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Ein Fotoalbum

März 30, 2012

„3,5% beträgt die Arbeitslosenzahl in Lindau“, erzählt der Wirt einem Hotelgast während des Frühstücks. Ich grinse in meinen Kaffee. „Ja, da lachen Sie“ wirft er mir zu. „Wer hier nicht arbeitet, der will es auch nicht. Das können Sie glauben“

Ja, ich glaube, der Satz „Wer Arbeit sucht, der kriegt auch welche“, könnte von hier sein.

Als ich einer Saarländerin von diesem Vorfall erzähle, beklagt sie sofort die 90er?. Als man in ihrer Region mit 11% Arbeitslosigkeit kämpfte. Da dürfte auch nicht jeder, der arbeiten wollte, welche gefunden haben. Arbeit, meine ich.

Am nächsten Tag sehe ich eine Sendung, die heißt „Aufbau Ost, Aufschwung West“ oder so. Beklagt wird die Armut der Städte, der Städte in den Altbundesländern. Und das der Westen soviel zahlt für den Aufbau Ost und dabei selber vor die Hunde geht. So paradiesisch wie im Allgäu geht es wahrlich nicht überall zu. Und dann zeigt mir der Nachrichtensender Bilder von neuen Schwimmhallen im Osten, von denen die im Westen nur träumen können. Und ich verstehe endlich: da sind sie, die blühenden Landschaften!

Und ich verstehe den Ärger der Altbundesbürger. Ich hätte es auch besser gefunden, das Geld in Arbeitsplätze zu investieren. In produzierende Gewerbe statt in Schwimmhallen. Dann wäre hier in L.E. vielleicht nicht jeder 8. arbeitslos, oder in Zwickau jeder 5. Davon war in dem Beitrag, den ich auf dem  Nachrichtensender sah, natürlich nicht die Rede. Aber darum ging es wohl auch nicht.

So wie es in diesem Blog auch um ganz was anderes gehen sollte. Nämlich um das Album aus Lindau.

Hier ist es:

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8 Kommentare leave one →
  1. März 30, 2012 7:22 am

    Weisst Du, ich kenne eigentlich aus eigener Erfahrung in div. Ländern nur das Nord-Süd-Gefälle. Irgendwie ticken in Deutschland die Uhren jedoch etwas anders, dort gilt das West-Ost-Gefälle. Und mal ganz ehrlich, ich frage mich schon, warum 22 Jahre nach dieser sog. Wiedervereinigung der Osten noch immer den Solidaritätszuschlag voll beansprucht. Aus der Ferne lese ich von heruntergekommenen, sich zu-tode-gesparten Kommunen in NRW oder anderen Bundesstaaten. Ja, was stimmt denn nun?

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    • März 30, 2012 8:06 am

      Das mit den „zu-Tode-gesparten-Kommunen“ stimmt mit Sicherheit. Nur sind die Kommunen im Osten deshalb nicht reicher. Sieht möglicherweise nur so aus, weil das, was saniert wurde, in den letzten 20 Jahren saniert wurde. Und die hohe Arbeitslosigkeit im Osten sieht man eben nicht, wenn man mal als Besucher her kommt oder einen Kameraschwenk macht. Da müsste man schon genauer hinsehen.
      Und Schwimmhallen findest Du tatsächlich im letzten Kaff hier im Osten. Da stellt sich mir die Frage nach dem Sinn. Von Nachhaltigkeit ganz zu schweigen.
      Es ist eben die Frage, wie die Mittel eingesetzt wurden.
      Und wenn ich dann darüber nachdenke, dass hier im Osten quasi jeder in leitender Position zwangsweise Kontakt zur Stasi hatte, also nach der Wende problemlos ersetzt werden konnte…
      Der Osten war ein bißchen wie eine Kolonie vor 20 Jahren und es kamen viele „Aufbauhelfer“ hier her. Nur kamen natürlich nicht die, die sich in der Wirtschaft im Westen etabliert hatten, sondern eher die, die dort nicht so richtig zu Potte gekommen waren. Und die konnten hier relative fr4ei walten und schalten. Ja und heute beschwert sich alles. Die im Osten, weil sie Schwimmhallen nicht fressen können, und die im Westen, weil ihnen das Geld für die Schwimmhallen fehlt.
      Aber wir leben in einer Demokratie, nicht war? Und wenn es schon in einer Diktatur entgegen der landläufigen Meinung mehr Täter als Opfer gibt, wie siehts dann in der „Freien Welt“ aus?
      Nur geh mal hin zu den Meckerern und versuch was zu ändern oder sie dazu zu bewegen, was zu ändern…

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      • März 30, 2012 2:32 pm

        Ja, das ist ein Problem: etwas zu ändern. Es gibt ganz viele, die schnell dabei sind „Nein“ zu rufen, oder „Ich bin dagegen“. Für etwas zu sein, auch wenn es nicht gleich klappt, das ist schon wieder eine andere Sache.

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      • März 31, 2012 4:11 pm

        Danke für Deine Ausführungen zum Thema, jetzt kann ich mal aus einem anderen Blickwinkel drüber nachdenken.
        GLG

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  2. März 30, 2012 12:39 pm

    Schwimmhallen findet man auch im Westen im letzten Kaff, das gehört wohl zur Infrastruktur irgendwie dazu und man hat sich hier vor 30 Jahren schon darüber aufgeregt, weil man damit wichtigere Projekte hätte finanzieren können. Da kennt natürlich auch jeder andere, momentan auf Platz 1 der Hitliste sind die Straßen hier, die ja nur deshalb in so bescheidenem Zustand sind, weil von der ganzen Kohle die Straßen im Osten saniert werden. Das sagen dann meistens die Leute, die noch nie im Osten waren um das zu verifizieren. Muss man ja auch nicht, man ist ja geBILDet.
    Schöne Bilder übrigens, Lindau gefällt mir. Dank Dir (und Gugelmäps) weiß ich jetzt auch, wieso eine Insel einen Kopfbahnhof haben kann, das kannte ich bisher nur von Sylt.

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  3. März 30, 2012 3:04 pm

    Ich hab die Reportage auch gesehen. Dummerweise ging’s da um Jena, den Musterknaben der Wiedervereinigung Fahr mal 50 km weiter, dann sieht’s im Osten nämlich nicht mehr so rosig aus. Genauso wie im Westen nicht jede Stadt so arm dran ist wie Duisburg (?). Man hätte den Beitrag mit Zwickau und Rosenheim drehen können und hätte das genaue Gegenteil berichtet.
    Mal ehrlich, es ist 21 Jahre später. Die ersten nach der Wende geborenen Kinder sind jetzt Eltern. Kann man da mal aufhören, West gegen Ost zu stellen, vor allem auf so plumpe Art und Weise? Ich will die sicher vorhandenen Unterschiede nicht wegdiskutieren, aber solange es immer auf „die gegen uns“ herausläuft, wird das nie was.

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    • März 30, 2012 3:24 pm

      Ich glaube, erst die nächste Generation wird die Vereinigung wirklich schaffen. Also die Kinder der Kinder. Und ich hoffe auch, dass die das schaffen

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  4. Brigitte permalink
    März 30, 2012 5:43 pm

    Ich find aber, wir sind schon ganz schön weit gekommen mit dem Zusammenwachsen. Vielleicht wären wir noch weiter, wenn nicht den Damen und Herren Politiker immer wieder (gerne vor anstehenden Wahlen!) solche Themen wie „West-gegen-Ost“, „wir ticken immer noch nicht gleich“ usw usf. (in den „armen“ Städten in NRW stehen eben diese vor der Tür)
    Aber mit den Schwimmbädern, das finde ich echt heiss: die gab es in den „alten“ Bundesländern im Zuge der kommunalen Gebietsreform für jedes Kuhdorf – zusammen mit einer „Mehrzweckhalle“ oder „Dorfgemeinschaftshaus“. Jetzt sind sie alle marode und defizitär – der Deutsche per se scheint nicht so gern zu schwimmen und sich zu versammeln wie angenommen. 🙂
    Die Bilder von Lindau sind wunderschön. Ich war damals mit einer Freundin in Überlingen, da war uns Lindau zu weit weg. Meine Freundin haben wir übrigens damals zur „Mückenkönigin von Überlingen“ gekrönt – die war vielleicht verstochen!!!!

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