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Fahrgastrechte

Februar 24, 2012

Ha!

Da fährt man also nach Paris. Mit dem Zug.

Und weil irgendwas kaputt ist, sitzt man auf einem Deutschen Bahnhof  70min dümmlich in selben rum. Dann bemüht man sich  mitsamt Gepäck in einen anderen, einen Ersatzzug. Als der der sich endlich Richtung Ziel in Bewegung setzt, hat er schon 70 min Verspätung.

Die sogenannten Zugbegleiter (das sind die, die früher Schaffner hießen), quittieren jedem, der es will, die 70minütige Verspätung und den Zugwechsel, der in der Fachsprache anders heißt, mir aber jetzt partout nicht einfallen will.

Und weil das nicht genug ist, hält der Zug noch mal auf freier Strecke, nun schon in Frankreich, weil vor ihm auf dem Gleis ein defekter Artgenosse steht.

Mit knapp 2 Stunden Verspätung erreichen wir schließlich Paris. Den Herrn Zugbegleiter noch mal gefragt wegen einer entsprechenden Note auf dem Fahrschein, doch der beruhigt, dass die erste Notiz schon reiche und man bei der Bahn eh wüsste, was hier heute alles schief gegangen wäre.

Also nach der Heimkehr von der Reise ordentlich das entsprechende Formular ausgefüllt, die Originalfahrkarten eingetütet und ans Servicecenter Fahrgastrechte geschickt.

Und gestern die Antwort:

Kein Anspruch auf Entschädigung, weil die Verspätung unter 60 min lag!!! Verspätung am Zielort: 37 min.

Hä?

Nun könnte es natürlich sein, dass der bearbeitende Kollege im Servicecenter Fahrgastrechte der Bahn etwas durcheinander gekommen ist.

Schließlich bin ich an einem Donnerstag Abend in L.E. los gefahren und an einem Freitag Vormittag hätte ich in Paris sein sollen. Da steht natürlich auf der Fahrkarte das Datum vom Donnerstag. Und wer weiß, vielleicht hatte ja der Zug, der am Donnerstag Vormittag in Paris ankam, 37 min Verspätung?

Das kann man doch mal durcheinander bringen, oder?

Zum Glück habe ich eine Kopie der Fahrkarte. Eine Kopie der Kopie werde ich nun noch mal ans Servicecenter Fahrgastrechte schicken, gegen den Bescheid in Widerspruch gehen und den Kollegen der Bahn noch mal erklären, dass ich zwar Donnerstag los gefahren, aber Freitag angekommen bin. Und da hatte der Zug  mitnichten nur 37 min Verspätung.

Ich hoffe, ich kann meinen Widerruf so formulieren, dass der Kollege vom Servicecenter Fahrgastrechte mein Anliegen auch versteht. Denn sonst müsste ich anrufen. Und das ist natürlich eine kostenpflichtige Nummer.

Und dass man als Unternehmen nicht gleich auf die Entschädigungsansprüche eines Kunden reagieren muss, habe ich ja kürzlich bei Groupon gelernt. Es lässt sich mit Sicherheit auch an Kunden verdienen, die zu faul sind, sich wegen 40 €  aufzuregen und auf ihre Rechte und Ansprüche zu pochen.

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10 Kommentare leave one →
  1. Februar 24, 2012 9:31 am

    Das habe ich jetzt schon des Öfteren gelesen, gehört und gesehen, dass die Deutsche Bahn zwar vollmundig Entschädigungen bei Zugausfällen bzw. Verspätungen verspricht, sich allerdings dann schwer tut, diese Zusagen auch einzuhalten…
    Ich glaube, viele Betroffene sind nicht zu feige, um sich zu melden, sie scheuen ganz einfach den Papier- und Nervenkrieg, die faulen Ausreden, die Bürokratie, das Gescheuchtwerden durch etliche Instanzen… 😉

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  2. stadtkatze permalink
    Februar 24, 2012 9:37 am

    Es ist immer derselbe Ärger, nicht? Eigentlich unglaublich – die Bahn wurde schon so oft für da schlechte Beschwerdemanagement gerügt und scheint dennoch nichts ändern zu wollen! Oder können sie nicht, weil die Mitarbeiter an den entsprechenden Stellen unerbittlich sind?
    Es reicht ja nicht, dass die Fahrgäste wegen der Verspätung an sich ggf. in die Bredouille geraten (die möglicherweise durch Schäden infolge von Stellen-Abbau in den Werkstätten verursacht worden ist), sie werden dann auch noch zu Bittstellern gemacht, die bangen müssen, ob ihr kleiner Anspruch anerkannt wird. Natürlich muss dieser Anspruch von den Fahrgästen geltend gemacht werden; dass er automatisch erfüllt wird, ist undenkbar.

    Andersherum wird jedoch ein ganz kurzer Prozess gemacht: Wenn mensch auf der falschen Strecke ohne Fahrschein angetroffen wird, die Gründe können noch so zwingend sein… Da sind die 40 Euro aber rubbeldiekatz eingezogen!

    Auch wenn das jetzt nicht so klingt: Eigentlich fahre ich gerne Bahn. Aber der Umgang mit den Fahrgästen ist manchmal wirklich nur durch die Fast-Monopol-Stellung zu erklären.

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  3. Februar 24, 2012 11:24 am

    Meine (meist gute) Erfahrung in solchen Fällen: persönlich erscheinen, freundlich sein, den Fall darlegen und bei der Begründung ein wenig jammern und den Bearbeiter fragen, was er an meiner Stelle die Probleme gehabt hätte.
    Das hat fast immer geholfen, denn einen (an sich anonymen) Brief legt man leichter ab, als einen Menschen, der vor einem steht 😉

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  4. Februar 24, 2012 11:25 am

    Korrektur
    ….was er an meiner Stelle tun würde, wenn er die gleichen Probleme gehabt hätte wie ich…

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    • Februar 24, 2012 12:48 pm

      Ja, leider geht das nicht. Ich war ja schon am Schalter in L.E. Die bearbeiten das nicht mehr. Das macht ausschließlich das Servicecenter blablabla. Das aber sitz in FFM. Und wenn ich da persönlich vorspreche, naja, dass wäre dann wie mit Schinken nach Schweinen werfen.

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  5. Februar 24, 2012 6:41 pm

    Also ich bin in so einem Fall auch persönlich zum Schalter. Aber nicht in FFM, sondern ganz normal am nächstbesten Bahnhof. (in diesem Fall: Badischer Bahnhof in Basel) Da musste ich nicht mal das Formular ausfüllen, denn das hat die nette Dame am Schalter alles für mich gemacht. Reisezentrum der Deutschen Bahn. Alles kein Problem.

    Der einzige Wermutstropfen: mir fehlten 5 min. Verspätung, um in die nächsthöhere Kategorie zu kommen. Das hätte dann viel mehr Geld gegeben. Aber naja, man kann ja nicht alles haben.

    Bist Du sicher, dass das bei Dir nicht geht?

    Liebe Grüsse
    asty

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  6. Februar 25, 2012 12:04 am

    ach FFM? die sind so Kundenorientiert wie die Ölkonzerne! was gut half und zur sofortigen Lösung führte war der Spruch:“ Wissense ich war ja immer zufrieden und wollte mir die Bahncard 100 zulegen, aber jetzt…..“ einfach mal ausprobieren! Ich drücke die Däumchen!

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  7. Februar 25, 2012 3:24 am

    Höflich sein soll helfen? Kann ich nicht glauben. Ich bin beim ersten mal auch immer höflich, erreicht hab ich aber meistens erst etwas, wenn ich extrem unhöflich war, dann rutscht man meist in der Hotlinehierarchie einen Platz höher, und da kann man wieder mit höflich sein anfangen. 😀

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