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Eine Gelegenheit

März 19, 2012

Veranstaltungen wie Lesungen zur Buchmesse haben den Vorteil, dass man in Gebäude oder Räume kommt, die sonst verschlossen bleiben. Und das auch noch kostenlos.

Ich hatte ja schon am Donnerstag die Chance genutzt, um in die Albertina zu gelangen.

Am Sonntag dann kam ich auf dieselbe Art und Weise in den Preußischen Wartesaal im Hauptbahnhof.

Dabei kenne ich den Saal noch, als er tatsächlich Reisenden zur Verfügung stand: Als Teil der Mitropa-Gaststätte nämlich, indem man sich, so man nachweisen konnte, dass man tatsächlich ein (auf den Zug) Wartender sei, auch länger aufhalten durfte als es brauchte, eine Tasse Kaffee zu trinken.

Doch nun, da der ehemals größte Kopfbahnhof Europas ein paar Gleise hergeben musste, um Parkdecks zu schaffen für die Konsumgesellschaft, und der Bahnhof selbst ja eigentlich auch keiner mehr ist sondern ein Einkaufszentrum mit Gleisanschluss, braucht es keine Wartesäle mehr. Und in Restaurants sollen die Gäste konsumieren. Sie dürfen da gern auch warten, während sie konsumieren.

Manchmal ist es schwer, in einer Buchhandlung oder einem Bekleidungsgeschäft noch den früheren, ausschließlich dem Wohl des Reisenden dienenden Zweck zu erahnen. Manche Räume sind gar nicht  mehr zugänglich.

So auch der Preußische Wartesaal. Wunderbar restauriert würde er sich tatsächlich gut als Wartesaal machen. Aber nuja, wer braucht schon noch solche Einrichtungen in unserer hektischen Zeit.

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Die Lesung übrigens… ach, das ist eine andere Geschichte

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13 Kommentare leave one →
  1. März 19, 2012 10:26 pm

    Sehr nobles und edles Ambiente!

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  2. März 20, 2012 12:30 am

    Und sonst passiert da nichts? Abgeschlossen und gut? Oder wird das wenigstens öfter mal für solche Veranstaltungen benutzt? Das wär ja ne Schande das ungenutzt zu lassen. Für einen Wartesaal beinahe viel zu schade.

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    • März 20, 2012 7:43 am

      Für Normalsterbliche. Durchschnittsverdiener? Also ich hab da noch nix von gehört. Kann natürlich sein, dass der Saal für Empfänge, Bankette und so was genutzt wird, zu denen dann Menschen ab einer bestimmten Gehaltsstufe aufwärts geladen werden. Ansonsten ist das Ding zu.
      Ich fände es aber auch als Wartesaal sehr chic. Warum soll man nicht in ansprechendem Ambiente warten dürfen? Man könnte nur Leute mit Fahrausweis Zugang gewähren. Im Buchladen nebenan könnte sich der Wartenden mit Literatur oder Zeitschriften versorgen.
      Einen Warteruam gibt es auf unserem Hauptbahnhof nicht mehr. Nur eine VIP Lounge. Und die, eh nicht für alle Reisenden offen, schließt 22:00Uhr

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  3. März 20, 2012 12:37 am

    der ist ja wirklich wunderschön!

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  4. März 20, 2012 8:19 am

    Ein feiner Wartesaal – zum Glück ist der nicht im Stuttgarter Hbf., denn dann wäre er wohl weg inzwischen.

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  5. März 20, 2012 9:26 am

    Und warum der Saal „Preußischer Wartesaal“ heißt, erlaube ich mir beizufügen. Denn der Leipziger Bahnhof ist nicht nur lange Zeit der größte Kopfbahnhof Europas gewesen (wenn er’s nicht mehr ist, dürfte ihm Montparnasse den Rang abgelaufen haben, aber der ist auch schon der häßlichste, mit dem Charme einer Tiefgarage), sondern ist noch dazu ein Internationaler Bahnhof gewesen. Nämlich mit einem preußischen und einem sächsischen Teil im selben Gebäude und Areal, und Weichenverbindungen von Preußen nach Sachsen. Und natürlich mußte jede Staatsbahn, die Königlich Preußische Eisenbahnverwaltung wie die Königlich Sächsische Staatseisenbahn, ihre eigenen Fahrkartenschalter haben, ihre eigenen Gepäckschalter und eben auch ihre eigenen Wartesäle. Dieser hier, ob seines gediegenen Ambientes, dürfte der Ersten Klasse, bestenfalls noch der Zweiten, vorbehalten gewesen sein. Drittkläßler saßen einfacher, auch beim Warten.

    Was macht der Sächsische Wartesaal, gibts den noch, oder ist da ein Aldi drin?

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    • März 20, 2012 12:57 pm

      Ja, das stimmt. Der Bahnhof wurde Anfang des 20. Jahrhunderts sozuagen doppelt gebaut., d.h. der Westteil entsprach genau dem Spiegelbild des Ostteils. An den beiden großen Eingangsportalen prangen das Preußische bzw. das Sächsiche Wappen.
      Übrigens ist er flächenmäßig immer noch der größte Kopfbahnhof Europas. Nur wegen der Reduzierung der Gleise kann er diesbezüglich nicht mehr mithalten.
      Der Preußische Wartesaal soll übrigens genau so aussehen wie 1915 zur Einweihung. Der Sächsische, der der prächtigere gewesen sein soll(!), zwar auch wie der gesamte Bahnhof den Richtlininen des Denkmalschutzes entsprechend saniert, beherbegt heute einen Klamottenladen.
      Die Schalterhallen sind als solche auch nicht mehr zu erkennen, dienen sie doch diversen Geschäften als Domizil. Der Ticket Point, wie so was heute heißt, ist in einem der Verbindungsgänge zwischen Ost- und Westhalle untergebracht.
      Trotzdem ist der Bahnhof immer noch sehenswert. Größere Umbausünden konnten durch den Protest der Bevölkerung immerhin verhindert werden. So ist er immer noch ein Augenschmaus für Liebhaber alter Bahnhöfe und Architektur.
      Und Herr Ärmel hat natürlich Recht: Immerhin haben wir den einen Wartesaal noch. Und den anderen irgendwie auch. Da gehts uns besser als den Stuttgartern.

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      • Stephie permalink
        März 20, 2012 7:23 pm

        Umbausünden konnten durch Protest verhindert werden. Leipzig hatte also auch eine Stuttgart-21-Bewegung 🙂
        Ich finde den Wartesaal auch sehr schön! Danke für die Erklärung mit Preußen.

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  6. Gudrun permalink
    März 20, 2012 10:20 pm

    Es war da vor Jahren schon mal eine Gaststätte drin, die man noch besuchen konnte. Damals arbeitete mein Sohn als Aushilfskellner dort, um sein Bafög aufzubessern.
    Hehe, Inch, ich werde bald in meiner Lieblingsgroßstadt leben können. Seit heute ist es verbindlich. Jippie!

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    • März 20, 2012 10:25 pm

      He, Gudrun! Erst mal Herzlichen Glückwunsch! Ich freu mich für Dich.
      Ja, ich wusste nicht, wie lange das Gaststätte war, also ob es bis zum Beginn der Sanierung genutzt wurde. War nur sicher, dass es früher mal Mitropa und Wartesaal war. Den Jan habe ich dann nie als Kellner erlebt, weil ich nach der Wende definitiv nicht mehr da war

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      • Gudrun permalink
        März 21, 2012 3:32 am

        Wenigstens weiß ich von seiner Beschreibung, wie Krokodilfleisch schmeckt. Das gab es da nämlich. Wäää.
        So, und nun kann ich nicht schlafen, weil ich vor lauter Pläne machen nicht zur Ruhe komme. 😀

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  7. Lottchen permalink
    März 23, 2012 9:32 am

    Naja allemal besser als der wirklich hässliche Kopfbahnhof in München. Es gibt wirklich wenig schlimmeres 😦 Naja gut vielleicht Stuttgart 21 oder der in Berlin. Aber ich will auch wieder alte Brachtbauten und nicht nur shoppingmalls.

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