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Fahrt ins Blaue

Februar 18, 2012

Wenn man auf Outdoor-Sportarten steht, ist man immer ein bisschen wetterabhängig.

Ich meine jetzt nicht solche Sportarten wie Rugby oder Fußball. Die finden zwar auch draußen statt, außer dort, wo man den Stadiondeckel zumachen kann, fallen aber eher selten aus.

Radrennfahrer schickt man auch gern bei jedem Wetter über schneebedeckte Berge, nur wenn die Passstraße in 2000m Höhe wirklich nicht geräumt ist, leitet man um oder kürzt ab. Und wenn ein Gewittersturm den Einzelzeitfahrern die Werbebanden vor oder ans Rad haut, ist das noch lange kein irregulärer Wettkampf. Schließlich geht es um eine Menge Geld, da kann man nicht so kleinlich sein oder gar das Weichei raushängen lassen.

Beim Biathlon geht’s nicht um so viel Geld. Trotzdem wird selten abgesagt, weswegen die Kommentatoren Deutscher Sender und zunehmend auch die Trainer und Athleten gern mal lamentieren  über zu viel Wind oder zu viel Schnee und irreguläre, vor allem aber unfaire Wettkämpfe, jedenfalls dann, wenn die Bö oder der Schneeschauer uns aller Lieblinge Lena oder Arnd erwischt hat. Wenn es in Finnland dagegen an die  -20°C –Grenze geht und  alles getan wird, aus den Thermometern ein paar Plusgrade heraus zu kitzeln, um die Rennen nicht wegen Gesundheitsgefährdung der Athleten ausfallen lassen zu müssen, beschwert sich niemand der oben Genannten.   Dafür geht’s dann nun doch um zu viel Geld.

So biegt sich  jede Sportunion  das Wetter und die Bedingungen passend, jedenfalls in den Sportarten, die ich mir so gern ansehe. Egal ob es um Millionen geht oder um ein paar Hunderttausend, Sport hat einen Unterhaltungswert, vor allem dann, wenn er im Fernsehen für gewisse Einschaltquoten sorgt, an dem eine Menge Geld verdient wird. Da kann man auf die Gesundheit der Protagonisten keine Rücksicht nehmen.

Was allerdings die Fairness angeht, da kann ich den Draußensportlern nur sagen: Werdet  Synchronschwimmer! Die haben, vermute ich mal, alle gleiche Bedingungen sprich Wassertemperaturen und -tiefe und wohl auch Breite mal Länge der Becken.

Und die Zuschauer können gemütlich im Warmen sitzen und zugucken.

Denn bei Euren Sportarten nimmt auch der Zuschauer einiges auf sich. Ich meine jetzt nicht den vorm Fernseher. Sondern den, der vor Kälte schlotternd irgendwo im Wald steht. Oder sein kleines Auto Nächtens auf eine Passstraße hochtrimmt, um dann in selben in unbequemer Lage zu schlafen, und  am Tag dann stundenlang auf Euch zu warten, die Ihr, dank medizinischer Unterstützung neuer  und immer ausgefeilterer Trainingsmethoden am späten Nachmittag alle  binnen 15 min an ihm die 15%ige Steigung vorbeirast.

Von dem rede ich.

Und manchmal nämlich quält er sich mitten in der Nacht aus dem Bett und fährt 2,5 Stunden Zug, ohne zu wissen, ob er am Ziel überhaupt einen Wettkampf zu sehen kriegt.

Es gibt nämlich Sportarten, da nützt alle Geldgier nix. Die sind so extrem wetterabhängig und gleichzeitig so riskant für die Athleten, dass da keiner all zu viel zurechtbiegen kann. Wind ist Wind und wenn der zu stark weht, weht ‘s den Skispringer halt weg und direkt ins Krankenhaus. Oder den Kombinierer. Und weil man in den letzten 20 Jahren immer größere Schanzen gebaut hat, um immer größere und spektakulärere Sprünge zu haben, reichen eben auch schon kleine Winde aus. Meistens aber wehen ja in unseren Breiten seit ein paar Jahren größere Winde.

Und so fahren, nachdem es einen Exweltmeister gestern beim Springen direkt ins Krankenhaus geweht hat und das Training daraufhin abgesagt wurde, das kleine, das große Kind, der Freund  und ich eben heute trotz schlechter Wetterprognosen zum Kombiweltcup nach Klingenthal. Und Sie dürfen uns die Daumen drücken, dass der Wind sich verzieht ins nächste Tal. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt, oder wie das heißt.

Nuja, und gibt es keine Kombi, haben wir trotzdem einen schönen Familienausflug gemacht.

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4 Kommentare leave one →
  1. Februar 18, 2012 9:35 pm

    Du magst Rugby? Ich schau mir grade „Invictus“ an.

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    • Februar 19, 2012 3:16 pm

      Ja, sehr sogar. Den Film kenne ich auch. Fand ich gut, weil die Geschichte ja auch eine unglaubliche ist.

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      • Februar 19, 2012 9:02 pm

        Ich stosse bei vielen Bekannten des Öfteren auf Befremden, weil ich Baseball- und Darts-Fan bin. Manchmal werde ich gefragt, warum ich nicht einfach Fußballfan sein kann, wie so viele andere hierzulande auch. Da muss ich dann leider stets zur Antwort geben, dass ich Fußball im Vergleich zu Baseball langweilig finde. 😉

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  2. Februar 19, 2012 11:04 pm

    @shelkagari Ich weiß genau, was Du meinst. Dart kommt ja wenigstens im Fernsehen. Aber Baseball? Da gehts Dir vermutlich wie mir hier im Osten mit Rugby (im Süden gibt es ja ein paar Vereine und sogar ne Bundesliga)

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