke ausgesucht, wohin der Lärm der Grillgemeinden im Jopark nicht dringt. Auch die Freisitze im Clarapark sind außer Hörweite. Trotzdem liegt ein Geruch von Grillfeuern in der Luft. Später kann ich zwischen den Bäumen hindurch ein kleines Lagerfeuer entdecken.

Von irgendwoher klingt Livemusik. Eine angenehme männliche Stimme bietet ruhige Lieder dar. Ich überlege kurz, woher das kommen könnte. Parkbühne? Da ist heute nix. Palmengarten? Falsche Richtung.  Musikpavillon? Der ist doch gleich hier. Das wäre lauter. Außerdem die falsche Musik. Pavillon am Springbrunnen? Hm.

Erst als die Sonne  nicht mehr genug Leselicht bietet, fahre ich gemütlich durch den sommerlichen Park nach Hause. Vorbei an den Freisitzen, sämtlichen geschlossenen Musikbühnen- und pavillons, den Picknick- und Grillgemeinden in Clara- und Jopark.

Zu Hause treffe ich kurz das Kleine Kind, dass die Reste der Grillparty im Jopark ablädt, die Kumpels unsere Toilette benutzen lässt und dann weiter in die MB eilt.

Ich hocke mich mit den Resten vom Kind vor den Fernseher und schaue mir, Flips essend, eine Sendung über Fastfood an.

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5 Kommentare leave one →
  1. Brigitte permalink
    April 29, 2012 2:32 pm

    und jetzt???? Zeit für ein neues Hobby??? Spitzen klöppeln oder (wie es offensichtlich im Fachjargon der Blogs heisst) „Schnickeldis“ herstellen (Dinge, die kein Mensch ernsthaft braucht, werden mit Stickereien, die über Stickdateien auf die Nähmaschine geladen werden, ver(un)ziert). Och nöööö, Mensch, so verzweifelt kann man doch garnicht sein…
    Koch dir was Schönes und genieß das warme Wetter. Liebe Grüsse, ich habe KEIN langes Wochenende, Brigitte

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  2. April 29, 2012 4:40 pm

    du bist ja echt zu bedauern!!! so viel zeit und bock auf nichts…ich glaube, das haben wir alle mal, viel zeit und viel langeweile. du hast das beste draus gemacht.
    grüße in den frühling, der fast ein sommer ist

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  3. April 29, 2012 6:28 pm

    Ach, solche Tage ohne Plan und Ziel sind doch auch mal schön, zwischendurch! Und du hast das großartig beschrieben!

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  4. April 30, 2012 8:19 am

    DAS kenne ich! Muss aber auch mal sein, so ab und zu muss man sich mal selbst auf die Nerven gehen.

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  5. Mai 1, 2012 11:01 pm

    …und einfach mal gaaanz ruhig abhängen und ent–spannen? 😉

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