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Zeitpläne

März 27, 2012

Eigentlich ist viel zu schönes Wetter, um sich in einem abgedunkelten Raum eine Präsentation nach der anderen rein zu ziehen.

Wenigstens sind die interessant genug, dass ich die Sonne draußen vorübergehend vergesse.

Vielmehr plagen mich Gedanken zum Zeitplan. Fast jeder Referent schafft es, zu überziehen. Und wenn nicht, folgt eine manchmal halbstündige Diskussion. Die anderen scheinen alle Profis auf dem Fachgebiet zu sein, zu dem mich mein Chef machen will. Entsprechend fragen sie dazwischen, diskutieren minutiös Einwirkzeiten aus und Oberflächen, Gaskonzentrationen und Kondensationen.

Da sehe ich schwarz. Für den Zeitplan. Es ist nicht damit zu rechnen, dass der letzte Referent in time bleibt. Danach ist aber nur eine halbe Stunde Zeit bis zur Abfahrt des Schiffes. Und in diesen 30 Minuten muss ich ins Hotel, Unterlagen weg bringen und den Mantel holen. Auf so nem Schiff wird’s nämlich kalt, das weiß ich genau. 20 Minuten bräuchte ich dafür.

So nutze ich die Kaffeepause, um ins Hotel zu hetzen. Zum Glück gibt es bei teuren Seminaren ja immer genug Fresspausen.

Und dann ist doch noch Zeit, obwohl der letzte Referent 20 Minuten überzieht. Wegen des Schiffes, das nun auch eine halbe Stunde später ablegt, unterbindet er aber die fällige Diskussion.

Ah, Sonnenuntergang auf dem Bodensee. Das ist Entspannung pur. Obwohl es, wie erwartet ziemlich kaltwindig ist. Nach dem Essen unter Deck rockt eine Amerikanische Sängerin das Schiff. Weitere Diskussionen um Dekontaminationen sind bei dem Krach zwar nicht möglich, aber mir macht das nix. Ich hätte eh nichts zu sagen. So als Frischling. Dafür wird gemenschelt. Und die Leute rücken ein bisschen enger zusammen. Und auf einem Schiff auf dem Bodensee, in einer wunderbaren Frühlingsnacht sollte man eh nicht über Arbeit reden.

Hat nix mit dem Boot zu tun, ist aber mein Lieblingsbild des Tages:


Und bei der Ausfahrt aus dem Hafen:

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14 Kommentare leave one →
  1. März 27, 2012 10:22 am

    Diesen Turm im Lindauer Hafen finde ich auch immer wieder schön!
    Auf welchem Schiff habt ihr eure Sonnenuntergangsfahrt gemacht? Auf der „Hohentwiel“ vielleicht? Mit der möchte ich nämlich auch schon seit langem mal über den See schippern.

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    • März 27, 2012 6:37 pm

      Nein, das Boot hieß MS Bayern. Ist nicht so groß, weil wir waren ja nur knapp 40 Leute

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  2. März 27, 2012 2:33 pm

    Nicht schlecht, auf diese Weise den Kopf ausrauchen zu lassen. 😀

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  3. März 27, 2012 3:05 pm

    Bist du noch dort? Das Zeppelinmuseum hab ich in sehr guter Erinnerung.

    Ansonsten, hat der session chair gepennt oder warum durften die alle überziehen?

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    • März 27, 2012 6:41 pm

      Wie Du es sagst, er hat gepennt. Heute hat dann sogar ein Teilnehmer, der sich zu einer Frage gemeldet hat, gefragt: Wann gibt es Mittag? Da waren schon 20 min der Pause rum und es wurde immer noch fleißig diskutiert

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  4. März 27, 2012 6:44 pm

    ich leide mit dir – derlei Seminare sind mir ein Gräuel, als Teilnehmer und als Leiter gleichermassen. Zuviel Gerede, oder um es mit Karl Valentin zu sagen: „es ist alles schon gesagt worden, nur noch nicht von Allen.“ Die am meisten reden, haben meist die wenigste Ahnung, und die Schweigenden, die sich davon beeindrucken lassen, haben oft die besten Fragen im Kopf und nehmen sie leider wieder mit nach Hause. Und am Ende eines Seminars muss es dann menscheln – warum nur?

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    • März 27, 2012 7:27 pm

      Ich gebe zu, ich hab mir meine Fragen auch runtergeschluckt. Ich dachte, ich kann da mal auf dem Schiff an die betreffenden Referenten rantreten und fragen. Ging aber nicht, wegen dem Lärm und der Menschelei. Grundsätzlich finde ich so gemeinsame Ausflüge mit bis zu 40 Teilnehmern sehr gut, weil man da Gelegenheit hat, noch über dieses und jenes zu sprechen. Naja, habe ich heute beim Mittagessen nachgeholt

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  5. März 28, 2012 12:01 am

    Was sind das eigentlich für merkwürdige Bäume? Die Dinger stehen auch an der Genfer Seepromenade (hab ich mal bei Streetview gesehen), fand ich da schon seltsam.

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  6. März 28, 2012 7:22 pm

    Platanen. Die werden im Frühjahr immer so zurecht gestutzt.

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    • März 31, 2012 11:08 am

      Die Franzosen massakrieren, scheint mir, alle Bäume auf diese Weise. Auch die Linde hinter noch meiner Kirche.

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      • März 31, 2012 3:24 pm

        Eine befreundete Bankerin, die früher mal was mit Bäumen gemacht hat, also Baumpflege und so, sagt, dass muss so sein. Und die würde am liebsten so ziemlich jeden Baum auf die Art und Weise massakrieren, damit der seine Energie nicht verschwendet sondern in die neuen Triebe stecken kann. So, irgendwie

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        • April 1, 2012 6:07 pm

          Man verbiegt da irgendwie die Natur, damit sie sich selbst übertrifft… und schön ist es auch nicht.
          Mit Weinstöcken treibt man es wohl ähnlich, aber andere Bäume – nee, das gefällt mir nicht.

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  7. März 29, 2012 9:31 am

    Ahja, so etwas wächst hier oben nicht glaub ich, daher waren mir die auch nicht bekannt. Wieder was gelernt.

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    • März 29, 2012 12:28 pm

      du bist wohl nicht so oft in südlichen Städten unterwegs, da stehen Platanen quasi in jeder Stadt zu Hauf… 😉

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